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Stralsund Einwohner fordern Radweg für die Schulkinder
Vorpommern Stralsund Einwohner fordern Radweg für die Schulkinder
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15:26 08.05.2018
Die Landesstraße 21 von Barth über Groß Kordshagen bis Niepars verlangt schon dem Autofahrer höchste Konzentration ab. Für Radfahrer ist es noch gefährlicher, denn sie müssen sich mit den Pkw die enge Straße teilen. Deshalb fordern die Gemeinden einen Radweg. Quelle: Retzlaff
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Niepars

Geht es nach den Duvendiekern, sollte lieber heute als morgen eine Lösung für die Schulkinder her, die täglich mit dem Fahrrad nach Niepars fahren. Und genau deshalb hat eine Bürgerinitiative in den letzten Wochen 300 Unterschriften gesammelt, um den Einwohnerwillen klar zu demonstrieren. Die Listen wurden vergangene Woche der Gemeindevertretung überreicht.

„Wir haben hier nicht unsere Verwandten aus ganz Deutschland unterschreiben lassen, sondern wirklich nur Betroffene aus der Region, also aus Duvendiek, Zansebuhr und Niepars“, erklärt Ingo Felgenhauer den Abgeordneten und empfindet 300 Unterschriften schon als gewaltige Zahl, um zu zeigen, wie ernst es den Leuten ist. Das Besondere: Die Einwohner schlagen vor, die alte Trasse von Niepars nach Duvendiek wiederzubeleben. Die führt heute direkt über den Acker, war aber bis 1970 als Weg nutzbar, bevor damals alles umgepflügt wurde.

„Das ist doch relativ schnell machbar. So wie es einst mit dem Radweg nach Zansebuhr passiert ist“, findet Ingo Felgenhauer und betont: „Wenn wir auf den straßenbegleitenden Radweg warten, wird das in den nächsten zehn Jahren wohl nichts, denn wir stehen auf der Prioritätenliste des Straßenbauamtes seit Jahren weit hinten. Deshalb plädieren wir für die schnelle Lösung, der Naturweg ist einfach realistischer“, erklärt der Duvendieker und schiebt hinterher: „Wenn ein Radweg an der L21 zeitnah umzusetzen ist, wäre das natürlich auch unser Favorit. Aber das sehen wir nicht.“ Man wolle auf keinen Fall gegen die Gemeindevertretung arbeiten, sondern setze sich einfach nur für eine schnelle Lösung des Problems ein.

„Wir wollen eine Anbindung von Niepars bis Barth, also für den gesamten Amtsbereich, denn wir dürfen auch Groß Kordshagen und Neu Bartelshagen nicht vergessen. Deshalb bleibt der Radweg direkt an der Landesstraße 21 unser Favorit, auch wenn wir im Moment da von 18 Projekten auf Platz 17 stehen. Andererseits muss man wissen: Baut das Straßenbauamt, ist es auch für die Unterhaltung verantwortlich“, begründet Bürgermeisterin Bärbel Schilling (parteilos), warum sie von einem Schnellschuss nicht viel hält.

Landwirt Rolf Mathiszik, der für die Wählergemeinschaft in der Gemeindevertretung sitzt, sieht das ähnlich: „Bei dem Feldweg würden wir erstens den Acker zerschneiden, dann müssten zweiten die landwirtschaftlichen Fahrzeuge auch diesen Weg nutzen. Das heißt, man kann nicht einfach nur Schotter hinkippen, sondern muss eine vernünftige Fahrdecke draufbringen. Das kostet. Und da reden wir von Millionen. Drittens sprechen wir da auch von verschiedenen Eigentümern.“Er erinnert daran, dass beim Bau des Obermützkower Radweges (auch hier wollten die Eltern, dass ihre Kinder sicher zur Schule nach Niepars kommen), die Eigentümer links und rechts der Trasse mit zur Kasse gebeten wurden. „Und sie müssen dort Schnee räumen, auch daran muss man denken.“

Andrea Baranowski (CDU) gibt zu bedenken, dass so ein Radweg übern Acker auch ziemlich dunkel ist. „Diese Wege sind nicht einsehbar, das heißt, so richtig sicher ist das auch nicht. Da ist die L21-Lösung doch besser. Die Frage ist, wie kommen wir in der Prioritätenliste nach oben.“ Abwinken in der Runde, denn in den letzten Jahren haben die Gemeinden wirklich jeden Politiker-Besuch genutzt, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Doch den zahlreichen Versprechen folgten bisher keine Taten...

Die Vertreter der Bürgerinitiative setzen dagegen, dass ein Fahren auf der Straße im Moment noch viel gefährlicher sei. Man wolle mit einem Teil endlich beginnen, dass sei alles besser als nichts. „Wir wollen nicht noch 30 Jahre warten.“„Mein Vorschlag wäre: Von Ortslage zu Ortslage bauen. Dazu müsste die Gemeinde die Grundstücke pachten und könnte dann selbst bauen. Aber auch das geht nicht von heute auf morgen“, so Rolf Mathiszik. „Wir sind in der Haushaltskonsolidierung. Ich weiß nicht, ob wir dafür einen Kredit bewilligt kriegen“, bleibt die Bürgermeisterin vorsichtig.

Nur Mut - zum Abgucken von Altenpleen

Es ist keine leichte Entscheidung für die Nieparser Gemeindevertretung: Baut man selbst, zahlt man auch und ist für den Radweg verantwortlich. Andererseits hätte Niepars eine relativ schnelle Lösung, denn man darf nach den Erfahrungen der letzten Jahren bezweifeln, dass der Radwegbau an der L21 auf der Liste des Straßenbauamtes von Platz 17 (bei 18 Projekten) fix nach oben rutscht. Vielleicht sollten sich die Gemeinden des Amtes Niepars da mal Rat bei den Nachbarn holen.

In Altenpleener Breiten hatte man nämlich das Vertrösten satt. Alle Gemeinden (auch die nicht direkt betroffenen Kommunen) sparten die Infrastrukturpauschale über Jahre an und bauten dann 2002 den Radweg von Stralsund nach Prohn. Ohne Förderung, dafür aber selbstbestimmt. Seit 2005 (!) ringt man dort nun um die Fortführung der Trasse bis nach Groß Mohrdorf. Im Sommer 2018 soll es endlich losgehen. Diesmal baut sogar das Straßenbauamt.

Zugegeben, wer in Nordvorpommern einen Radweg bauen will, hat es schwer. Aber in Altenpleen hat’s funktioniert.

Sommer Ines

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