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Ehemalige Kita wird Senioren-Domizil

Stralsund Ehemalige Kita wird Senioren-Domizil

Der Pflegedienst Prettin plant Betreutes Wohnen, Begegnungsstätte, Tagespflege und großen Dienstleis- tungskomplex mit Ärzten, Kosmetik und Sanitätshaus in der Friedrich-Wolf-Straße in Knieper West I

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Der Kindergarten in der Friedrich-Wolf-Straße in Knieper West I im Jahre 1970.

Quelle: Stadtarchiv

Stralsund. Das wird ein Millionen-Projekt: Christoph Prettin will mit seinem Pflegedienst in Knieper West kräftig investieren. Auf dem Gelände der ehemaligen Kita in der Friedrich-Wolf-Straße soll nach dem Abriss der Ruinen ein großer dreiteiliger Seniorenbereich entstehen, der viele Wünsche der älteren Generation aufnimmt. Die Planungen laufen bereits, Banken-Gespräche stehen demnächst an.

Im ersten Haus sind im Erdgeschoss diverse Angebote für die Senioren geplant – vom Arzt bis zum Therapeuten. Außerdem sollen hier altersgerechte und barrierefreie Wohnungen für Einzelpersonen und Paare gebaut werden. Geplant ist eine Größe von 40 bis 60 Quadratmetern. Zusätzlich sind alle Wohnungen mit einem Notruf ausgestattet, der beim benachbarten Pflegedienst aufläuft.

„Gedacht sind diese Wohnungen für ältere Leute, die ihren Alltag noch im Großen und Ganzen allein bewältigen können. Man kann aber auf Wunsch auch eine medizinische, pflegerische und hauswirtschaftliche Unterstützung bekommen“, erklärt Christoph Prettin, Chef des Pflegedienstes, der im Juni 1994 von seiner Mutter Dagmar Prettin aufgebaut wurde. Das zweite Gebäude soll eine Begegnungsstätte beherbergen. „Hier können die Senioren täglich ihre Mahlzeiten einnehmen, aber es darf auch gefeiert werden. Man kann auch mal eine Lesung durchführen oder so was“, so Udo Hinze, stellvertretender Geschäftsführer im Pflegedienst.

Das Haus 3 ist für Tagespflege und Senioren-Wohngemeinschaften vorgesehen. „Für die Tagespflege wollen wir 54 Plätze bereithalten. Im Vordergrund steht hier die Entlastung der pflegenden Angehörigen.

Und natürlich soll die Betreuung mit der Förderung der vorhandenen Fähigkeiten einhergehen. Tägliches Training macht da sehr viel aus. Das sehen wir auch schon in unserer Einrichtung im Heinrich-Heine-Ring“, berichtet Christoph Prettin über die Erfahrungen in Knieper West. Dort hat der Pflegedienst 2014/15 das ehemalige „Herwigs Hotel“ für – zunächst nicht geplante – 3,5 Millionen Euro zum Seniorendomizil umgebaut.

Im neuen Bereich in der Friedrich-Wolf-Straße sind vom ersten bis zum dritten Obergeschoss zwei Wohngemeinschaften mit jeweils acht Plätzen geplant. Hier können Leicht- bis Schwerstpflegebedürftige betreut und versorgt werden – auf Wunsch auch rund um die Uhr. „Ziel ist es, so lange wie möglich selbstständig zu sein und nicht ins Pflegeheim zu müssen. Und das muss alles bezahlbar sein. Wir merken jedenfalls, dass der Bedarf für diese Wohnformen unheimlich groß ist“, sieht Prettin-Junior die Investition optimistisch und schiebt nach: „Die älteren Leute lieben Knieper West I. Viele sind hier in den 60er-Jahren als Erste in die Plattenbauten gezogen. Sie haben den Stadtteil ein Leben lang begleitet und wollen hier nicht weg.“

Ob Busanbindung, Ärztehaus, Apotheke, Sparkasse und natürlich die beliebte Kaufhalle „8. März“ – nichts wollen sie missen. „Müssen sie auch nicht, denn wir bleiben ja im Stadtteil. Natürlich sind wir offen für andere Stadtteile oder Senioren aus der Umgebung Stralsunds.“

Um all diese Ideen auf dem ehemaligen Kita-Gelände zu verwirklichen und den Senioren ein neues Zuhause geben zu können, will der Pflegedienst mit vielen Partnern zusammenarbeiten. „Ich denke da an Ärzte, Physiotherapeuten, Kosmetiker und Mitarbeiter eines Sanitätshauses“, sagt Christoph Prettin.

Der 41-Jährige, der einst Kfz-Schlosser lernte, später zum Kranken- und Gesundheitspfleger umsattelte und 2005 noch den Abschluss als Pflegedienstleiter hinterherschob, leitet das Unternehmen erst seit kurzem und tritt damit in die Fußstapfen seiner Mutter Dagmar, die sich mit 77 Jahren in den Ruhestand verabschieden will.

Über 20 Jahre im Dienste der Senioren

Der Pflegedienst wurde am 1. Juni 1994 von der heute 77-jährigen Dagmar Prettin gegründet. In den ersten Jahren pflegte sie ihre Patienten allein.

45 Mitarbeiter zählt das Unternehmen heute. Über 30 kommen hinzu, wenn der Bereich in der Friedrich-Wolf-Straße eröffnet ist.

1997 wurden von dem Pflegedienst Prettin zwei Wohngruppen mit insgesamt 19 Plätzen in der Barther Straße in Stralsund eröffnet.

3 ambulante Wohngruppen mit 22 Einzelzimmern betreut der Pflegedienst im Heinrich-Heine-Ring 105 (ehemals „Herwigs Hotel“). 16 Plätze hat eine Tagespflege, die sich dort außerdem befindet. Dort können Senioren von 8 bis 16 Uhr umsorgt werden. Außerdem gibt es 22 Wohnungen.

12 Mietwohnungen mit Betreuung hat das Unternehmen Prettin in Prohn unter seinen Fittichen.

Ines Sommer

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