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Stralsund Förderverein organisiert Hilfe gegen das Vergessen

22 Mitglieder klären über Demenz auf und kämpfen für ein Altern in Würde

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Sandra Röber, Gerlinde Gauerke und Petra Dunkel (v.l.) engagieren sich für den gemeinnützigen Förderverein „Memo Clinic – Für Menschen mit Demenz“.

Quelle: Jörg Mattern

Stralsund. Helmut Bergmann kann es nicht mehr genau sagen, wann sich seine Frau zu verändern begann. Aber er merkte, dass sie immer verschlossener wurde. Die Diagnose traf das Paar hart: Demenz.

„Natürlich wollte ich meine Frau selbst pflegen“, sagt der rüstige 80-Jährige. Doch er merkte bald, dass er bei dieser Aufgabe an Grenzen stieß. „Da muss eingekauft werden oder Behördengänge sind nötig und oft wusste ich nicht, ob ich meine Frau alleine lassen konnte.“ Die Lösung für beide war ein Platz in der Tagespflege der Memo Clinic. „Meine Frau blühte sichtbar auf. Sie war wieder unter Menschen“, erzählt Helmut Bergmann. Auch für ihn war die Einrichtung hilfreich: „Ich hatte das Gefühl, meiner Frau ging’s besser und ich war von Aufgaben entlastet.“

Im 58. Ehejahr verlor Helmut Bergmann seine Frau an die Krankheit. Über die guten Erfahrungen mit der Tagespflege hatte er zum Förderverein „Memo Clinic – Für Menschen mit Demenz“ gefunden, sich in der Angehörigengruppe engagiert. Anlässlich seines 80. Geburtstags bat er an Stelle von Geschenken seine Gäste um Spenden für die Vereinsarbeit.

Petra Dunkel, Vorsitzende des Fördervereins, ist immer noch gerührt über diese unerwartete Unterstützung. „Unser Verein wurde 2013 von fünf Mitarbeitern der Memo Clinic gegründet“, blickt sie zurück.

Heute engagieren sich 22 Mitglieder für den Förderverein. Der hat sich übrigens nicht das Vorankommen der Klinik auf die Fahnen geschrieben, sondern die Förderung von Menschen, die an Demenz erkrankt sind sowie die Unterstützung ihrer Angehörigen. Sandra Röber, als Wohnbereichsleiterin in der Klink beschäftigt, kann das gut erklären: Wir haben in der täglichen Arbeit gemerkt, dass wir den Erkrankten mehr helfen könnten. Doch dazu braucht es Angebote, die über den Klinikalltag hinausgehen.“ Offerten, die die Sinne anregen und den Krankheitsverlauf verzögern. „Angebote, für die sich Spenden oder Fördermittel einwerben lassen“, sagt Petra Dunkel.

So etwas, wie das Bildhauer- und das Musikprojekt, bei dem Demenzkranke Ende 2015 aus Holz kleine Weihnachtsgeschenke bastelten oder auf der Kastentrommel Cajon Musikstücke einübten und öffentlich vorführten. „So mancher Angehörige war erstaunt, was erkrankte Familienmitglieder zu leisten im Stande waren“, erzählt Petra Dunkel. Sie betont: „Es ist das Hauptanliegen des Vereins, ein Altern in Würde zu ermöglichen.“

Dazu gibt es inzwischen neue Projekte, wie das Beratungstelefon. Andere, wie das Tanzcafé sind geplant. Das soll zum Weltalzheimertag am 21. September erstmals stattfinden und Kranke, deren Angehörige sowie interessierte Menschen in ungezwungener Atmosphäre zusammenbringen.

Hilfe für Betroffene

Ziele des Fördervereins Memo Clinic sind es, über die Krankheit zu informieren, sie aus der Scham-Ecke zu holen und öffentliche Akzeptanz zu schaffen sowie den Austausch unter Betroffenen und Angehörigen zu fördern und diese zu entlasten.

Das Beratungstelefon des Vereins ist ein Mittel dazu. Jeden Freitag von 13 bis 14 Uhr bekommen Hilfesuchende unter ☎ 03831/3569066 Rat und Hilfe rund um das Thema Demenz.

Das Tanzcafé „Vergiss mein nicht“ wird zum Weltalzheimertag am 21. September eröffnet. Ab Oktober wird jeden ersten Dienstag im Monat von 15.30 bis 17 Uhr in der „Werkstatt“ auf der Hafeninsel getanzt.

Jörg Mattern

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