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Festumzug und dicke Orden zum Feuerwehr-Jubiläum

Richtenberg Festumzug und dicke Orden zum Feuerwehr-Jubiläum

Richtenberger Klaus Siegmeier und Manfred Garnitz mit Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber geehrt / Mit alter und neuer Technik zogen Blauröcke durch die Stadt

Richtenberg. 125 Jahre Feuerwehr in Richtenberg – das war für Richtenbergs Bürgermeister Karldiether Wegner (parteilos) ein guter Grund, um den Blauröcken Danke zu sagen. Und das nicht mit leeren Händen, denn zum Festempfang am Freitagabend im Kulturhaus der Stadt wurden viele Auszeichnungen überreicht.

So konnte sich Klaus Siegmeier über das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber freuen. Der 66-Jährige hatte von 1990 bis 2016 als Wehrleiter die Fäden in der Hand. In dieser Zeit hat er viel für „seine“ Feuerwehr getan. Und das würdigten sein Nachfolger Andreas Lampe und Amtsfeuerwehr-Chef Hans-Jürgen Krauel auch noch mit Feuerwehr-Abzeichen in Gold. 40 Jahre als Brandschützer – das verbindet Klaus Siegmeier auch mit seiner Frau Dietlinde, deshalb bekam auch sie diese Auszeichnung. „Ich war überwältigt“, sagte der heutige Ehrenvorsitzende der Richtenberger Wehr, weil auch noch der ganze Saal stand und applaudierte.

Das sorgte bei noch einem erfahrenen Feuerwehr-Haudegen für Gänsehaut: Manfred Garnitz. Der 64-Jährige ist Vize in Richtenberg, Vize-Amtswehrführer und Jugendwart, und das ebenfalls seit vier Jahrzehnten. Für seine rührige Arbeit wurde auch der Oberbrandmeister mit dem Deutschen Feuerwehr-Kreuz in Silber geehrt. „Ich hab mich wirklich sehr gefreut, jetzt muss ich nur noch einen Nachfolger für die Jugendwehr finden...“Die Feuerwehr-Ehrennadel in Gold bekam Wehrleiter Andreas Lampe ans Revers geheftet. So hat der Hauptbrandmeister dafür gesorgt, dass vor zehn Jahren die Feuerwehr Wolfshagen-Oebelitz mit Richtenberg gemeinsam eine Ausrückegemeinschaft zu bilden.

Ob 500-Euro-Spende des Fördervereins oder Präsente, die Blauröcke konnten sich über Geschenke und „Löschgutscheine“ von Nachbarwehren, vom Richtenberger Carneval Club und Firmen freuen. Der Richtenberger Männerchor überraschte mit dem Feuerwehrlied.

Die Parade durch Richtenberg am Samstag bot Einblicke in die Entwicklung der Feuerwehr dann auch bildlich und zum Anfassen. Technik aus dem letzten Jahrhundert – teilweise auch noch funktionstüchtig – ließen die 18 Fahrzeuge durch die Stadt rollen. „Und die sind immer noch robuster und zuverlässiger als die heutige Technik“, sagt Uwe Vent, der sich mit seinem 64-jährigen Tanklöschfahrzeug TLF 15 einreihte. Dabei handelt es sich um das älteste seiner mittlerweile fünf Fahrzeuge aus DDR-Zeiten, die der 52-Jährige in der Feuerwehrhistorik Grimmen gesammelt hat und die dort für genau solche Anlässe auf ihren Einsatz warten. „Die Feuerwehr gehört ja zur Bevölkerung und sorgt gerade auf den Dörfern oftmals für Geselligkeit. Ohne geht es gar nicht. Und bei solchen Paraden können wir zeigen, was mit zur Entwicklung der Feuerwehr gehört“, meint der Grimmener.

Noch einige Jahre mehr hat die Handspritze von 1911 auf dem Buckel, die die Feuerwehr Velgast ihr Eigen nennt. Gezogen wurde sie von einem DDR-Traktor (1953) der Richtenberger Wehr, bevor sie bei Übungen noch zum Einsatz kam. „Mit den Löschvorführungen zeigen wir den Wandel der Zeit bei der Feuerwehr“, sagt Richtenbergs Wehrführer Andreas Lampe. „Angefangen von Wassereimern über die handbetriebene Spritze bis zu den modernen Tankfahrzeugen.“ 125 Jahre Feuerwehr sind Grund genug, dies mit der ganzen Stadt zu feiern, wie Thomas Wasner meint. „So kann man zeigen, was an Technik genutzt wurde“, so der 47-Jährige, der seit über 35 Jahren bei der Richtenberger Wehr ist. „Feuerwehr ist bei uns eine Familientradition, die über Generationen mit in die Wiege gelegt wird.“

Fotogalerie: www.ostsee-zeitung.de

Wenke Büssow-Krämer und Ines Sommer

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