Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Flüchtlinge sollen Vorpommern freiwillig verlassen
Vorpommern Stralsund Flüchtlinge sollen Vorpommern freiwillig verlassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:01 09.03.2018
Mohamed Traore Khairou aus Mauretanien darf wahrscheinlich nicht in Deutschland bleiben. Er lässt sich deshalb von Antje Hübner über eine freiwillige Rückreise in sein Heimatland beraten. Quelle: Alexander Müller
Stralsund

Der Landkreis Vorpommern-Rügen will Flüchtlinge verstärkt davon überzeugen, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Antje Hübner ist seit Anfang Januar die erste hauptamtliche Rückkehrberaterin. „Wir wollen so eine Abschiebung vermeiden und den Menschen eine würdevolle Ausreise ermöglichen“, sagt sie.

Abschiebungen scheitern, weil die Leute einfach verschwinden

Der Landkreis setzt große Hoffnungen in dieses Programm. Denn obwohl im Schnitt zwischen 400 und 500 Ausländer in Vorpommern-Rügen ausreisepflichtig sind, erfolgten im gesamten Jahr 2017 nur etwa 30 Abschiebungen. „Etliche Abschiebungen scheitern, weil Leute einfach verschwinden, sie sich verletzen, Theater am Flughafen machen oder Kinder bei Nachbarn unterbringen“, sagt die Fachdienstleiterin für Ausländer- und Asylrecht beim Kreis, Manila Gleisberg.Im Zentrum der Bemühungen stehen deswegen jene Menschen, die ausreisepflichtig sind, weil ihr Asylverfahren abgeschlossen ist und alle Rechtsmittel gegen den negativen Bescheid erschöpft sind. „Daneben gibt es eine erhebliche Anzahl von Menschen, die auch ohne Ablehnung ihres Antrags in ihre Heimat zurückkehren wollen, aber nicht wissen, wie“, sagt Beraterin Antje Hübner.

Rückkehrer können Geld für Reparatur ihres Hauses bekommen

Freiwillige Rückkehrer können Unterstützung vom deutschen Staat bekommen. Dazu zählen die Übernahme der Transportkosten, ein Taschengeld sowie Starthilfe im Heimatland. Das kann ein Bewerbungscoaching sein, eine Anschubfinanzierung für eine Existenzgründung oder Hilfe bei dem Wiederaufbau des eigenen Hauses. Beraterin Antje Hübner kümmert sich um einen reibungslosen Übergang. „Ich suche nach Hilfsorganisationen in den jeweiligen Heimatländern, die die Menschen am Flughafen empfangen.“ Insgesamt sei dieser Weg günstiger als eine Abschiebung, für die beispielsweise Kosten für Sicherheitspersonal und medizinische Betreuer anfallen.

Alexander Müller

Mehr zum Thema

Schlägereien und Schüsse: In Calais eskalieren Spannungen unter Migranten. Dort sammeln sich trotz harter Linie der Polizei weiter Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen.

05.03.2018

Im Januar sind mehr als zehn Mal so viele Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken wie im Dezember. Nun passiert eine neue Tragödie: Mehr als 90 Menschen werden vermisst. Sie kamen - anders als die meisten Flüchtlinge und Migranten - nicht aus Afrika.

05.03.2018

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat gemeinsam mit mehreren Tausend Menschen in Wien Abschied von der bekannten Flüchtlingshelferin Ute Bock genommen.

03.02.2018

Der Verkehrsminister fordert beide Landkreise in Vorpommern dazu auf, einen Zusammenschluss als Verkehrsverbund zu schaffen

06.02.2018

Für Max Suske und Joulina Suhrow endet das Intermezzo am Schweriner Stützpunkt abrupt / Sie erheben schwere Vorwürfe – die Trainer kontern

06.02.2018

In Knieper Nord werden in der Hermann-Burmeister-Straße die Grünanlagen links und rechts der Straße neu- und umgestaltet.

06.02.2018