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Edis testet intelligente Stromzähler auf Rügen

Bergen Edis testet intelligente Stromzähler auf Rügen

Mit dem Einbau von 100 Zählern startet in Bergen die heiße Phase des Pilotprojektes für den Einsatz moderner Mess-Systeme

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Am Mittwoch vergangener Woche baute Zählermonteur Maximilian Hirsch das Letzte der 100 intelligenten Messsysteme in Bergen auf Rügen im Rahmen des Edis-Pilotprojektes ein.

Quelle: Foto: Edis

Bergen. Moderne Zeiten in Bergen. Dank neuester Technik hat die Stadt Bergen den Stromverbrauch ihrer Straßenbeleuchtung künftig genau im Blick.

Energiedienstleister

Das Unternehmen, das zu rund einem Drittel kommunalen Anteilseignern gehört, beschäftigt 2500 Mitarbeiter.

Die Edis AG betreibt auf einer Fläche von 36000 Quadratkilometern ein 80 000 Kilometer langes Strom- und ein etwa 4300 Kilometer langes Gasleitungsnetz.

Am vergangenen Mittwoch baute Zählermonteur Maximilian Hirsch das letzte von hundert intelligenten Mess-Systemen in Bergen ein. Das Gerät misst und überträgt ab sofort die Daten des Stromverbrauchs eines Teils der Bergener Straßenbeleuchtung. „Mit diesen innovativen Zählern entfällt das Ablesen vor Ort, das in der Vergangenheit personelle Kapazitäten in der Verwaltung gebunden hat“, freut sich Bürgermeisterin Anja Ratzke. „Wir können mit den neuen Geräten in der Verwaltung direkt auf unsere Verbrauchsdaten zugreifen.“

An dem Pilotprojekt der Edis-AG nehmen aber auch Privathaushalte teil. Von den 2100 Netzkunden in Bergen, Sassnitz, Prora, Binz und Sellin, hatten 260 ihre freiwillige Teilnahme erklärt. Grundlage dafür ist das „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“ und das damit verbundene Messstellenbetriebsgesetz. Danach greift ab Herbst für Kunden mit einem Verbrauch von mehr als 10000 Kilowattstunden im Jahr eine Einbaupflicht von so genannten „Smartmetern“, die zusätzlich online oder auch per Mobilfunk ständig mit dem Versorger verbunden sind. Ab 2020 gilt diese Vorschrift dann auch ab 6000 Kilowattstunden. Kunden mit geringerem Verbrauch erhalten in den kommenden Jahren ein modernes digitales Strommessgerät.

„Der Hauptunterschied besteht in der Kommunikationsfunktion“, erklärt Edis-Sprecher Michael Elsholtz. „Das intelligente Mess-System speichert permanent Verbrauchsdaten und übermittelt abrechnungsrelevante Informationen an ein zentrales Rechenzentrum in der Nähe von Hannover.“ Der Netzkunde habe auf seine Daten jederzeit über ein geschütztes Internetportal Zugriff. Demgegenüber stelle das „moderne digitale Strommessgerät“ Informationen zum momentanen Stromverbrauch, Verbrauch der letzten 24 Stunden, der letzten sieben, 30 und 365 Tage direkt am Gerät zur Verfügung. Der nun angelaufene Feldversuch auf Rügen hat das Ziel, die Stabilität der Messeinrichtungen und der Datenübertragungswege in der Praxis unter Beweis zu stellen. Dazu werden zwei unterschiedliche Wege der Datenübertragung aufgebaut. Ausschließlich in Bergen soll die sogenannte „Powerline“-Kommunikation (PLC) zur Anwendung kommen, bei dem die Stromleitung gleichzeitig als Datenleitung genutzt wird.

Die zweite technische Lösung sieht die Übertragung der Daten direkt ab Stromzähler über das öffentliche Mobilfunknetz vor.

Hier setzt auch die Kritik von Verbraucherschützern an. „Der Zugang zu den Daten ist weitgehend ungeklärt“, sagt Jürgen Fischer von der Verbraucherzentrale des Landes. „Mit den Zählern gehören auch die Daten dem Netzbetreiber. Der Nutzen entfaltet sich aber erst, wenn alle, die es betrifft, an die Daten herankommen“, so Fischer. Beispielsweise hätten Daten in der Hand des Netzbetreibers noch keinen Einfluss auf die Tarifgestaltung des Energie-Erzeugers. Zwar werde sich die Technik durchsetzen, beim Zugang zu den Daten müsse der Gesetzgeber noch nachbessern. Außerdem verfüge nicht jeder Haushalt über Internet oder Smartphone. Dazu kommt: „Die Kosten von 120 Euro je Zähler werden ohnehin auf die Kunden umgelegt“, so Fischer.

Uwe Driest

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