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Stralsund Eine Bodenständige mit großem Fernweh
Vorpommern Stralsund Eine Bodenständige mit großem Fernweh
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03:22 02.09.2013
Einer ihrer Lieblingsplätze auf Rügen ist für Cathrin Münster der Putbusser Park. Quelle: Gerit Herold

Es ist nicht leicht, bei Cathrin Münster schnell einen Termin zu bekommen. „In acht Stunden ist das alles im Moment nicht zu schaffen“, sagt die neue Chefin des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Sie wirkt dennoch gelassen und sortiert. Freundlich lächelnd bittet sie in ihre geräumige Amtsstube im imposanten Kronprinzenpalais am historischen Circus in Putbus, in dem sie seit dem 2. Mai residiert.

Durch das Fenster blickt sie auf den Putbusser Park, durch den sie morgens gern joggt. „Ja, ich bin angekommen“, sagt die Velgasterin, die die Woche über auf Rügen lebt. An ihren Bürowänden hängen die Zertifikate der Unesco für das Rügener Schutzgebiet, dazwischen ein romantisches Bild vom Pfarrwitwenhaus Groß Zicker.

„Das Biosphärenreservat muss attraktiver werden für die Bewohner, die Gemeinden, die Bauern und Fischer“, sagt die 47-Jährige bestimmt. „In der Umweltbildung sind wir richtig gut, aber die regionale Entwicklung müssen wir stärken. Da möchte ich mit allen Partnern gemeinsam ran. Wir können viel mehr, als Naturschutz verwalten“, gibt sie die Zielrichtung vor.

„Wir müssen uns für die neue Förderperiode für Projekte und Investitionen richtig gut aufstellen. Dabei geht es um die Veredlung und Direktvermarktung regionaler Produkte. Es ist unsere Aufgabe, das zu unterstützen.“

Die Agrarökonomin, die aus einem alten Bauerngeschlecht stammt, hat als junge Frau während ihrer Berufsausbildung mit Abitur zum Zootechniker/Mechanisator im VEG Velgast selbst im Stall geschuftet, war „Kälbermietze“ und hat nebenbei die Schulbank gedrückt.

Nach der Wende gehörte sie zu den Ersten, die einen einjährigen Umweltschutzstudiengang an der Uni Rostock absolvieren konnten. Natürlich mit 1.

Einer ihrer Dozenten förderte sie und brachte sie zum BUND. Schließlich baute sie die Regionalgeschäftsstelle Stralsund auf und saß für MV im Verbandsrat. Mit 35 Jahren kam sie zur Naturschutzorganisation WWF, wo sie die letzten zwölf Jahre tätig war. Durch die Zusammenarbeit bei der Vereinbarung zum Befahren der Having oder durch das von ihr mitinitiierte Robbenbotschafterprojekt ist ihr das Biosphärenreservat vertraut.

Eigentlich wollte Cathrin Münster Stewardess bei der Handelsflotte der DDR werden. „Aber der Bruder meines Vaters lebte im Westen, da schloss sich das aus“, erzählt sie. „Ich hatte immer extremes Fernweh“, erinnert sich die in Groß Woltersdorf bei Wismar Geborene.

Der Traum, ans andere Ende der Welt als Entwicklungshelferin zu gehen, platzte im zweiten Studienjahr, als sie schwanger wurde. Er sollte sich erst 1994 erfüllen, als sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn zwei Jahre in den Sudan ging. Es folgten vier Jahre in Nikaragua, wo sie in der Umweltbildung tätig war und ihre Liebe zum russischen Ballett und zu lateinamerikanischen Rhythmen entdeckte.

Sie hat fast jedes Land dieser Erde bereist, aber es zieht sie immer wieder nach Velgast zurück. In „ihr Dorf“, aus dem ihr Mann stammt, den sie 1987 in Sellin heiratete und mit dem sie ein altes Fachwerkhaus ausgebaut hat und am liebsten im Garten herumwerkelt. „Es ist wichtig, Wurzeln zu haben. Ich bin sehr bodenständig“, sagt Cathrin Müller, die stolze Oma einer zweijährigen Enkelin ist.

OZ

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