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Feinstaub und Ammoniak auf der Spur

Zingst Feinstaub und Ammoniak auf der Spur

bekommt eine neue Messstation. Für 723 000 Euro entsteht ein hochmodernes Gebäude.

Zingst. Die Baugrube ist schon ausgehoben. Viel mehr ist von der neuen Messstation des Umweltbundesamtes noch nicht zu sehen, die zurzeit etwa drei Kilometer östlich von Zingst im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft entsteht.

723 000 Euro investiert der Bund insgesamt in die Neugestaltung des Geländes. Die alte Station — ein grauer Flachbau aus der 1980er-Jahren — wird danach abgerissen. „Sie entsprach einfach nicht mehr den Standards“, sagt Umweltbundesamtsmitarbeiter Axel Eggert. „Vor allem was die Energievorgaben des Bundes betrifft. „

Seit 1991 ist die halbautomatische Messstelle eine von deutschlandweit sieben Stationen im Luftmessnetz des Umweltbundesamts. Hier wird die Belastung der Luft untersucht — also der Gehalt von Klimagasen und Luftverunreinigungen, die teilweise über weite Räume die Luft verschmutzen und dabei Natur und Mensch schaden können. Es geht zum Beispiel um krebserregenden Feinstaub, Ozon, Kohlenwasserstoffe, Quecksilber und viele weitere Gase. Dieses Belastungslevel liefert dann die Basis, um die Werte an anderen Orten in Deutschland und letztlich weltweit einzuschätzen. Die Daten aus diesen Langzeitbeobachtungen werden zum Beispiel für politische Entscheidungen zu Rate gezogen.

35 Mitarbeiter sind für die Luftmessung des Umweltbundesamt tätig. In diesem Rahmen ist die Station in Zingst eine von den kleineren. Die neue Messstation baut der Betrieb für Bau und Liegenschaften MV (BBL). Im Entwurf sieht der Neubau eher wie ein kleines Landhaus aus: Etwa 100 Quadratmeter Fläche, eingeschossig mit Satteldach und einer Plattform für die Messinstrumente auf dem Dach. Die Hauptverantwortliche Wibke Lunow bekommt leuchtende Augen, wenn sie von den Details spricht: Holzrahmenbauweise, Zellulosedämmung, Kautschuk-Bodenbeläge. Dazu eine Luftwärmepumpe für die Heizung und Solarzellen auf dem Dach zur Energiegewinnen. „Alles soll so nachhaltig wie möglich gestaltet werden“, sagt Wibke Lunow. „Nachwachsende und hier beheimatete Rohstoffe sind besonders wichtig.“

Zudem muss alles genau dokumentiert werden. Nur so könne am Ende das angestrebte BNB-Gütesiegel der Stufe Silber verliehen werden. Im Oktober 2012 übernahm der BBL den Auftrag, sagt Sprecher Christian Hoffmann. Das Richtfest ist für Mitte Mai geplant. Ende des Jahres soll der Neubau dann stehen — das vorläufige Ergebnis von insgesamt mehr als vier Jahren Vorbereitung. Parallel wird in der Baracke nebenan weitergearbeitet. Rund um die Uhr werten die Maschinen Daten aus. Axel Eggert ist nur vorübergehend als Urlaubsvertretung im Einsatz an der Messstelle. Normalerweise hat der Zingster Hans Udo Teuerkauf hier die Messungen im Blick. „Früher haben hier zehn Menschen gearbeitet“, berichtet Eggert. Vor der Wende befand sich an dem Standort eine Forschungsstation des Meteorologischen Dienstes der DDR.

Auf dem Gelände stehen heute Luft- und Niederschlagssammler. Sobald es regnet, öffnet sich die Luke automatisch. Die Filter im Feinstaubsammler müssen täglich gewechselt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, werden manche Werte doppelt erhoben. In einem Maschinenraum — Herzstück der Anlage — laufen die Daten zusammen. Der Computer wertet sie sofort als Liniendiagramme aus und übermittelt sie weiter.

 



ew

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