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Fahrradständer mit dem Besenstiel verteidigt

Stralsund Fahrradständer mit dem Besenstiel verteidigt

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Das Pärchen wurde wach, weil vor dem Haus jemand erzählte. Die Stimme, die da forderte, dass jemand rauskommen solle, war durch das angekippte Schlafzimmerfenster gut zu hören. Ungewöhnlich war der Zeitpunkt am frühen Morgen: Die Zeiger des Weckers standen auf kurz vor zwei.

„Der junge Mann spähte durch den Vorhang nach draußen“, berichtet Kriminalhauptkommissar Heiko Lutzke. „Dort sah er einen Mann, der sich an den abgestellten Fahrrädern zu schaffen machte.“ Also fasste er sich ein Herz und einen Besenstiel – für den Fall der Fälle – und lief die Treppe hinunter. Der Mann vor dem Haus machte einen seltsamen Eindruck – wirkte wie angetrunken, ohne dass man eine Fahne roch. Zudem hing der Gürtel etwas aus den Schlaufen und der Hosenstall stand offen. Aber: „Der nächtliche Ruhestörer hatte schon eines der Fahrräder in der Hand“, weiß der Kriminalist.

Was er mit dem Fahrrad wolle, rief der Anwohner dem Fremden zu. Der bellte zurück, dass dies einem Kumpel gehören würde. Sein Gegenüber wusste jedoch, dass dies nicht stimmen konnte. Deshalb ließ er nicht locker und forderte den Ausweis des Verdächtigen. Das brachte ihm ein „Verpiss-dich“ ein, das wiederum mit der Drohung beantwortet wurde, dann eben die Bullen zu holen.

Jetzt ließ der Mann am Zweirad den Lenker los und ging auf den Anwohner zu. Dieser riss seinen Besenstiel nach vorn, und es entspann sich eine Rangelei um die Oberhand über den Stock.

In deren Ergebnis floh das Böse – ohne Fahrrad – und die Gerechtigkeit triumphierte. „Schon während der Streit vorm Haus zu eskalieren drohte, hatte die Freundin des aufmerksamen Hausbewohners die Kollegen auf dem Revier alarmiert“, erzählt Heiko Lutzke die Geschichte weiter. Die Polizeistreife konstatierte einen versuchten Diebstahl und sah sich noch etwas am Tatort um. „Dabei entdeckten sie eine Krankenkassenkarte mit Lichtbild auf dem Boden“, sagt der Ermittler. Und darauf erkannte der Fahrradverteidiger den Flüchtigen wieder. Und um ganz sicher zu gehen, musste er den Verdächtigen später bei der Zeugenvernehmung unter verschiedenen anderen Lichtbildern wiedererkennen, was ihm nicht schwerfiel.

Der Verdächtige wiederum war für die Beamten kein Unbekannter. „Der 28-Jährige hatte es in den letzten 15 Jahren immerhin auf 15 Einträge in unserem Computer gebracht“, weiß Lutzke, „darunter schwerer Diebstahl und Betäubungsmittelmissbrauch“. Für den Kriminalisten passt das durchaus zu dem seltsamen Auftreten, dass der Zeuge beim ersten Anblick des vermuteten Raddiebes beschrieben hatte.

„Auch gehört Fahrraddiebstahl in der Drogenszene zur Beschaffungskriminalität.“

Gern hätte der Ermittler den Delinquenten dazu befragt. Doch der zog es vor, der Einladung zum Gespräch nicht zu folgen. So geht die Akte mit den Ermittlungsergebnissen samt Anzeige wegen versuchten Diebstahls zum Staatsanwalt, der sich sich darauf einen Reim machen wird. Übrigens: Der Verdächtige hat inzwischen bei seiner Krankenkasse eine neue Karte beantragt. Die alte habe er irgendwie verloren, soll es in der Begründung geheißen haben.

Jörg Mattern

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