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Familiengeschichte führt in die Mönchstraße

Stralsund Familiengeschichte führt in die Mönchstraße

„Bloß nicht auf Sand bauen“ — Lesung mit Ute Remus.

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Ute Remus bei ihrer Lesung in der Stadtbibliothek.

Quelle: Nicole Müller

Stralsund. Sie wurde mitten im Zweiten Weltkrieg geboren. Wegen des Eintrags in der Familienbibel „Mönchstraße 47“ kam Ute Remus 1990 das erste Mal nach Stralsund. Es war eine der Stationen zur Recherche ihrer eigenen Familiengeschichte, die sie unter anderem auch zur polnischen Gewerkschaft „Solidarnosc“ führte.

Die Ergebnisse seien mager geblieben, sagt die ehemalige Redakteurin und Moderatorin des WDR. Aber das sei ein Glücksfall, denn so sei das Buch „Bloß nicht auf Sand bauen“ entstanden.

Als Ute Remus ihr dieses Jahr im Ralf Liebe Verlag veröffentlichtes Werk in der Stadtbibliothek vorstellte, fehlt der Sinn für Witz und Ironie nicht. Zu dem Titel habe ihr der „Opa Ostsee“ im Traum geraten. Die Autorin zeigt die unerschütterliche Art ihrer Familie, mit Rückschlägen umzugehen. Zum Anlass der Nachforschungen sagt die in Brühl lebende Autorin: „Mich hat interessiert, wie meine Eltern in ihrer Jugend waren.“ Außerdem sei ihr der Tod ihrer Schwester — ein Tabuthema — immer ein Rätsel geblieben.

Bei der Schilderung der Hochzeit der Mutter Klara und des Vaters Ferdinand in Stolpe ist noch alles gut. Die pommersche Idylle lädt zum Träumen ein. Doch als der Traum vom eigenen Rittergut Mitte der zwanziger Jahre an der Landwirtschaftskrise scheitert, beginnt für die Familie eine Odyssee. 1931 zieht sie nach Stralsund. Der Vater mietet einen kleinen Laden, nennt sich Immobilienmakler. Von dort aus geht es weiter in das besetzte Polen, danach folgen Frankreich, Hamburg und Rostock.

Mit klassischer Schauspielausbildung und jahrelanger Fernseh- und Hörfunkerfahrung präsentierte Ute Remus eine Mischung aus Fiktion und Realität.

Während ihrer Berufstätigkeit habe sie immer nur für die Schublade geschrieben. Seit ihrem Ruhestand 2002 hat die Autorin neben mehreren biografischen Texten auch Gedichte und zwei Theaterstücke veröffentlicht.

Die Zuhörer bewundern den Mut, so viel von sich preiszugeben. Von der Geschichte der Ostpreußen entwickelt sich die Diskussion hin zu den syrischen Flüchtlingen in der Gegenwart. Um zu zeigen, was Krieg mit den Menschen macht, ermuntert Ute Remus alle, ihre persönlichen Erinnerungen niederzuschreiben.

 

nm

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