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Stralsund Eisbär Thore bittet um Hilfe
Vorpommern Stralsund Eisbär Thore bittet um Hilfe
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07:30 22.04.2013
Der traurige Eisb�r Thore am Samstagnachmittag auf der Stralsunder Hafeninsel. Greanpeace protestierte dort gegen die geplante F�rderung von Erd�l in der Arktis. Fotos (3): Christian R�del Quelle: Christian Rödel

Ein trauriger Eisbär tapst vor dem Ozeaneum auf und ab: Thore geht es nicht gut, denn er fühlt sich bedroht. In seiner arktischen Heimat hat der Klimawandel dafür gesorgt, dass die Ausdehnung des Meereises derzeit so gering wie noch nie seit dem Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungen vor 33 Jahren ist.

Es ist früher Samstagnachmittag auf der Stralsunder Hafeninsel, und Eisbär Thore wird von mitleidigen Blicken der Touristen und Einheimischen verfolgt. Einige Passanten bleiben stehen, viele gehen weiter. Auf einem Transparent vor Thores Bauch steht, was er nicht möchte. Nämlich dass die großen Ölkonzerne eine umweltfeindliche Erdölförderung in seiner Heimat betreiben.

Das scheint einigen flanierenden Leuten dann doch unterstützungswürdig zu sein. Sie bilden eine Traube um Thore. „Reihen Sie sich doch bitte ein, wir wollen ein Menschenbanner in Herzform für die Arktis bilden“, tönt es aus einem Megaphon, in das der 73 -jährige Hamburger Greenpeace-Aktivist Peter Dreller spricht. Der Regionalseminar-Leiter aus dem Team 50+ der internationalen Umweltorganisation schafft es, dass sich genau 98 Frauen, Männer und Kinder aufreihen, um ein symbolisches Zeichen für den Schutz der Arktis zu setzen.

Unter den knapp 100 Leuten ist auch der 15-jährige Stralsunder Paul Pellehn, der gerade seinen französischen Freund Théo Martinet (14) mit seiner Familie aus Poitiers bei La Rochelle (Atlantikküste) in Stralsund zu Gast. „Durch diese Aktion wird man zum Nachdenken angeregt und hinterfragt auch mal seine eigenen Gewohnheiten beim Energieverbrauch“, sagt der Jona-Schüler und fügt hinzu: „Es ist überlebenswichtig für unseren Planeten, alternative Ideen zur Energiegewinnung in die Realität umzusetzen.“

Sein französischer Kumpel Théo, den er bei einem Schüleraustausch kennen gelernt hat, sieht das Problem ähnlich. „Es ist sehr wichtig, dass viele Menschen bei dieser Aktion mitmachen. Dann kommen vielleicht die Unterschriften zusammen“, hofft Théo, der sich zuvor von einer ganz zufällig in Stralsund weilenden französischen Greenpeace-Aktivistin über das Anliegen des Projektes informieren ließ.

„Bis September 2014 streben wir mindestens fünf Millionen gesammelte Unterschriften gegen die geplante Öl- und Gasförderung in der Arktis an“, erklärt Umweltaktivist Peter Dreller. Diese Unterschriften sollen an die Vereinten Nationen in New York übergeben werden, damit die UN-Vollversammlung ein Verbot dieses Vorhabens beschließt.

Bekannt für spektakuläre Aktionen weltweit
Greenpeace wurde 1971 in Vancouver (Kanada) gegründet. Ursprünglich richteten sich die Kampagnen gegen Kernwaffentests. Inzwischen kämpfen die Mitglieder der weltweit gegen Walfang, Überfischung der Ozeane , globale Erwärmung, Zerstörung von Urwäldern und Gentechnik.


Mit spektakulären Aktionen gelingt es immer wieder, die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zu erregen.


Während des Bush-Besuchs in Stralsund (Juli 2006) entrollten Greenpeace-Aktivisten trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen von der Rügenbrücke und vom Turm der Nikolai-Kirche aus Banner mit dem Schriftzug „No Nuke — No War — No Bush“.


Den Kadaver eines vor Wismar Anfang 2006 gestrandeten Finwals entführte Greenpeace, demonstrierte mit dem riesigen Körper vor der Botschaft Japans in Berlin gegen Walfang und brachte ihn dann nach Stralsund, wo er von Experten zerlegt wurde.


Als Partner des Ozeaneums hat Greenpeace die Ausstellung „Riesen der Meere“ finanziert.

Christian Rödel

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