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Stralsund „Faszinierend, was man mit diesem Ball machen kann“
Vorpommern Stralsund „Faszinierend, was man mit diesem Ball machen kann“
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01:18 02.05.2018
Sophia Scheel (27) vom SV Medizin Stralsund konzentriert an der Tischtennisplatte. Quelle: Foto: Georg Weckbach

Sophia Scheel gehört zu den erfolgreichsten Tischtennis- Sportlerinnen im Land. Beim Pomerania-Cup vertritt die 27-Jährige den SV Medizin und hofft auf einen Podestplatz. Die OZ sprach mit der gebürtigen Berlinerin über ihre Leidenschaft für Ballsportarten.

Wie sind Sie zum Tischtennis gekommen?

Sophia Scheel: Ich spiele, seitdem ich sechs Jahre alt bin. Ich glaube, damals hingen in der Vorschule oder im Kindergarten Flyer aus. Beim Training wurde mir gesagt, dass ich ein gutes Ballgefühl habe. Tischtennis war damals aber nicht meine größte Leidenschaft, parallel habe ich in Berlin Fußball gespielt. Nachdem ich dann in Stralsund war, habe ich leider keine richtige Möglichkeit für Fußball gefunden, da es für Mädchen zu dieser Zeit nichts gab und ich zu alt war, um mit Jungs spielen zu dürfen – also wurde Fußball gestrichen und dann hieß es nur noch Tischtennis.

Dabei gab es ein paar Unterbrechungen, zum Beispiel durch einen Auslandsaufenthalt.

Was macht die Sportart Ihrer Meinung nach aus?

Ich liebe einfach Ballsportarten. Es hätte auch Fußball sein dürfen, aber sollte wohl nicht sein. Tischtennis ist schnell, erfordert eine gute Reaktion und Konzentration und ist meiner Meinung nach auch ein emotionaler Sport, der eine gute Mentalkraft erfordert. Und es ist einfach faszinierend, was man mit diesem kleinen Ball durch Rotation und ein gutes Händchen anstellen kann. Am coolsten ist es, wenn man so viele spektakuläre und lange Ballwechsel wie möglich mit seinem Gegenüber spielen kann. Und wenn man die dann noch für sich entscheidet, ist das ein super Gefühl.

Sie haben bereits einige Titel gewonnen, Ihr größter Erfolg?

Auf jeden Fall, dass ich 20-mal Landesmeisterin geworden bin, sowohl im Einzel als auch im Doppel und gemischten Doppel. Außerdem durfte ich bei den Norddeutschen Meisterschaften und beim Bundesranglistenturnier Top 48 starten. Da gab es zwar nicht viel zu holen, aber es war immer eine Erfahrung wert. Vergangenes Jahr wurde ich mit Marianne Lutz Landespokalsiegerin im Doppel, das war auch toll.

Am Wochenende stehen Sie wieder an der Platte. Mit welchem Ziel starten Sie beim Pomerania-Cup?

Mein Ziel ist auf jeden Fall das Treppchen. Ich mache mir da aber keine großen Gedanken, weil der Spaß hier im Vordergrund steht. Ich hoffe auf eine gute Damenkonkurrenz, auch aus anderen Städten.

Was macht den Wettbewerb aus?

Es ist ein Turnier nicht nur für Spieler aus MV, sondern aus ganz Deutschland und sogar international. Es gibt immer Teilnehmer aus Schweden und Polen, aus unsereren Partnerstädten Stargard und Malmö, die man schon seit vielen Jahren kennt. Für mich ist das Besondere, dass mein alter Verein aus Berlin, bei dem ich das Tischtennisspielen gelernt habe, auch seit einigen Jahren dabei ist.

Treten Sie nur im Einzel an?

Nein. Ich spiele Einzel bei den Damen (Stadtmeisterschaften) und im Zweier-Team bei den Damen (Pomerania Cup) mit Marianne Lutz. Vielleicht ist ja auch wieder ein Titel drin. Möglicherweise bekommt mich die Turnierleitung parallel noch bei den Herren unter, dann habe ich noch eine Kategorie mehr zu spielen – das wäre reizvoll, weil die Herren sehr stark besetzt sind.

Es macht Ihnen also nichts aus, gegen Männer anzutreten?

Im Gegenteil. Bisher habe ich Bezirksliga und Landesliga gespielt, und immer im Herren-Team. Ich denke, das hat mir viel gebracht. Männer spielen ja doch mit einer etwas anderen Härte. Mit den Damen oder gegen andere Frauen konnte ich immer nur bei Ranglisten oder Turnieren spielen.

Das ändert sich ja bald. In der kommenden Saison dürfen Sie beim TSV Rostock Süd in einer Damen-Mannschaft antreten. Wie kam es dazu?

Einerseits war es mein eigener Wunsch. Auf der anderen Seite war Rostock auf der Suche nach Verstärkung für die Verbandsoberliga. Ich habe dann gar nicht lange überlegt. Und wenn man gebraucht wird, weil man anscheinend das Zeug dazu hat, umso schöner! Ich habe noch nie so wirklich in einer Damen-Mannschaft gespielt und schon gar nicht höherklassig. Es gab bislang recht wenig Möglichkeiten, mich mit anderen Sportlerinnen zu messen. Umso schöner ist die Chance, mich mit den Mädels aus MV in die Verbandsoberliga zu stürzen. Ich freue mich auch, dass ich weiter in Stralsund trainieren darf und willkommen bin. Ich werde dann zwar zwei Vereine haben. Im Herzen bleibe ich aber Stralsunderin.

Interview: Manuela Wilk

Info: Der Pomerania Cup findet am 3., 5. und 6. Mai in Stralsund statt.

OZ

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