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Stralsund Einer von 100 Menschen leidet an Schizophrenie
Vorpommern Stralsund Einer von 100 Menschen leidet an Schizophrenie
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00:01 14.02.2017
Es gibt viele Vorurteile. Betroffene haben es oft schwer, Arbeit zu finden.Professor Georg Schomerus, Universitätsmedizin Greifswald

Menschen mit Schizophrenie leiden nach Überzeugung von Professor Georg Schomerus an zwei Dingen: An der Krankheit selbst und an ihrer Stigmatisierung. „Die Krankheit wirkt wie ein Etikett, das viele Nachteile mit sich bringt. Betroffene sehen sich vielen Vorurteilen ausgesetzt. Ihnen wird oft weniger zugetraut, weswegen sie es zum Beispiel schwer haben, Arbeit zu finden“, sagt der stellvertretende Direktor der Klinik für Psychiatrie der Universitätsmedizin in Greifswald.

Um dieses Problem wird es ab morgen in einer dreitägigen Fachtagung mit rund 450 Teilnehmern aus aller Welt in Stralsund gehen, die Schomerus gemeinsam mit seinem Stralsunder Kollegen Harald Freyberger mitorganisiert hat. Unter dem Titel „Die subjektive Seite der Schizophrenie“ diskutieren Ärzte, Therapeuten, Betroffene und Angehörige im Stralsunder Theater miteinander. Organisiert wird der Kongress von den Kliniken in Stralsund und Greifswald.

Schizophrenie ist laut Georg Schomerus eine sehr schwere Erkrankung, die aber nicht selten auftritt. Seinen Angaben zufolge erkrankt statistisch gesehen einer von 100 Menschen daran. „Es handelt sich dabei um eine tiefgreifende Störung von Wahrnehmung und Denken, die phasenweise verläuft“, erklärt der 43-Jährige. Symptome seien unter anderen Verfolgungsideen, Wahrnehmungsstörungen und sozialer Rückzug. Betroffene glaubten etwa oftmals, Stimmen zu hören.

Die Behandlung von Schizophrenie habe sich in den vergangenen Jahren grundsätzlich geändert. „Früher waren die Leute meistens sehr lange im Krankenhaus. Heute geht es eher darum, ihnen ein selbstständiges Leben zu ermöglichen“, sagt Schomerus. Erreicht werden könne dies, indem die symptomfreien Phasen so weit wie möglich verlängert werden.

Die hiesige Forschung konzentriere sich daher auf die Frage, wie an Schizophrenie erkrankte Menschen am besten versorgt werden können. Außerdem werden Risikofaktoren wie etwa Traumastörungen und Armut untersucht, die zu einer Erkrankung führen können.

Die Tagung findet seit 19 Jahren an Orten wie Berlin, Hamburg und Wien statt. Bereits zum zweiten Mal konnte Professor Harald Freyberger sie durch seine Kontakte nach Stralsund holen.

Tagung zum Thema Schizophrenie vom 15. bis zum 17. Februar im Theater Stralsund. Eine Tageskarte kostet 110 Euro, alle drei Tage 270 Euro, Verpflegung ist inklusive. Kontakt unter 03831/ 452100

OZ

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