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Stralsund Fall Grieser: Beide Parteien ziehen Berufung zurück
Vorpommern Stralsund Fall Grieser: Beide Parteien ziehen Berufung zurück
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14:08 10.01.2019
Am Landgericht Stralsund war die Berufsverhandlung im Fall Grieser angesetzt. Quelle: Reinhard Amler
Stralsund

Überraschung im Fall Grieser gestern am ersten Tag der Berufungsverhandlung im Landgericht Stralsund. Nachdem sich Richterin, Staatsanwalt und Anwalt hinter verschlossenen Türen in einem Rechtsgespräch verständigt hatten, nahmen beide Seiten die Berufung zurück. Damit ist das Urteil aus dem Prozess vor dem Stralsunder Amtsgericht vom 31. Mai 2017 rechtskräftig.

Steffen Grieser, ehemaliger Leiter der Abteilung Schule, Sport und Zentrales Gebäudemanagement in der Stralsunder Stadtverwaltung, war wegen Vorteilsannahme im Amt zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt worden – ausgesetzt zu einer dreijährigen Bewährung (OZ berichtete). Außerdem muss der Ex-Rathausmitarbeiter 320 Stunden gemeinnützige Arbeit im Stralsunder Zoo leisten. Zudem hat der heute 55-jährige Jugendsozialarbeiter, der noch bis März 2017 bei der Hansestadt angestellt war und dann per Auflösungsvertrag ausschied, den zwischen 2007 und 2014 erlangten finanziellen Vorteil zurückzuzahlen.

Diesen hat das Amtsgericht nach neun Verhandlungstagen schließlich mit 82000 Euro beziffert, einerseits resultierend aus zwei Arbeitsverträgen mit einer Stralsunder Reinigungsfirma, die Grieser monatlich je 392 Euro netto zahlte. Außerdem sah es das Schöffengericht damals als erwiesen an, dass das Reinigungsunternehmen Grieser einen Mercedes zur Verfügung stellte. Die geschätzt 60 000 Euro teure E-Klasse konnte der damalige Sportamts-Chef dienstlich und privat nutzen. „Der Angeklagte hatte sich damit über Jahre schmieren lassen“, begründete die Staatsanwaltschaft damals.

Wegen der Höhe dieses Vorteils, dem so genannten Einziehungsbetrag von 82000 Euro, hatten sowohl Griesers Verteidiger – der wollte die Summe minimieren – als auch die Staatsanwaltschaft – die wollte zusätzlich einen Betrag vom Konto der Ehefrau des Angeklagten einziehen – gegen das Urteil Berufung eingelegt. „Wir sind in unserem Gespräch die rechtlichen Fragen durchgegangen, die sich ergeben haben, denn das Urteil ist ja nun schon eine Weile her“, sagte die Richterin, die sich im Gerichtssaal hinter das Ergebnis des Amtsgerichtes stellte.

Mit der nun erfolgten Rücknahme der Berufung von beiden Seiten ist der Fall Grieser für das Gericht abgeschlossen. Im Vorfeld hatte bereits der damals mitangeklagte Chef der Stralsunder Reiningungsfirma seinen Berufungsantrag zurückgezogen. Als Vorteilsgewährender war er in dem gleichen Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung, verurteilt worden.

Ines Sommer

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