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Flüchtlinge sollen Vorpommern freiwillig verlassen

Stralsund Flüchtlinge sollen Vorpommern freiwillig verlassen

Mehr als 400 Ausländer im Landkreis sind ausreisepflichtig, dennoch gelingt kaum eine Abschiebung / Die Behörde setzt deshalb auf ein neues Programm

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Mohamed Traore Khairou aus Mauretanien darf wahrscheinlich nicht in Deutschland bleiben. Er lässt sich deshalb von Antje Hübner über eine freiwillige Rückreise in sein Heimatland beraten.

Quelle: Foto: Alexander Müller

Stralsund. Der Landkreis Vorpommern-Rügen will Flüchtlinge verstärkt davon überzeugen, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Antje Hübner ist seit Anfang Januar die erste hauptamtliche Rückkehrberaterin. „Wir wollen so eine Abschiebung vermeiden und den Menschen eine würdevolle Ausreise ermöglichen“, sagt sie.

Der Landkreis setzt große Hoffnungen in dieses Programm. Denn obwohl im Schnitt zwischen 400 und 500 Ausländer in Vorpommern-Rügen ausreisepflichtig sind, erfolgten im gesamten vergangenen Jahr nur etwa 30 Abschiebungen. „Etliche Abschiebungen scheitern, weil Leute einfach verschwinden, sie sich verletzen, Theater am Flughafen machen oder Kinder bei Nachbarn unterbringen“, sagt die Fachdienstleiterin für Ausländer- und Asylrecht beim Kreis, Manila Gleisberg.

Im Zentrum der Bemühungen stehen deswegen jene Menschen, die ausreisepflichtig sind, weil ihr Asylverfahren abgeschlossen ist und alle Rechtsmittel gegen den negativen Bescheid erschöpft sind.

„Daneben gibt es eine erhebliche Anzahl von Menschen, die auch ohne Ablehnung ihres Antrags in ihre Heimat zurückkehren wollen, aber nicht wissen, wie“, sagt Beraterin Antje Hübner.

Der 30-jährige Mohamed Traore Khairou aus Mauretanien muss damit rechnen, dass sein Asylantrag bald endgültig abgewiesen wird. Eine Ablehnung hat er bereits bekommen, derzeit läuft dazu noch ein Gerichtsverfahren. Der gelernte Bankkaufmann, der gut Deutsch spricht, in Lauterbach auf Rügen als Kellner arbeitet und ein Buch über seine Heimat schreibt, denkt nun über eine freiwillige Ausreise nach. „Wenn ich in Mauretanien ein sicheres Leben führen kann, dann gehe ich“, sagt er.

In diesem Fall könnte Mohamed Traore Khairou Unterstützung vom deutschen Staat bekommen. Dazu zählen die Übernahme der Transportkosten, ein Taschengeld sowie Starthilfe im Heimatland. Das kann ein Bewerbungscoaching sein, eine Anschubfinanzierung für eine Existenzgründung oder Hilfe bei dem Wiederaufbau des eigenen Hauses. Beraterin Antje Hübner kümmert sich um einen reibungslosen Übergang.

„Ich suche nach Hilfsorganisationen in den jeweiligen Heimatländern, die die Menschen am Flughafen empfangen.“ Insgesamt sei dieser Weg günstiger als eine Abschiebung, für die beispielsweise Kosten für Sicherheitspersonal und medizinische Betreuer anfallen.

Für Mohamed Traore Khairou gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Weil er einen festen Job hat, kann er sich in Deutschland um ein Arbeitsvisum bewerben. Dafür muss er jedoch als abgelehnter Asylbewerber erst das Land verlassen, um dann – falls er das Visum bekommen hat – legal wieder einreisen zu können. Wenn es allerdings zur Abschiebung kommt, geht das nicht mehr. Dann wird ein generelles Einreiseverbot verhängt.

Alexander Müller

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