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Stralsund Dylan Passion
Vorpommern Stralsund Dylan Passion
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00:00 20.10.2017
Stralsund

Es war die erste Monodramen-Premiere in dieser Spielzeit am Theater Vorpommern. Aber nur wenige Stralsunder waren am Donnerstag offensichtlich in Theaterlaune.

Stefan Hufschmidt hat den Bob- Dylan-Abend gestaltet. Quelle: Foto: Vincent Leifer

Dabei war es weniger ein dramatischer Monodrama-Abend als eine musikalische Lesung mit einem Schauspieler. Stefan Hufschmidt, neues Mitglied im Ensemble, hat sich seinem Publikum vorgestellt. Er kann singen, Gitarre und Mundharmonika spielen. Und er steht auf Bob Dylan.

In „Dylan Passion – Eine musikalische Annäherung an ein Idol“ nähert sich der Schauspieler der Musik, die, so sagen es große Kritiker, mit ihrem Einfluss auf die Entwicklung der Rockmusik nur mit den Beatles vergleichbar ist. Annäherung auch an die friedensnobelpreisgekrönte Lyrik des amerikanischen Sängers, die Hufschmidt zum Teil selbst frei übersetzt hat. So ergab sich eine Art Heiligenverehrung, für den schlechthin vollendeten Rock-Solointerpreten Bob Dylan, der sich nach dem walisischen und an Trunksucht zugrunde gegangenen Dichter Dylan Thomas benannt hat. Das lernte man alles an dem Abend. Denn in den Pausen zwischen den Dylan-Song- Medleys erzählte Hufschmidt das, was er von Dylan eben so weiß und was das mit ihm gemacht hat. „How many roads“, das musste wohl jeder mal an irgendeinem Lagerfeuer mitsingen... Klar auch, dass er eben klingt, wie einer, der dabei „in ein Kopfkissen beißen“ würde oder „als träte man einer Katze auf den Schwanz“ oder wie die „Times“ mal schrieb, „als käme die Stimme über die Mauern eines Tuberkulose-Sanatoriums“.

Der Schauspieler blieb auf Distanz. Zu Dylan. Denn nichts findet der ja nun wohl blöder, als ihn zu verehren und dann auch noch zu imitieren. Er ist ein Idol und ein Guru, ein Meister. „Seine Konzerte“, so Hufschmidt „sind Messen!“. Aber es ist auch irgendwie Verrat an Dylan, so öffentlich ein Dylan-Fan zu sein. Denn seine Nachlässigkeit in der Art zu singen interpretieren Kenner mit einem frühen Überdruss an seiner Personenverehrung.

Der Abend hatte einige Zugaben. Was in einem monodramatischen Theater eigentlich unerhört ist. Aber die wenigen Besucher nahmen es als Dylan-Konzert-Abend. Und auf den Schauspieler Stefan Hufschmidt kann man weiter gespannt sein.

Juliane Voigt

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