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Stralsund Einer der schönsten Orgeln wieder Klang eingehaucht
Vorpommern Stralsund Einer der schönsten Orgeln wieder Klang eingehaucht
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00:00 11.03.2013
Oberb�rgermeister Alexander Badrow (l.) und Rolf-Peter Zimmer (r.) gratulieren Hermann-Hinrich Reemtsma zur Stralsunder Ehrenb�rgerschaft.
Stralsund

Es war ein Vormittag der Superlative. Nicht nur, dass Hermann-Hinrich Reemtsma gestern auf seinem Weg in den Löwenschen Saal des Rathauses stehende Ovationen begleiteten. Dort erhielt der Hamburger die Ehrenbürgerwürde für seine außerordentlichen Verdienste für Stralsund im Allgemeinen und die Marienkirche im Besonderen. Damit reiht er sich in einen „erlauchten Kreis“ ein, wie es Pfarrer Christoph Lehnert formulierte. Zu den Geehrten gehören Carl Freiherr von Krassow, Gottfried Kiesow und Herbert Ewe.

In den begleitenden Reden für Hermann-Hinrich Reemtsma beim offiziellen Festakt wurden immer wieder Worte des Respekts und des Danks für seinen unvergleichlichen Einsatz gefunden. In den vergangenen Jahren unterstützte die Hermann-Reemtsma-Stiftung, benannt nach dem Vater des Mäzens, unter anderem die Denkmalpflege in Stralsund. Nutznießer der Förderung war unter anderem die Nikolaikirche, insbesondere die Greiffenheimsche Kapelle. Unglaublich ist jedoch die Unterstützung, die Reemtsma der St. Marienkirche zukommen ließ. „In der weltweiten Denkmalpflege ist es einzigartig, dass ein einziger Förderer ein Orgelprojekt dieses Umfangs völlig ohne Kofinanzierung bewältigt hat“, so Pfarrer Lehnert in seiner Laudatio. Mit 2,3 Millionen Euro finanzierte die Stiftung die Restaurierungsarbeiten an der historischen Friedrich-Stellwagen-Orgel, die zwischen 1653 und 1659 erbaut wurde. Damit nicht genug, werden derzeit mit 600 000 Euro die Sanierungs- bzw.

Restaurierungsarbeiten an den mehr als 120 Quadratmeter großen Querhausfenstern gefördert. „Die Sanierung dieser einzigartigen und zu den größten bleiverglasten Kirchenfenstern der Welt gehörenden Fenster wäre ohne die erneute großzügige Zuwendung nicht möglich“, so der Pfarrer.

Kristian Wegscheider, Orgelrestaurator aus Dresden, hatte extra den weiten Weg zurückgelegt, um die Ehrung Reemtsmas zu erleben. „Ich wollte unbedingt dabei sein und freu mich riesig über diese Ehrung“, so der 59-Jährige, der an der Restaurierung der Orgel mitwirkte. „Es ist großartig, dass das Instrument, das für mich zu den weltweit zehn schönsten Orgeln gehört, Dank der Stiftung wieder neu erstrahlt.“

„Es ist die höchste Auszeichnung, die wir als Stadt vergeben können, und das machen wir mit großem Dank und viel Respekt“, so Rolf-Peter Zimmer, der gemeinsam mit Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) die offizielle Ehrung übernahm. Badrow erklärte weiter, dass mit der Restaurierung der Orgel eine Initialzündung gelungen sei, die diese besonderen Instrumente in das Bewusstsein der Bürger gebracht hat. „Darüber hinaus verknüpfen die Mariengemeinde und das Baltische Orgel Centrum Stralsund über die Orgelmusik mit der Welt“, so das Stadtoberhaupt und erinnerte an den Orgelzyklus im vergangenen Jahr mit Musikern aus aller Welt. „Die Stellwagen-Orgel ist Kristallisationspunkt kultureller Begegnung, musikalischer Entfaltung und internationalen Austauschs geworden.“

Hermann-Hinrich Reemtsma, der 1935 in Altona geboren wurde, war angesichts der Ehrung sichtlich gerührt. „Für unsere Stiftung ist das eine hohe Auszeichnung, und wir sind bewegt, dass wir es waren, die dieser so wichtigen Orgel bei der Generalherstellung zur Seite stehen konnten.“

Reemtsma und seine Stiftung
Hermann-Hinrich Reemtsma wurde 1935 in Altona geboren. Er ist der Sohn des Fabrikanten Hermann Reemtsma und Stifter und Ehrenvorsitzender der gleichnamigen, 1988 ins Leben gerufenen Stiftung.

Er unterstützt neben kulturellen und sozial-mildtätigen Zwecken auch den Denkmalschutz. Jährlich schüttet die Stiftung etwa sechs Millionen Euro an etwa 60 Projekte aus.


Insgesamt wurden aus der Stiftung bisher 75 Millionen Euro für mehr als 400 Projekte ausgegeben. Die Stiftung fördert gemeinnützige Vorhaben in Nord- und Ostdeutschland.


Schwerpunkte sind Baudenkmalpflege und der Erhalt von Kulturgütern, im sozialen Bereich stehen die Förderung von Kindern, Hospizarbeit und Hilfen für psychisch Kranke im Vordergrund.

Miriam Weber

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