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Ein Weg für Fußgänger und Radler

Aus der Stralsunder Bürgerschaft: Lösung für Tribseer Damm, aber nicht für die Musikschule Ein Weg für Fußgänger und Radler

Am Tribseer Damm sollen sich Radfahrer und Fußgänger weiterhin den Gehweg teilen, weil es für einen extra Radweg keinen Platz gibt. Zusätzlich wird aber ein Schutzstreifen eingerichtet.

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Eine Straße hübscht sich auf: Die Sanierung des Tribseer Damms soll eine Verbesserung des Wohnumfeldes bewirken – ähnlich wie einst am Frankendamm. Allerdings ist die stark befahrene Straße zu schmal, um allen Ansprüchen restlos gerecht zu werden.

Quelle: Stefan Sauer

Stralsund. Für Fußgänger und Radfahrer bleiben die Verkehrsverhältnisse am Tribseer Damm zugunsten der Autofahrer weiter beengt. Auf dem Abschnitt zwischen Bahnhof und Arbeitsamt soll es auch nach der dort angesetzten Straßensanierung weiter keine Trennung zwischen Fuß- und Radweg geben.

Kreisverkehr auf Probe

40 000 Euro will die Stadtverwaltung in einen Probekreisverkehr auf der Kreuzung Tribseer Damm/Carl- Heydemann- Ring investieren.

Damit soll getestet werden, ob die neue Verkehrsführung zu Staus führen würde. Der Zeitpunkt, wann das Vorhaben umgesetzt wird, ist aber zurzeit noch völlig offen.

Das hat die Bürgerschaft am Donnerstag auf Wunsch der CDU beschlossen. Die SPD hat das Anliegen der Christdemokraten unterstützt. Grund sind insbesondere bei der Union Ängste, dass andernfalls zu wenig Parkplätze für die Anwohner übrig bleiben.

Der jetzt beschlossenen Variante zufolge gibt es in Zukunft einen Radfahrstreifen in beide Richtungen links und rechts der Fahrbahn. Zusätzlich können Radfahrer aber auch auf dem Gehweg fahren, müssen sich diesen Bereich aber mit den Fußgängern teilen. Für zwei getrennte Spuren für Radfahrer und Fußgänger sei der Bereich dort zu schmal – vor allem dann, wenn es, wie jetzt auch, weiterhin Parkmöglichkeiten geben soll.

Der Vorschlag ist ein Kompromiss zwischen den ursprünglichen Vorstellungen der Stadtverwaltung und der Mehrheit der Bürgerschaft. Stephan Bogusch, der Tiefbauchef im Rathaus, hatte zunächst dafür plädiert, die Radfahrer generell auf den Radschutzstreifen auf der Fahrbahn zu schicken, damit der Gehweg den Fußgängern vorbehalten bleibt. Dieser kann so deutlich schmaler ausfallen als ein gemeinsamer Fuß- und Radweg mit getrennten Spuren. Diesem Ansatz liegt die Tatsache zu Grunde, dass Radfahrer seltener in Unfälle verwickelt werden, wenn sie auf Schutzstreifen, aber dann eben gemeinsam mit Autos auf einer Fahrbahn unterwegs sind, weil sie so von den Autofahrern besser wahrgenommen werden – gerade an Einmündungen. Den Unfallzahlen steht aber das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Radfahrer entgegen. Besonders Eltern und Kinder sowie ältere Radfahrer fühlen sich jenseits des Bordsteins und in ein paar Metern Entfernung zum Autoverkehr deutlich sicherer, worauf mehrere Fraktionen in der Bürgerschaft bereits vor der Sommerpause hingewiesen und deshalb eine Überarbeitung der Pläne gefordert hatten.

Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) bezeichnete den nun verabschiedeten Antrag der christdemokratischen Fraktion als „sehr guten Kompromiss“. Nicht alle Radfahrer seien gleich. Schnelle Radfahrer werden nach den bisherigen Erfahrungen wegen des deutlich glatteren Fahrbahnbelags eher den Schutzstreifen auf der Straße nutzen, langsame lieber auf dem Gehweg fahren, auch wenn sie dort auf die Fußgänger Rücksicht nehmen müssen.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete und Stadtvertreterin Sonja Steffen erinnerte während der munteren Debatte daran, „dass wir in Stralsund kein Chaos haben wie in Berlin“ und bezeichnete den Antrag der CDU ebenfalls als guten Vorschlag.

Wenn der zur Verfügung stehende Platz zu klein ist, müssten die Bedürfnisse der Radfahrer Vorrang haben vor denen parkender Autos beziehungsweise ihrer Besitzer, betonte hingegen Manfred Butter (Die Linke) und plädierte damit für einen Geh- und einen Radweg abseits der Fahrbahn. In diesem Fall wäre der Parkstreifen obsolet gewesen. Butter: „Die Menschen können nicht erwarten, immer vor ihrer Haustür parken zu können.“

Sanierung soll im nächsten Jahr starten

2017 sollen die Arbeiten zur Sanierung des Tribseer Damms beginnen. Der Bauabschnitt umfasst den Bereich von den Bahnschranken an der Alten Rostocker Straße bis einschließlich der Kreuzung am Carl-Heydemann-Ring. Die Arbeiten sollen drei Jahre dauern. Das Land hat für das Vorhaben Fördermittel in Höhe von 2,2 Millionen Euro zugesagt, wenn die Planung für das Projekt noch 2016 abgeschlossen wird, woran in der Stadtverwaltung mit Hochdruck gearbeitet wird. Die Sanierung soll den Tribseer Damm als Wohnumfeld deutlich aufwerten.

Benjamin Fischer

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