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Ein junges Mädchen lacht wieder unbeschwert

Velgast Ein junges Mädchen lacht wieder unbeschwert

Monika Mauritz hat sich von den Mühlen der Bürokratie nicht zerreiben lassen. Sie widersetzte sich mit Erfolg dem Begehren des Landkreises, der ihre behinderte Tochter Anja umschulen wollte.

Velgast. Anja Mauritz kann aufatmen. Die 13-jährige Rollstuhlfahrerin darf weiterhin die Landesschule für Körperbehinderte besuchen. In einem dürren Vier-Zeilen-Schreiben hat jetzt Erhard Kulosa, Fachgebietsleiter Schulen des Kreises, der alleinerziehenden Mutter Monika Mauritz mitgeteilt, dass eine Umschulung ihrer Tochter an die Körperbehindertenschule Rostock nicht erfolgt. Kulosa folgte dem amtsärztlichen Gutachten, nach dem die weitere Beschulung in Neubrandenburg aus medizinischen Gründen erforderlich sei. „Jetzt fällt viel nervliche Anspannung von uns ab“, erklärte dazu gestern Monika Mauritz.

Die OZ hatte im April und Mai über den Fall Anja berichtet. Weil die Beschulung des Mädchens in Neubrandenburg dem Kreis Kosten von ca. 7000 Mark monatlich verursachte, hatte die Verwaltung vorgesehen, Anja auf eine billigere Einrichtung in Rostock zu verlegen (Ersparnis ca. 5000 Mark). Monika Mauritz wehrte sich, weil wie sie sagte Rostock nicht den Bedürfnissen ihrer querschnittsgelähmten Tochter gerecht würde.

Olaf Manzke, Presseprecher des Landratsamtes, versuchte gestern, um Verständnis zu werben. „Wir sind angehalten die Kosten im Blick zu behalten“, sagt er. Die Rostocker Einrichtung sei uns als geeignet beschrieben worden. Durch das jetzige Gutachten habe Anja Mauritz nun gewissermaßen amtlich beglaubigt ihren Anspruch auf die Landesbehindertenschule bestätigt bekommen, so Manzke, der bedauerte, dass der Familie Aufregung und Unannehmlichkeiten entstanden seien.

Ende gut, alles gut? Für Monika Mauritz noch nicht ganz. „Ich warte noch auf das Ergebnis der von mir eingereichten Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Herrn Kulosa“, sagte sie und hofft: „Bei künftigen Verwaltungsakten sollte erst nach dem Menschen und dann aufs Geld geschaut werden“.

Auch für Arno Dietz ist der Fall nicht erledigt. Der Rechtsanwalt der Familie wartet noch immer auf Post vom Landratsamt. Er habe auf seine Schreiben im Fall Anja, darunter auch an Landrat Molkentin, noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung, geschweige denn eine schriftliche Antwort erhalten, erklärte er und betonte: „Ich bin nicht bereit, die Ignoranz der Verwaltung hinzunehmen.“ Sollten seine Fragen unbeantwortet bleiben, will sich Dietz an die zuständige Kommunalaufsicht beim Innenministerium wenden.



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