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Förderverein für Johanniskloster vorgeschlagen

Stralsund Förderverein für Johanniskloster vorgeschlagen

Das Bürgerkomitee „Rettet die Altstadt“ bietet Hilfe bei der Rettung des Stadtarchivs an.

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Der kommissarische Archivleiter Burkhard Kunkel zeigte historische Bücher, die die Stadt wiedererworben hat.

Quelle: Karin Rogalska

Stralsund. Die Zukunft des Johannisklosters stand am Wochenende im Mittelpunkt der Jahrestagung des Bürgerkomitees „Rettet die Altstadt Stralsund“. Mit Beharrlichkeit und großer Beredsamkeit war es dem Vorsitzenden Dieter Bartels gelungen, für die Mitglieder einen gut zweistündigen Rundgang durch den an sich seit Monaten nicht mehr öffentlich zugänglichen Gebäudekomplex zu organisieren.

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Der kommissarische Archivleiter Burkhard Kunkel zeigte historische Bücher, die die Stadt wiedererworben hat.

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Damit wollte das Bürgerkomitee ein Zeichen setzen, dass man nach wie vor „ein waches Auge auf die Anlage“ habe, die im Herbst wegen verschimmelter Bücher im Stadtarchiv und des Verkaufs von Bänden aus der Gymnasialbibliothek in die Schlagzeilen geriet. Der kommissarische Archivleiter Dr. Burkhard Kunkel präsentierte auf dem Räucherboden des Klosters einige Bände, welche die Stadt inzwischen zurückerworben hat, darunter ein Buch aus der Bibliothek des Zacharias Orth.

Aus Sicht des Bürgerkomitees ist „das Stadtarchiv auf den Weg gebracht, nunmehr wird an seiner baulichen Hülle gearbeitet“. Für Dieter Bartels ist dabei besonders wichtig, „dass das Kloster Sitz des Stadtarchivs bleibt“. Zwischenzeitlich hat das Komitee der Stadt die Gründung eines Fördervereins vorgeschlagen, wie er für jede Kirche oder jedes bedeutende Bauwerk üblich sei. Das Vorhaben „werden wir dann angehen, wenn ein neuer Archivdirektor bestellt ist“, kündigt Bartels an.

Im Auftrag der Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund (SES) wird derzeit der bauliche Zustand des Klosters bis ins Detail erfasst. Dabei werden auch die bestehenden Schäden festgestellt. All das ist Grundlage für ein Konzept zur Sanierung des Gebäudekomplexes. Schon jetzt besteht Einigkeit darüber, dass die Anlage entsprechend dem historischen Baukonzept wiederhergestellt wird, um sie als „Gedächtnis der Stadt“ zu erhalten.

Mit den Vorarbeiten sind unter anderem die Architektin Petra Kottke, die Kunsthistorikerin Friederike Thomas und Mitarbeiter der unteren Denkmalschutzbehörde befasst. Sie haben zunächst den Gebäudebestand geordnet und unter anderem die innere Klausur, den Südflügel, den Rosengarten und den Wirtschaftstrakt zu Einheiten zusammengefasst, die es näher zu untersuchen gilt, unter anderem auf Salzgehalt und Luftfeuchtigkeit. Ein wesentliches Anliegen sei es, „für die Zukunft ein klimatisches Umfeld zu schaffen, in dem Bücher aufbewahrt werden können“, erläutert Kottke. Es werde auch geprüft, ob und inwieweit die Temperierung einzelner Räume und Nutzungsbereiche möglich ist.

Peter Boie, Geschäftsführer der SES, weist darauf hin, dass das Kloster „ursprünglich sicher nicht als Ort zur Aufbewahrung von Büchern angelegt wurde“. Der Gebäudekomplex müsse also vor allem sorgfältig untersucht werden, was eine gewisse Zeit in Anspruch nehme. Er ermuntert die Mitglieder des Bürgerkomitees, in ihren Bemühungen um das Johanniskloster nicht nachzulassen. Damit unterstützten sie die SES wesentlich bei der Arbeit.

 

Karin Rogalska

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