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Erfolgreiches Jahr der Dorfgemeinschaft Hohenwieden

Hohenwieden Erfolgreiches Jahr der Dorfgemeinschaft Hohenwieden

Zum Geburtstag kamen 2500 Gäste. Käse und Kartoffeln werden mittlerweile bis Rostock geliefert. Die Reihe „Konzertchen“ erfreut sich großer Beliebtheit.

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Mitarbeiter und Besucher treiben die hofeigenen Gäste beim Martins-Jubiläumsfest im September 2014 gemeinsam in den Stall. Fotos (3): Almut Jaekel

Hohenwieden. Die Kooperation mit dem Globus-Supermarkt erfolgreich gestartet, das 15. Jubiläum mit vielen Gästen gefeiert, an Traditionelles angeknüpft und neue Ideen umgesetzt — für Hans-Peter Fromm, Leiter der SOS-Dorfgemeinschaft in Grimmen-Hohenwieden, war 2014 ein gutes Jahr, und so soll es auch 2015 weitergehen.

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Sebastian Beelke, Bewohner der Dorfgemeinschaft, und Gymnasiastin Lisa Kadow arbeiten während der Bildhauerwoche an einer Skulptur.

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In Hohenwieden leben aktuell 32 betreute Erwachsene, die auch in dortigen Werkstätten arbeiten. 28 weitere Menschen sind in sogenannten Trainingswohnungen in Grimmen zu Hause.

67 Mitarbeiter sind in der SOS-Dorfgemeinschaft beschäftigt, allerdings nicht alle in Vollzeit. Neben der eigentlichen Dorfgemeinschaft gehören das Familienzentrum die SOS-Kita „Herrmann Gmeiner und die Trainingswohnungen zur Einrichtung in Grimmen.

„Es gab ein paar personelle Veränderungen bei uns“, erzählt Fromm. Einen Leiterwechsel im Bereich Arbeit beispielsweise, weil Rolf Martens die Dorfgemeinschaft verließ. Fromm: „Die Stellenausschreibung läuft, wir haben gute Bewerbungen.“ Auch die zur Gemeinschaft gehörende Kindertagesstätte hat 2014 eine neue Leiterin bekommen. Katharina Lucht hält jetzt die Fäden dort in der Hand, nachdem ihre Vorgängerin, Elke Baume, die Einrichtung auf eigenen Wunsch verlassen hatte.

„Nicht nur unser 15. Dorfjubiläum haben wir letztes Jahr feiern können. Auch das SOS-Familienzentrum in Grimmen gab es im März schon ein Jahr“, erzählt Hans-Peter Fromm. Die dortigen Angebote würden gut angenommen, es gebe ein umfassenden Kursprogramm. 4600 Nutzer konnten bereits im Familienzentrum registriert werden. Besonders begehrt seien Angebote des Mutter-Kind-Spielkreises, der Stillgruppe, die Angebote rund um die gesunde Ernährung und Ferienprogramme.

„Die Mitarbeiter kümmern sich auch zunehmend um die Kinder von Migranten und versuchen, sie einzubinden“, sagt der Dorfleiter. Insgesamt habe die Nachfrage nach Beratung, die das Familienzentrum anbietet, zugenommen, weiß Hans-Peter Fromm. Und Hilfe können Ratsuchende dort beispielsweise zu den Themen Erziehung, Schwangerschaft oder Familienbildung erhalten. Wichtig sei dabei die Netzwerkarbeit in Grimmen, die vor allem beim Thema Frühe Hilfen sehr erfolgreich sei.

Eine Erfolgsgeschichte kann auch schon das sogenannte „Rudelsingen“ schreiben. Grimmener und ihre Gäste im Alter von zehn bis 82 Jahren, die einfach Spaß am Singen haben, treffen sich dazu regelmäßig. „Auch Bewohner aus Hohenwieden sind dabei“, sagt Fromm.

Bewährtes im SOS-Dorf sind mittlerweile auch die Konzertchen. „Die sind wirklich sehr erfolgreich“, betont der Leiter. Im Oktober kamen 155 Besucher zu einem Märchenabend für Erwachsene — ein absoluter Spitzenwert.

Zu den erfolgreichen Traditionen in Hohenwieden gehört auch die Bildhauerwoche, die jährlich gemeinsam mit dem Grimmener Gymnasium durchgeführt wird. Neuer ist dagegen ein Austausch mit einer Partnereinrichtung in der Partnerstadt Czaplinek; vier junge Erwachsene besuchten das SOS-Dorf 2014. Sie arbeiteten gemeinsam im Projekt „LandArt“ mit Materialien aus der Natur, wie Steinen, Ästen, Gräsern. „Für 2015 ist das jährliche gemeinsame Fußballspiel wieder mal in Czaplinek geplant. Der Besuch ist für April/Mai vorgesehen“, so der Dorfleiter.

Ein Höhepunkt 2014 war der Tag des offenen Hofes im Juni, der gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Produktionsgesellschaft Grimmen West in Leyerhof und Hohenwieden organisiert wurde.

Das Hauptereignis stand im September mit dem Michaelifest und dem 15. Geburtstag der Einrichtung auf der Tagesordnung. „2500 Besucher wurden dabei gezählt. Programm und Stimmung waren gut, Gäste und Bewohner hatten viel Spaß, alle waren toll engagiert“, resümiert der Chef. Bestimmte Dinge beim Michaelifest seien bereits Standards, andere wären neu. So wolle man noch mehr hofeigene Produkte verkosten, 2015 gab es bereits eigene Fischbrötchen.

Im Bereich Wohnen standen ebenfalls Veränderungen an. Fromm: „Wir haben ein neues Hausbetreuerpaar. Und wir haben einige Überlegungen gestartet, wie wir das selbstständigere Leben besser gestalten können.“ Eine Zwischenform zwischen Hausgemeinschaft und Trainingswohnen soll in einer Außenwohngruppe in Hohenwieden starten.

Befassen muss sich das Betreuer-Team auch immer mehr mit dem Thema Älterwerden der Bewohner. „In eineinhalb Jahren geht unser erster Bewohner in Rente. Das bedeutet für ihn und uns völlig veränderte Tagesstrukturen, aber auch andere Betreuungsrahmen“, blickt Fromm voraus. „Diese Aufgaben gehen wir 2015 an.“ Zwei neue Wohneinheiten sind deshalb im Gespräch.

Im Werkstattbereich — es gibt Landwirtschaft und Hauswirtschaft, eine Weberei, eine Tischlerei und eine Käserei — war die Kooperation mit dem Globus-Supermarkt in Rostock-Roggentin ein wichtiger Schritt für das Dorf. „Unsere Zusammenarbeit läuft jetzt unkompliziert“, freut sich der Leiter. Bio-Kartoffeln und verschiedene Sorten Käse aus Hohenwieden werden jetzt in Rostock angeboten. In der Landwirtschaft sei generell viel passiert. Die Schweine fühlen sich im Freiland-Gehege wohl, und das Gänseprojekt wurde weiterentwickelt.

„Im Bereich Hofladen und Café haben wir 2014 versucht, stärker Veranstaltungen während der Öffnungszeiten anzubieten, um beides noch attraktiver zu gestalten“, sagt Hans-Peter Fromm. Ein Afrika-Vortrag, Theatervorführungen und eine Kräuterwanderung mit mehr als 70 Gästen gehörten dazu.

Hohenwieden ist auch ein Ausbildungsbetrieb: Im zweiten Ausbildungsjahr ist derzeit ein angehender Heilerziehungspfleger, im ersten ein Erzieher. „Wir bilden auf der Basis der Teilzeitausbildung aus, wie es sonst in MV nicht üblich ist. Das bedeutet: Die jungen Leute lernen praktisch in der SOS-Gemeinschaft. Die theoretische Ausbildung erhalten sie an der Beruflichen Schule in Neuruppin.“

 



Almut Jaekel

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