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Stralsund Ein ganzes Dorf genießt
Vorpommern Stralsund Ein ganzes Dorf genießt
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00:00 19.06.2017
Es war einfach alles bombastisch, spitzenmäßig.Kati Becker (43) Teilnehmerin am Festumzug

Velgast. Da sind sich doch mal alle einig, auch wenn das in einem Dorf nicht immer unbedingt so ist: „Dieser Festumzug war einfach bombastisch“, wie Kati Becker (43), eine der rund 800 Teilnehmer, auf den Punkt brachte. Eine ganze Woche wurde in Velgast das 775. Ortsjubiläum gefeiert. Und zum Finale stimmte einfach alles.

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Höhepunkt der Festwoche zum 775. Jahrestag von Velgast war ein Umzug mit rund 800 Teilnehmern

„Es ist wirklich sehr beeindruckend, was hier alle gemeinsam auf die Beine gestellt haben“, sagte Zuschauerin Ilse Blumenthal. Und auch Bürgermeister Christian Griwahn (CDU), gönnte sich nach dem Umzug erst mal einen ordentlichen Schluck Bier. Die Erleichterung, dass sich sämtliche Anstrengungen gelohnt hatten, war ihm anzumerken. „Ich kann allen, die zum Gelingen beigetragen haben, nur danken“, sagte er. Denn eines hätte das Fest vor allem gezeigt: Es gibt ihn noch, den Dorfzusammenhalt. „Es ist supertoll, wie viele hier mitgemacht haben“, sagte Juana Marquardt (36) erfreut, die seit einem Jahr bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmischt und zum Fest alle Hände voll zu tun hatte, den von den Dorffrauen gebackenen Kuchen zu verteilen.

Gegen 14 Uhr hatte sich der Festumzug am Gemeindezentrum in Bewegung gesetzt, angeführt von Stralsunder Blasmusik mit Vanessa Friedrich (15) an der Lyra. Dann reihten sich die unterschiedlichen Bereiche aus Velgast und Gäste aus weiteren Dörfern in der Nähe ein – mit guter Laune und originell geschmückten Wagen.

So schob das Praxis-Team um die Ärztin Ulrike Pfennig tatsächlich ein Krankenbett samt Patientin, die symbolisch am Tropf hing, durch die Straßen. Die Landwirte wiesen mit flotten Sprüchen darauf hin, was ihnen wichtig ist – wie „Ohne Bauer keine Power“ oder „No Farmers – no Food“ und „Biogas bringt Wärme in Velgast“. Kita- und Grundschulkinder liefen ebenso mit wie Feuerwehrleute, Pflegedienstmitarbeiter oder Gartenfreunde.

Die Gruppe der Velgaster Sportler wurde von einem besonderen Ehrenmitglied angeführt: Wolfgang Fethke (76), ein Urgestein der Fußballer, marschierte als Fahnenträger. Neben den Traktoren knatterten auch alte Motorräder wie die Touren-Awo von 1958, die Clemens Brecht (50) auf Hochglanz gebracht hatte. Auch Fahrzeug-Sammler Frank Buick (53) hatte seinen Trabbi noch mal ordentlich poliert. Zum Blickfang wurde auch die alte „Hungerharke“, mit der früher Heu und Schrot zusammengeharkt wurde, die Ingo Eggert (60) lenkte. Und der Velgast Chor kam aus dem Singen gar nicht mehr heraus, hatte auch auf der zweiten Runde durch das Dorf noch genügend Töne. Ebenso wie der Karnevals-Verein mit seinem kräftigen „Velgast woak up!“ Glückwünsche gab’s unter anderem von der Prohner Blasmusik.

Moderiert wurde der Umzug von Maik Wehnke (32), der viel Wissenswertes über Geschichte und Gegenwart vermittelte. Einige der schönsten Storys gibt’s noch mal zum Nachlesen im frisch gedruckten Almanach. „Das macht wirklich Spaß, hier dabei zu sein“, sagte Pauline Lennecke (17). Dass auch alles sicher über die Bühne ging, freute am Ende Feuerwehr-Chef Hans-Peter Tews, der zugab, dass die Teilnehmerzahl alle Erwartungen weit übertroffen hat.

Marlies Walther

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