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Stralsund Ein Leben mit Demenz
Vorpommern Stralsund Ein Leben mit Demenz
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10:06 18.04.2018
Ungewisse Zukunft, wenige Erinnerungen: Die Diagnose Demenz hat das Leben vom Helmtraud Münchow und Eckhard Rusch von einem Tag auf den anderen verändert. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Helmtraud Münchow sitzt in ihrem Wohnzimmer in Stralsund auf der Couch, ihr Mann Eckhard Rusch an ihrer Seite. „Heute ist ein nicht so guter Tag“, sagt die 74-Jährige. Beim Reden macht sie lange Pausen, sucht nach den Worten und immer wieder geht der hilfesuchende Blick zu ihrem Mann. Sie sagt: „Ich habe Demenz und darüber möchte ich reden.“

„Das Tragische an dieser Krankheit ist, dass man sie zwar hinauszögern, aber nicht aufhalten kann“, sagt Eckhard Rusch. Der 81-Jährige unterstützt seine Frau, wo er nur kann. Die Diagnose kam vor zwei Jahren, seitdem hat sich das Leben des Ehepaars von einem Tag auf den anderen verändert. Doch die beiden versuchen, aktiv zu sein, viel raus und unter Menschen zu kommen. „Ich gehe sehr offensiv mit meiner Krankheit um, auch wenn die Einschränkungen immer größer werden“, sagt Helmtraud Münchow.

Ihre große Stütze ist ihr Mann, Eckhard Rusch. Und dann erzählt sie, was ihr noch Kraft gibt: „Meine Besuche in der Tagespflege.“ Dreimal in der Woche ist sie Gast im Haus am Brunnen, einer Tagespflegeeinrichtung der Volkssolidarität. „Ich fühle mich dort so wohl“, sagt die Rentnerin und versucht zu erklären, warum das so ist: „Die Schwestern strahlen so viel Lebensfreude aus, lachen viel, das tut gut und ist ansteckend.“

Worte, die Jana Milnikel-Martin gern hört. Die 43-jährige Krankenschwester ist die Pflegedienstleiterin der Einrichtung. Sechs Mitarbeiter kümmern sich dort um die 18 Tagesgäste, die von 8 bis 16 Uhr im Haus sein können.„Sie sind unsere Gäste und sie sollen sich hier wohlfühlen“, erklärt Schwester Jana.

Zusammen frühstücken und den Tag gemeinsam verbringen. Es werden Spiele gemacht, es wird viel geklönt und gelacht, gebastelt und auch mal mit angepackt. „Bei allem, was wir tun, versuchen wir auch immer wieder, die Erinnerungen herauszukitzeln“, sagt Schwester Jana.

Und nicht nur für die Besucher sind die Aufenthalte in der Tageseinrichtung so wichtig, sondern auch für deren Angehörige. Denn das sind dann die Momente, in denen sie zum Durchatmen kommen und Energie sammeln können oder einfach Dinge erledigen, die ihnen gut tun. Außerdem sei es für die Angehörigen schön, wenn die kranken Partner oder Eltern auch mal wieder etwas zu erzählen haben, sagt Schwester Jana.

Helmtraud Münchow und Eckhard Rusch leben von einem Moment zum nächsten. „Wir machen keine festen Pläne, weil wir nie wissen, was kommt“, gesteht Eckhard Rusch. Doch da ist er mit seiner Frau nicht ganz einer Meinung, denn sie sagt: „Ich freue mich auf die warmen Tage, wenn wir zu unserem Grundstück fahren können. Dort ist es ruhig und schön.“

Miriam Weber

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