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Ein kleiner Blick in die große weite Welt

Stralsund Ein kleiner Blick in die große weite Welt

„Es haben sich bereits Freundschaften entwickelt.“Ines Kuhnert, Lehrerin an der Diesterweg-Schule

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Das erste internationale Treffen im Rahmen des Erasmus-Projektes hat im polnischen Lebork stattgefunden. FOTO: PRIVAT

Stralsund. Wenn Menschen aus vier Ländern aufeinander treffen, gibt es zwangsläufig einen Unterschied: die Sprache. Doch das war’s dann auch schon, denn viel mehr überwiegen die Gemeinsamkeiten. Davon sind Schüler der 7. bis 10. Klassen aus Stralsund, dem finnischen Pori, dem lettischen Ventspils und dem polnischen Lebork überzeugt und selbst das beste Beispiel dafür.

Seit drei Jahren hat die Regionalschule „Adolph Diesterweg“ Partnerschulen in diesen Ländern. „Wir haben uns jährlich in einem anderen Land getroffen“, erzählt Sabine Qualmann, Lehrerin an der „Diesterweg“. „Über die Zeit sind dabei richtige Freundschaften entstanden“, ergänzt ihre Kollegin Ines Kuhnert. Umso mehr freuen sich die beiden, dass die Partnerschaften nun in einem Erasmus-Projekt sozusagen manifestiert werden. Erasmus ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, in dessen Vordergrund der Austausch und die Zusammenarbeit verschiedener Nationen steht.

Unter dem Motto „Vier Länder – Ein Meer“ arbeiten Lehrer und Schüler aus Stralsund und den Partnerschulen die kommenden zwei Jahre zusammen. „Wir werden uns in ganz unterschiedlicher Art und Weise mit dem auseinandersetzen, was uns verbindet, die Ostsee“, erklärt Ines Kuhnert. Schwerpunktmäßig geht es dabei um das Leben im Meer (Fische), das Leben am und über dem Meer (Kraniche und Wildgänse) und den Lebensraum am und im Meer (Küstenlandschaften).

Im Verlauf dieser zwei Jahre wird es vier Projekttreffen in jeweils einem Land geben. Den Anfang hat bereits im September Lebork gemacht. „Bei diesen Treffen arbeiten die Jugendlichen natürlich an dem Projekt und tauschen sich aus, aber es bleibt in jedem Fall auch Zeit, um Land und Leute kennenzulernen, die Sprachkenntnisse zu erweitern und vor allem einen kleinen Blick in die große weite Welt zu werfen“, erklärt Sabine Qualmann.

Am Ende wird es nicht nur viele schöne Erinnerungen geben, sondern auch handfeste Sachen. Unter anderem schreiben die Mädchen und Jungen eines Landes gemeinsam eine Geschichte. Diese wird dann an die drei anderen Teilnehmer geschickt und von den Jugendlichen dort illustriert. „Im Ergebnis soll ein Bildband entstehen“, schaut Ines Kuhnert voraus und verrät eine weitere schöne Idee: „Wir in Stralsund beschäftigen uns mit dem Vogel des Glücks, mit dem Kranich.“ Dafür hat die Schule Kontakt zum Kranichzentrum in Groß Mohrdorf aufgenommen. Im Frühjahr wird ein Kranich einen Sender erhalten, die Daten werden an die Diesterweg-Schule geschickt und die Schüler können ihren Kranich virtuell begleiten.

Derzeit gibt es eine erste gemeinsame Schulaktion in allen vier Ländern. Es werden Kraniche gefaltet, mit Glückswünschen versehen und dann im Schulhaus aufgehängt. „Einer Legende nach muss man 1000 Kraniche falten, damit der Glückswunsch in Erfüllung geht“, sagt Sabine Qualmann und fügt mit einem Lachen hinzu: „Im Moment ist das große Kranichfalt-Fieber bei den Schülern ausgebrochen.“

Während des gesamten Projektes steht im Vordergrund, die Menschen und vor allem die Jugendlichen für den Lebensraum Ostsee zu sensibilisieren. „Zum Abschluss werden wir alle gemeinsam ein Versprechen an die Ostsee abgeben“, sagt Ines Kuhnert. Doch wie das genau aussehen soll, wird noch nicht verraten.

Bevor sich im September des kommenden Jahres die Projektteilnehmer in der Hansestadt an der Diesterweg-Europaschule treffen, geht es zunächst im April zu einem Besuch nach Lettland.

Miriam Weber

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