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Stralsund Von Stralsund in die Welt
Vorpommern Stralsund Von Stralsund in die Welt
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06:00 07.11.2018
Erasmus-Koordinatorin Ines Plantikow ist überzeugt von der positiven Wirkung des Auslandsstudiums. Quelle: Flemming Goldbecher
Stralsund

Knapp ein halbes Jahr lang hat Janine Ketel in Spanien studiert. Erst im September kehrte die 29-Jährige zurück nach Deutschland. Mitgenommen hat sie neben ihren guten Studienleistungen neue Kontakte in ganz Europa, ausgezeichnete Sprachkenntnisse und jede Menge Lebenserfahrung. Die BWL-Studentin der Fachhochschule Stralsund schreibt derzeit ihre Masterarbeit. Auf ihre Zeit in Spanien blickt sie mit Freude zurück. „Nachdem ich während des Bachelors ein dreimonatiges Praktikum auf Teneriffa absolviert habe, wollte ich im Master unbedingt nochmal ins Ausland“, erzählt die Studentin. „Es ist eine einzigartige Erfahrung in einem fremden Land zu studieren, die ich jedem empfehle.“

Seit 2002 können Studenten von der Fachhochschule Stralsund aus die Welt entdecken. Jeder, der ein Praktikum oder Studium im Ausland absolvieren möchte, kann sich auf einen Platz bewerben. Studierende haben die Wahl zwischen 73 Universitäten in ganz Europa. Eine Garantie in die gewünschte Stadt gehen zu können, erhält jedoch niemand. „Normalerweise kriegt jeder Interessierte einen Platz an einer unserer Partner-Unis. Trotzdem kommt es vor, dass wir Bewerbern, die nach Spanien wollen, einen Platz in Dänemark anbieten, weil die Kapazitäten nicht ausreichen“, sagt die zuständige Erasmus-Koordinatorin Ines Plantikow.

Wer eine Zusage bekommt, wird von der EU gefördert. Die Höhe der Gelder richtet sich nach dem jeweiligen Land und schwankt zwischen 300 und 600 Euro monatlich. Ob man überhaupt für das Erasmus-Programm in Frage kommt, hängt von diversen Faktoren ab. „Sobald es mehr Bewerber als Plätze gibt, entscheidet das Leistungsprinzip“, erklärt Plantikow. Ausschlaggebend sind die Noten, besonderes Engagement, auch außerhalb des Studiums und nicht zuletzt die Sprachkenntnisse. Zumindest Englisch muss ein Erasmus-Student beherrschen.

Studentin Ketel erhielt ihren Wunschplatz. Ihre Sprachkenntnisse spielten dabei eine wichtige Rolle. Sie absolvierte ihr komplettes Studium auf Spanisch. Eine Herausforderung, für die sie den Grundstein bereits vor dem Auslandssemester legte. „Durch den Spanischunterricht in der Schule und mein Praktikum kam ich relativ gut zurecht.“ In Alcoy, der kleinen Stadt in der sie studierte, lebte Ketel mit einer Einheimischen zusammen. Zudem hatte sie regelmäßigen Kontakt zu anderen Spanierinnen und Spaniern, wodurch sie ihre Sprachkenntnisse enorm erweitern konnte. „Ich wollte unbedingt die Nähe zu den Leuten vor Ort und nicht nur zu den anderen Erasmus-Studenten“, so die Masterantin.

Dass sich junge Menschen neben malerischen spanischen Kleinstädten auch für Stralsund interessieren, daran arbeitet die FH Stralsund mit Hochdruck. So sollen zum Beispiel Studenten, die ins Ausland gehen, ihren Kommilitonen die Vorzüge der Hansestadt vor Augen führen. Wer sich für Stralsund entscheidet, bekommt Unterstützung bei der Wohnungssuche und wird bestmöglich ins akademische und gesellschaftliche Leben der Stadt integriert, unter anderem durch internationale Kochabende. „Wir wollen noch viel mehr junge Leute für uns begeistern“, erklärt Koordinatorin Plantikow. „Es sind heute mehr Studenten als vor einigen Jahren. Auch aus Ländern wie Indien. Aber wir stecken noch in den Babyschuhen.“

Dem mancherorts verbreiteten Vorurteil, ein Erasmus-Semester sei nichts anderes als ein EU-finanzierter Partyurlaub, widerspricht sie vehement. „Man muss einen Leistungsnachweis erbringen, der je nach Studiengang unterschiedlich ausfällt. Wer nur feiert statt zu studieren, läuft Gefahr, die Fördergelder zurückzahlen zu müssen. Trotzdem gehört das Feiern dazu, denn so entstehen Kontakte.“ Von der positiven Wirkung des Erasmus-Programms ist Plantikow überzeugt: „Wenn die Studenten nach einem oder zwei Semestern im Ausland wieder in meinem Büro sitzen, sind sie oft viel selbstsicherer. Man merkt ihnen ihre persönliche Entwicklung stark an.“

Flemming Goldbecher

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