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Stralsund Eine Villa voll kleiner Schätze
Vorpommern Stralsund Eine Villa voll kleiner Schätze
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00:05 02.09.2016
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD, links), Kita-Leiterin Fanny Jeschke und Sozialministerin Birgit Hesse (SPD, rechts) waren gestern dabei, als die erste 24-Stunden-Kita Stralsunds ihren Namen „Kindervilla Schatzkiste“ erhielt. Fotos (4): Christian Rödel

Sozialministerin Birgit Hesse war gestern gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (beide SPD) zur Namensgebung der ersten 24-Stunden-Kita in Stralsund gekommen. Bereits vor einem Jahr wurde die Einrichtung auf dem Gelände des Helios Hanseklinikums eröffnet, nun trägt sie offiziell den Namen „Kindervilla Schatzkiste“.

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Erste 24-Stunden-Kita heißt jetzt „Kindervilla Schatzkiste“ und erhält Förderung aus Bundesprogramm KitaPlus

Den großen Bahnhof um sie herum ignorierten die Mädchen und Jungen der Kita allerdings gekonnt. Sie quietschten lieber vor Vergnügen über die vielen bunten Luftballons rund um die einstige Admiralsvilla. 30 Kindergarten- und 18 Krippenkinder werden in der „Schatzkiste“ von insgesamt neun Erzieherinnen betreut. „Damit sind wir nun ausgelastet“, erklärte Fanny Jeschke, Leiterin der Einrichtung. Vor einem Jahr hatte der Betrieb mit lediglich sechs Kindern gestartet.

„Ich bin erleichtert, wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke“, sagte Tino Borchert, Geschäftsführer des Trägers der Kita, „Lebensräume“. Auch wenn der Anfang etwas holprig war, laufe jetzt alles gut. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Förderung aus dem Bundesprogramm KitaPlus, mit dem der Bund den Ausbau der Randzeitbetreuung in Kitas unterstützt. In den kommenden drei Jahren erhält die „Schatzkiste“ 400000 Euro. „Damit können wir unsere Elternbeiträge wesentlich moderater gestalten als zu Beginn“, sagte Borchert.

„Für Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, im Krankenhaus oder in der Pflege, als Polizisten oder im Einzelhandel, ist es wichtig, dass es auch in so genannten Randzeiten eine Möglichkeit gibt, die Kinder gut betreut zu wissen“, sagte Schwesig. In der „Kindervilla Schatzkiste“ ist genau das möglich.

„Wir haben jeden Tag 24 Stunden geöffnet, das ganze Jahr“, so Fanny Jeschke. 50 Wochenstunden dürfen die Kleinen maximal in der Einrichtung bleiben. „Wir lassen uns die Wochenenddienste und Nachtschichten von den Eltern nachweisen“, erklärte Tino Borchert. Damit die Kinder nichts verpassen, werden die Bildungsprogramme zweimal am Tag angeboten. „Wer vormittags nicht da ist, kann das am Nachmittag nachholen“, führte Fanny Jeschke aus.

Auf die wohl am meisten gestellte Frage des gestrigen Nachmittags konnte niemand eine Auskunft geben: Was wird aus dem ehemaligen Teehaus, das derzeit eingezäunt und ungenutzt auf dem Gelände steht?

„Wir würden uns freuen, wenn wir das Dornröschentürmchen in Zukunft für die Kinder nutzen können“, sagte Fanny Jeschke. „Ideen haben wir da sehr viele.“

Robert Möller, Geschäftsführer des Hanseklinikums, das Kooperationspartner der Einrichtung ist, wägte ab: „Wir suchen derzeit nach Wegen und Möglichkeiten, um das Türmchen mit Fördermitteln sanieren zu können. Doch Konkretes kann man dazu noch nicht sagen.“ So werden die Knirpse der „Kindervilla Schatzkiste“ also noch ein wenig darauf warten müssen, dass das Dornröschen im Turm erwacht und die Kinder das Haus in Beschlag nehmen können.

Das Haus für den Chef

1938 wurde die Villa für den Klinikchef, den Admiral, gebaut.Bis Anfang der 2000er-Jahre wurde das Gebäude noch vom Ärztlichen

Direktor und Pflegechef genutzt.

Im Oktober 2014 begann die Entkernung des denkmalgeschützten Hauses.

1,4 Millionen Euro investierte das

Helios Hanseklinikum in den Umbau der einstigen Admiralsvilla.

Vor einem Jahr wurde die erste 24-Stunden-Kita Stralsunds eröffnet, gestern erhielt sie offiziell den Namen „Kindervilla Schatzkiste“. 30 Kindergarten- und 18 Krippenkinder können in der Kita betreut werden.

Miriam Weber

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