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Energie- Symposium legt Focus auf Wasserstoff

Stralsund Energie- Symposium legt Focus auf Wasserstoff

Wasserstoff als Energiequelle ist in Deutschland derzeit in der Aufbruchphase. So sieht es Werner Diwald, Vorstandsmitglied des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands (DWV).

Stralsund. Wasserstoff als Energiequelle ist in Deutschland derzeit in der Aufbruchphase. So sieht es Werner Diwald, Vorstandsmitglied des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands (DWV). Wie er gestern am Rande des Energie-Symposiums der Fachhochschule Stralsund erklärte, sei die Energiewende in Deutschland derzeit eher eine Stromwende. Dem Wasserstoff müsse daher von der Politik mehr Bedeutung zugemessen werden.

Zum 23. Mal ist die Fachhochschule Gastgeber für Wissenschaftler und Energiewirtschaftler aus aller Welt. Auf dem Symposium beraten rund 100 Fachleute aus Deutschland, Spanien, der Schweiz, Polen und Thailand bis morgen zu Speicherung und energetischer Nutzung des Wasserstoffs sowie zum Wärmemanagement.

Im Wasserstoff, der über eine Brennstoffzelle verstromt werden kann, sehen Fachleute wie Diwald etwa bei der Automobilität deutliche Vorteile gegenüber batteriegespeisten Elektroautos. Hier gebe es mit dem japanischen Hersteller Toyota und seinem Mirai FCV sowie dem koreanischen Autobauer Hyundai mit dem ix35 Fuel Cell Anbieter, die wasserstoffgetriebene Pkw in Kleinserie bauen, die reinen Elektro-Fahrzeugen bei der Reichweite überlegen sind. Als sichtbares Zeichen dafür machte zum Energie-Symposium ein Hyundai mit Brennstoffzelle auf dem Hochschul-Campus Station.

Während sich deutsche Autobauer mit Elektromobilität noch schwer tun, würden in anderen Ländern die Weichen eindeutig gestellt. So wollen etwa Norwegen und die Niederlande ab 2030 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ganz verbieten. So schätzt Viktor Wesselak, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule Nordhausen, ein, dass deutsche Automobilbauer dabei seien, technologischen Vorsprung einzubüßen, weil sie zu lange am Verbrennungsmotor festhielten.

Derzeit sind auf deutschen Straßen etwa 200 Wasserstoffautos zugelassen. Die Chancen dafür stehen gut, dass es mehr werden, wenn die entsprechende Infrastruktur zügig ausgebaut werde. So wird es nach DWV-Angaben bis Ende 2016 deutschlandweit etwa 50 Wasserstofftankstellen geben. Eine davon öffnete die Firma Total im September in Rostock, an strategisch günstiger Stelle zwischen Skandinavien, Berlin und Hamburg. Mit Hilfe des Nationalen Investitionsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie soll das Netz bis 2023 auf 400 Wasserstofftankstellen ausgebaut werden. Das Programm umfasst 1,4 Milliarden Euro, aufgebracht vom Bund und der Industrie. Fachleute schätzen, dass 1000 Wasserstofftankstellen benötigt werden, um dem Bedarf annähernd flächendeckend zu sichern.

Anders sei laut Werner Diwald das Ziel, bis 2050 zu 100 Prozent elektrisch auf deutschen Straßen zu fahren, nicht zu schaffen.

Jörg Mattern

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