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Explosion in Biogasanlage: Flammen wüten in Oebelitz

Oebelitz Explosion in Biogasanlage: Flammen wüten in Oebelitz

300 Feuerwehrleute aus der gesamten Region sind seit Sonntagabend im Einsatz / Schaden nach dem Großbrand wird auf 750000 Euro geschätzt

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Nach einer Explosion in der Biogasanlage in Oebelitz muss die Feuerwehr meterhohe Stichflammen bekämpfen. Fotos (2): Raik Mielke

Oebelitz. Der Brand einer Biogasanlage in Oebelitz hält 160 Feuerwehrleute aus der gesamten Region in Atem. Insgesamt sind bei dem Einsatz seit Sonntagabend, 18.30 Uhr, über 300 Feuerwehrleute vor Ort. „Ich war zu diesem Zeitpunkt noch in der Anlage beschäftigt“, sagt Firmenchef Elard Raben und erklärt: „Ich habe sofort die Einsatzkräfte alarmiert.“

OZ-Bild

300 Feuerwehrleute aus der gesamten Region sind seit Sonntagabend im Einsatz / Schaden nach dem Großbrand wird auf 750000 Euro geschätzt

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Als die Retter der Feuerwehr Richtenberg an der Biogasanlage eintreffen, peitschen die Flammen bereits meterhoch in den Oebelitzer Abendhimmel, und dicke Rauchschwaden ziehen in Richtung Landesstraße. „Die Feuerwehrleute haben sofort sehr umsichtig gehandelt“, sagt Hans-Jürgen Krauel. Der Amtswehrführer von Franzburg-Richtenberg meint damit, dass die Brandbekämpfer die Gefahr der austretenden Schwefelsäure, die durch einen chemischen Prozess in der Anlage entsteht, erkennen und den Löschangriff mit Wasser nicht aufnehmen.

Immer mehr Fahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes, des Katastrophenschutzes und Spezialisten des Landkreises Vorpommern-Rügen treffen im Minutentakt am Unglücksort ein. „Ich war einer der Ersten vor Ort. Schon von weitem sah ich eine für einen normalen Brand untypische lilafarbene Flamme, die für eine Verpuffung spricht“, erinnert sich Hans-Jürgen Krauel gestern Vormittag und betont: „Wie sich später herausstellte, handelt es sich tatsächlich um eine Explosion.“

Das nachalarmierte Grimmener Tanklöschfahrzeug trifft genau zum richtigen Zeitpunkt ein. „Wir konnten aus sicherer Entfernung durch Einsatz des Monitors vom Fahrzeugdach aus die Flammen ersticken und den giftigen Rauch nach unten drücken “, erklärt Grimmens Wehrführer Olaf Clasen. Bei dem Monitor handelt es sich um ein sogenanntes Schwerschaumrohr.

Einige Meter vom Brandherd entfernt wird eine Dekontaminationsdusche aufgebaut. „Alle am Einsatz beteiligten Kameraden mussten sich dort reinigen“, sagt Hans-Jürgen Krauel. Die Schutzkleidung kommt samt Pressluftatemgeräten auf einen extra angelegten Platz. Sie sind vorerst nicht einsetzbar.

Wegen des giftigen Qualms wird die Landesstraße 192 im Bereich des Brandherdes voll gesperrt. Durch den günstig stehenden Wind können die Anwohner des Ortes in ihren Häusern bleiben und werden mittels Lautsprecherdurchsagen der Polizei gebeten, Fenster und Türen zu schließen. Ein Evakuierungsplan steht bereit.

Auch gestern Mittag, also 17 Stunden nach Ausbruch des Brandes, ist der Einsatz längst nicht beendet. Spezialisten nehmen Löschwasserproben und besprechen mit Elard Raben die Entsorgung der Gärreste, in denen sich immer noch Glutnester befinden. „Ein Glück, dass die Feuerwehrleute so schnell und gut reagiert haben“, sagt der Anlagen-Chef.

Biogas-Halle abrissreif

300 Einsatzkräfte waren insgesamt beim Brand der Biogasanlage in Oebelitz vor Ort.

Auf bis 750000 Euro wird der Schaden an der Biogasanlage geschätzt. Die betroffene Halle muss komplett abgerissen und wieder aufgebaut werden.

14 Feuerwehrmänner werden nach dem Einsatz vorsorglich im DRK-Krankenhaus Bartmannshagen und im Klinikum Stralsund behandelt.

Insgesamt 47 Kameraden wurden vor Ort vom Notarzt untersucht.

Raik Mielke und Claudia Noatnick

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