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Stralsund „Ein Hafen ohne Gleis ist nur ein halber Hafen“
Vorpommern Stralsund „Ein Hafen ohne Gleis ist nur ein halber Hafen“
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00:00 29.09.2018
Eine Lok zieht auf dem neuen Gleisanschluss Güterwaggons. Dazu wurden 2,3 Kilometer Gleise im Seehafen verlegt. Quelle: Fotos: Stefan Sauer
Stralsund

Nicht kleckern, sondern klotzen – das dürfte der Leitsatz für den Ausbau des Stralsunder Frankenhafens sein. Gestern ist auf dem Weg zur Entwicklung des Geländes von einer früheren Industriebrache der Volkswerft hin zu einem modernen Logistikzentrum ein wichtiger Zwischenschritt absolviert worden: die Inbetriebnahme der Anbindung an das Eisenbahnnetz. Insgesamt sind 2,3 Kilometer Gleise verlegt worden, auf denen bereits gestern erste Waggons rangiert wurden – allerdings vornehmlich zu Showzwecken anlässlich einer kleinen Eröffnungsveranstaltung.

Schienenanbindung des Stralsunder Frankenhafens ist eröffnet worden

Angaben von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) zufolge sind während der gut zweijährigen Bauzeit rund 14 Millionen Euro in die Gleisanlagen investiert worden. Immerhin 90 Prozent der Summe stammen aus Fördermitteln der Bundes- sowie der Landesregierung.

Weitere 26 Millionen Euro sollen nun in die folgende Erschließung des maritimen Gewerbegebietes Franzenshöhe fließen, das an den Frankenhafen angrenzt, kündigte Glawe an. Beide Bereiche seien als eine Einheit zu betrachten. Dementsprechend sei mit der Gleisanbindung eine gute städtebauliche Grundlage geschaffen worden. Im Hintergrund liefen bereits Gespräche mit mehreren Unternehmen, die sich auf den Flächen ansiedeln wollten, sagte Glawe. Insofern stehe außer Frage, dass es richtig sei, zunächst die Infrastruktur zu entwickeln, ehe sich auch bei der Ansiedlung Erfolg einstellen könne.

Zuletzt war die am Frankenhafen geplante Ansiedlung des österreichischen Seilherstellers Teufelberger gescheitert. Laut Glawe habe auch die Reaktivierung der Volkswerft durch Genting zu einer erhöhten Nachfrage nach Gewerbeflächen in der Nähe der Werft geführt.

Sören Jurrat, Geschäftsführer der städtischen Seehafen Stralsund GmbH, die auch den Frankenhafen betreibt, wies auf die Rolle der Stralsunder Kaikante als Eisenbahnhafen hin. Während der 80er-Jahre habe der bahngebundene Vor- und Nachlauf aller Güter bei 85 Prozent gelegen. Nach der Wende sei dieser Anteil auf nur noch 15 Prozent gesunken. Inzwischen habe sich der Hafen von diesem Tief aber erholt. „Heute beträgt der bahngebundene Vor- und Nachlauf des Hafens wieder zwischen 65 und 70 Prozent pro Jahr“, sagte Jurrat.

Ebenso bedeutsam für die weitere Entwicklung des Hafens seien neben einer guten Infrastruktur moderne Umschlaganlagen und Rangiermittel, die nun auch für den Frankenhafen angeschafft würden. Wobei Jurrat sogleich erwähnte, dass der Seehafen nun insgesamt gleich zwei neue Rangierfahrzeuge benötige, die sowohl auf der Straße als auch auf Schienen fahren können. Grund für die Anmerkung:

Ausgerechnet am Tag vor der Einweihung der neuen Gleisanlage war eine Zugmaschine in Flammen aufgegangen.

Und OB Alexander Badrow (CDU)? Der zitierte in seiner ausnehmend optimistischen Rede zunächst einen kanadischen Eishockeyspieler („Wir sind nicht dort, wo der Puck ist. Sondern dort, wo der Puck sein wird.“), beschloss die Ansprache aber doch mit einem knackigen Zitat des hiesigen Hafenchefs Jurrat: „Ein Hafen ohne Gleis ist nur ein halber Hafen.“

Benjamin Fischer

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