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Falsche Kennzeichen und 1,27 Promille

Stralsund Falsche Kennzeichen und 1,27 Promille

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung. Hier geben Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Die quietschenden Reifen nachts um drei Uhr im Kreisverkehr am Theater hörten die Polizisten im Streifenwagen sogar durch die geschlossenen Autoscheiben. Ein Grund, einmal etwas genauer nachzuschauen, wer es am frühen Morgen schon so eilig hatte. Doch als der Fahrer des Saab mit Demminer Kennzeichen die Polizei hinter seinem Auto auftauchen sah, drückte er aufs Gaspedal.

„Es muss ziemlich zügig vorwärtsgegangen sein, denn die Kollegen verloren das Auto für eine kurze Zeit aus den Augen“, berichtet Kriminalhauptmeister Heiko Lutzke. Am Fährwall stand der Saab brav in einer Parklücke. Der Streifenwagen wäre beinahe vorbeigefahren, wenn nicht zufällig die Bremslichter an dem geparkten Auto aufgeleuchtet hätten.

„Der Fahrer saß hinterm Lenkrad und hatte ein Handy in der Hand“, erzählt der Kriminalist die Geschichte weiter. Der Mann kam den Polizisten sehr bekannt vor. Kein Wunder, hatten sie ihn doch unlängst erst nach einer Raserei im Stadtgebiet mit gefälschten Kennzeichen am Fahrzeug gestoppt.

„Auch dieses Mal war schnell klar, dass die Kennzeichen nicht zum Saab gehörten, sondern als gestohlen gemeldet waren“, berichtet Lutzke. Kleiner i-Punkt waren falsche Plaketten der Hauptuntersuchung. Darüber hinaus konnte der Saab-Lenker mit einer ordentlichen Alkoholfahne aufwarten, die laut Messgerät bei gepusteten 1,27 Promille lag.

An den Anzeigen hatten die Polizisten eine Weile zu schreiben. Die Tatvorwürfe gegen den Demminer lauteten: Trunkenheit im Verkehr; Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz, da der Saab nicht zugelassen war; Fahren ohne Fahrerlaubnis; Kennzeichendiebstahl und -missbrauch; Urkundenfälschung wegen des Anbringens der HU-Plaketten und nicht zuletzt Steuervergehen, weil für das Fahrzeug keine Kfz-Steuer gezahlt worden war.

Selbst für den Kriminalisten erstaunlich: Nahezu mit denselben Straftaten war der Mann vier Wochen zuvor aufgefallen. Auch sonst hat der Verdächtige mit 16 Eintragungen im Polizeicomputer ordentlich vorgebaut. „Viele davon wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis“, so Lutzke.

Mit Kavaliersdelikten kann der Kriminalhauptmeister dieses Verhalten nicht abtun. „Hätte der Mann bei seinen Rasereien jemanden angefahren oder ein fremdes Auto verbeult, so wären die Opfer wohl auf dem Schaden sitzengeblieben, da er unversichert unterwegs war.“ Und ob er in der Lage gewesen wäre, Schadenersatzforderungen aus der eigenen Tasche zu begleichen, das musste erst einmal offen bleiben.

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Polizeigespräch

 



Jörg Mattern

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