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Folgenreiches Heimspiel zweier Schwestern

Stralsund Folgenreiches Heimspiel zweier Schwestern

Ein Klassiker des modernen Schauspiels hat morgen um 20 Uhr im Gustav-Adolf-Saal der Kulturkirche St. Jakobi Premiere: Für das Theater Vorpommern inszeniert Sabine Kuhnert Jean Genets (1910 — 1986) „Die Zofen“.

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Susanne Kreckel (l.) und Josefine Schönbrodt sind die Schwestern in Jean Genets „Die Zofen“. Morgen Abend hat das Schauspiel ab 20 Uhr im Gustav-Adolf-Saal der Jakobikirche Premiere.

Quelle: Uwe Roßner

Stralsund. Für die freischaffende Regisseurin ist es die erste Verpflichtung am Sund. „Die Nachkriegsmoderne ist hierzulande nicht so präsent“, begründet Dramaturg Franz Burkhard die Stückwahl. Reizvoll sei es gewesen, so auf den Ausnahmeautor der französischen Literatur hinzuweisen. „In Mecklenburg-Vorpommern wird Genet nicht so fleißig gelesen, und bei Nachfragen auf der Straße ist er nicht so bekannt“, fügt er hinzu. „Die Zofen“ gehörten dabei zu den zahmeren Werken im Schaffen des Autors.

Die Schwestern Claire und Solange suchen nach einem Ausweg. Durch ein Spiel entfliehen sie in der Wohnung der Gnädigen Frau (Gabriele M. Püttner) ihrem Alltag als Dienstmädchen. Doch ihre Kopfgeburten bleiben nicht folgenlos. Durch anonyme Briefe bringen sie den unschuldigen Herren des Hauses ins Gefängnis. Ein Mordkomplott an seiner Gattin deutet sich an.

„Es ist schön, ein Frauenstück zu machen. Davon gibt es leider an sich nicht so viele. Das ist bedauernswert“, freut sich Schauspielerin Susanne Kreckel, die Claire verkörpert. „Es sind heftige Rollen. Die Darstellerinnen der Schwestern stehen permanent unter Zeitdruck, weil immer die Gnädige Frau mitten in ihren Heimlichkeiten auftauchen kann“, ergänzt ihre Bühnenpartnerin Josefine Schönbrodt.

„Wir wollten gern während des Abends die verschiedenen Spielebenen bei Genet deutlich machen“, erzählt Sabine Kuhnert, deren Arbeiten bislang am Theater Magdeburg, an der Hamburgischen Staatsoper, dem Schauspielhaus Bochum und zuletzt am Theater der Altmark in Stendal zu sehen waren.

Die Kostüme machen die Positionen der Frauen deutlich. „Es gibt dabei keinen Bezug zu einer bestimmten Zeit. Uns war es wichtig, dies offen zu lassen“, beschreibt die für die Ausstattung zuständige Julia Ries. Als Bühne entschied sie sich für einen Ring. Sowohl die Wohnung der Gnädigen Frau als auch das sich um die eigene Achse drehende Leben der Schwestern Claire und Solange stellt diese dar.

Am Ende wird klar: Claire und Solange sind Schwestern, die sich lieben und dennoch nicht aus ihrer Haut kommen können. Uwe Roßner

OZ

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