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Expedition in Grießbachs grüne Garage

Franzburg Expedition in Grießbachs grüne Garage

Erlebnisreicher Abschluss der Jahresveranstaltung der Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung

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Karl-Heinz Grießbach, Martina Nösse, Luise Thamm, Lothar Wölfel, Kurt Rudnick, Ingrid Schwießelmann, Hannelore Wegner und Uwe Simmrow (v. l.) stehen neben einem Rehbock in der Ausstellung in Franzburg.

Quelle: Susanne Retzlaff

Franzburg. Mit einer Expedition in Karl-Heinz Grießbachs grüne Garage in Franzburg ist am Sonntag die Jahresveranstaltung der Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung am Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie beendet worden. Etwa 25 ehrenamtliche Naturschutzaktivisten tagten seit Freitag in Zarrentin. Einige von ihnen besuchten am Sonntagmorgen eine Ausstellung, die normalerweise zu den Menschen kommt. Karl-Heinz Grießbach will für die Natur vor der eigenen Haustür begeistern, die aber muss man erst einmal kennenlernen, am besten schon im Kindesalter.

Und dafür sorgt er mit seiner mobilen Wanderausstellung, die er nur mit privater Unterstützung aufgebaut hat. Seit über 17 Jahren bringt er Kindern Tiere und Pflanzen nahe, lädt rund 40 Präparate in sein Auto und besucht Schulklassen. „Mein Ziel ist es, Neugier zu befriedigen und Neugier zu schaffen", erklärt der gelernte Tischler aus Sachsen. „Bei der Arbeit in der Schule ist besonders wichtig, dass die Kinder die Tiere streicheln können.“

Seine beachtliche Sammlung umfasst fast 1000 Exponate, darunter diverse Tabletts mit verschiedenen Pilzplastiken, fünf Schaukästen mit Faltern und Käfern, plastische Nachbildungen von Schnecken, Muscheln, Amphibien und Reptilien, plastinierte Kleinsäuger, 41 der 53 in Vorpommern bekannten Säugetiere sowie 133 Vogelarten, dazu Tierläufe und ihre Abdrücke. International ausgezeichnete Präparatoren fertigten Fuchs und Vögel, zwei Drittel stammen aus dem Haus des Präparatorenweltmeisters von 2008, Dirk Opalka. Inzwischen legt Jugendmeister Thomas Labahn Hand an. Vor 16 Jahren bekam Grießbach, der die Gäste in Middelhäger Fischertracht empfing, den Umweltpreis für sein Projekt „Schwalbenpreis“.

Kaum in der Garage, kamen die Naturfreunde ins Fachsimpeln. Pilzberaterin Hannelore Wegner bewunderte den Dachshaarpinsel zum Pilze putzen und erklärte überzeugend, warum man den Kochlöffel vom einst so beliebten Krempling lassen sollte.

„Die Falter bleichen aus, wenn sie zuviel Licht bekommen,“ warnte Kurt Rudnick (Franzburg), der sich seit 1967 mit der Erfassung der Insekten Mecklenburg-Vorpommerns beschäftigt und verriet, dass es 561 Arten von Wildbienen in Deutschland gibt. „Ich bin begeistert,“ sagte Uwe Simmrow aus Anklam und bewunderte das sortierte Gefieder der Stockente.

Biologe Lothar Wölfel war lange im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie für den Artenschutz tätig, in dem nun Martina Nösse wirkt und Grießbachs Aktivitäten zu schätzen weiß. Eine Führung durch den Franzburger Kräutergarten mit würzigen Anekdoten und Süppchen sollte das Programm der Naturschützer abrunden.

Susanne Retzlaff

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