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Ehepaar ist einer Barther Berühmtheit auf der Spur

Barth Ehepaar ist einer Barther Berühmtheit auf der Spur

Hans und Sigrid Arlt nehmen sich des Nachlasses von Martha Müller-Grählert an. Jedem Hinweis zu der einst überregional bekannten Autorin gehen sie akribisch nach.

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Sigrid und Hans Arlt haben seit 2008 viel Neues über Martha Müller-Grählert herausgefunden.

Quelle: Uwe Roßner

Barth. Am 1. Januar 1920 übernahm Adolf Dahlfeld das Barther Tageblatt. Die Zeitung war nicht allein eine gute Quelle über das Leben in der Boddenstadt. In ihr veröffentlichte auch Martha Müller-Grählert. Vor ihrem Gang ins Franzburger Altersheim beauftragte sie den Verleger, sich um ihre Hinterlassenschaft zu kümmern. Diese moralische Bindung blieb lange in der Familie bestehen. Als rechtmäßige Erben nahmen sich Sigrid (72) und Hans Arlt (74) dem an. Sigrid Arlt ist die Tochter Adolf Dahlfelds.

1991 kaufte das Ehepaar in der Langen Straße 30 das mütterliche Haus zurück. Am 9. Juli 2009 eröffneten sie dort ihr Martha Müller-Grählert-Museum. Die Vorbereitungen begannen bereits im Vorjahr.

Dazu zählte die Gründung eines eigenen Verlags. Zu Ehren des Vaters erhielt dieser den Namen Adolf Dahlfeld Erben. Dieser hat das Ziel, die erste Gesamtausgabe der Werke Martha Müller-Grählerts herauszubringen. Mit der Wiederveröffentlichung des zweibändigen „Sünnenkringel“ in einem Buch legten die Arlts dafür den Grundstein. Die erste von mittlerweile elf Lesungen fand bereits statt.

Außerdem berichteten sie über ihren damaligen Stand der Forschung. „Wir haben den Auftrag erfüllt. Es ist ein gutes Gefühl“, lautet die heutige Bilanz.

Seit fünf Jahren gehen die wissbegierigen Unruheständler jedem Hinweis zu Martha Müller-Grählert akribisch nach. Fündig wurden sie beispielsweise im Barther Stadtarchiv, in der seit diesem April öffentlich zugänglichen Kirchenbibliothek von St. Marien und in Greifswalds Alten Universitätsbibliothek. Das Resultat ist beachtlich. Die Zahl der bislang bekannten Gedichte konnten sie von 198 auf 330 erhöhen. 56 Prosawerke kamen hinzu. „Darauf sind wir stolz“, so die Nachfahrin Sigrid Arlt. Gerade weil sie keine Literaturwissenschaftler, sondern Heilpraktikerin und Ingenieur vom Beruf her sind. 1150 Seiten fasst dank ihres Einsatzes das heute bekannte Oeuvre der zu Unrecht als Heimatdichterin reduzierten Martha Müller-Grählert. Stammpublikum findet sich zu den häuslichen Lesungen im Museum ein. Rund 60 Personen sind es jedes Mal. Dennoch fällt auf: Die Bedeutung der Dichterin ist größer als das Echo im Barther Land. Selbst überregional hat sie derzeit nicht die eigentliche verdiente Beachtung. Das verwundert. Die gebürtige Bartherin gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts dem Kreis der angesehensten Schriftsteller an. Davon zeugt nicht allein ihre Mitgliedschaft im Allgemeinen Schriftstellerverein, zu dem auch Thomas Mann zählte. In der Wochenendbeilage „Ulk“ des Berliner Tageblattes war sie regelmäßig einer Leserschaft von über 300 000 Beziehern bekannt.

Als Redakteurin arbeitete sie für das Deutsche Familienblatt. Dieses kam als Beilage von 50 Zeitungen heraus. Arlts können den Nachweis für die Kölner Gerichtszeitung erbringen. Selbst Abonnenten in München und Wien erreichte die Norddeutsche über die Meggendorf Zeitung.

Eines verblüfft auch: 1892 schrieb sie als Sechszehnjährige mit „Meine Heimat“ ihr erstes Gedicht. Auf Hochdeutsch. Ihre Zuhörer fesselte sie mit persönlichen Vorträgen in Pommern, Brandenburg, im Harz, Niedersachsen und Hamburg. Gerade die Berliner Zeit zwischen 1898 und 1911 sollte ihre größte Schaffensperiode werden.

Für ihren Einsatz zeichneten das Seebad Zingst und die Kur- und Touristik GmbH Sigrid und Hans Arlt 2012 mit dem Martha Müller- Grählert-Preis aus.

„Wir suchen weiter“, lautet deren heutige Devise. 2014 soll der zehnte und letzte Band der Gesammelten Schriften erscheinen. Dieser soll die aktuellsten Funde beinhalten und bestehende Lücken in Müller-Grählerts Lebenslauf, vor allem der bisher weniger bekannten Berliner Zeit , schließen.

„Es gibt viele neue Aspekte“, versichert Hans Arlt. Für 2014 würde es gut passen. Es ist das 75. Todesjahr der sowohl immer auf Hochdeutsch und verständlichem Platt publizierenden Künstlerin.

Wir haben den Auftrag erfüllt. Das ist ein gutes Gefühl.“ Hans und Sigrid Arlt, Heimatforscher

 

Uwe Roßner

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