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Stralsund Foto-Schätze aus dem Landleben Vorpommerns
Vorpommern Stralsund Foto-Schätze aus dem Landleben Vorpommerns
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12:19 10.08.2018
Ernte in den 30er-Jahren: Kinder mussten die letzten Ähren vom abgeenrteten Feld sammeln. Quelle: Sammler
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Stralsund

Das kleine beschauliche Oldendorf in der Gemeinde Preetz vor den Toren Stralsunds hatte natürlich früher auch ein Gutshaus. Die Geschichte des letzten Besitzers ist eine traurige. Er hatte sein Grundstück 1945 nicht verlassen, und so wurde er von Soldaten der Sowjetarmee in seinem Park erschossen. Diese und viele andere Details zu Gutshäusern in unserer Region findet man in dem neuesten Werk des Autoren-Trios Andrea Kobsch, Ilka Zander und Jörg Matuschat.

Nachdem 2011 und 2012 die ersten beiden Bildbände über die Guts- und Herrenhäuser in Vorpommern erschienen sind, folgt nun mit dem dritten Band eine weitere fotografische Zeitreise durch unseren Landesteil. Wieder stellen die drei Autoren historische Ansichten den heutigen Gegebenheiten gegenüber, ergänzt durch einen kurzen Text, der über die Geschichte des Ortes und der Gutsanlage Auskunft gibt.

Beim Betrachten und Vergleichen der Fotos aus den unterschiedlichen Zeiten wird deutlich, wie gravierend sich politische und wirtschaftliche Umbrüche nicht nur auf die Struktur der Gutsanlagen und deren Bausubstanz auswirken, sondern vor allem auf das Leben und Arbeiten auf dem Lande. Oft stehen heute die Gebäude im Fokus des interessierten Publikums. „Doch wir möchten gerade jenen größten Respekt zollen, die durch ihre schwere körperliche Arbeit die Entstehung dieser Gutsanlagen erst ermöglichten“, sagt Ilka Zander und ergänzt: „So sind auf den Seiten des Ortes Blesewitz bei Anklam seltene und besonders ausdrucksstarke Bilder von Menschen bei der Ernte, beim Fischen oder der Viehhaltung und Kinder, die auf dem abgeernteten Feld die restlichen Ähren lesen, zu sehen. Das ist ein Fotoschatz.“ Sie würde so gern wissen, wer der Fotograf die tollen Bilder war...

„Gehoben“ hat diesen Schatz Andre Kobsch. „Ich habe das Fotoalbum mit all diesen wertvollen Aufnahmen ersteigert, weil ich wusste, dass es sonst verloren ist. Und wir wissen jetzt sogar mehr über die Arbeitsgänge, die dort gezeigt werden, weil wir mit Zeitzeugen gesprochen haben“, sagt der 54-jährige Philokartist.„Wir freuen uns, auch in diesem Band wieder Häuser zu zeigen, die vor wenigen Jahren noch als unrettbare Ruinen galten, aber heute wieder in neuem Glanz erstrahlen und mit Leben gefüllt sind. Ein tolles Beispiel dieser gelungenen Rekonstruktion ist das Gutshaus in Plötz“, so Kobsch, der in der Stralsunder Stadtverwaltung arbeitet, aber in seiner Freizeit historische Ansichtskarten sammelt und gern der Öffentlichkeit zugänglich machen möchte.

Im Bildband finden sich aber auch jene Eigentümer, wie in Janow, Broock und Tentzerow, die sich erst auf den Weg machen. „Sie sind es, die durch ihren Mut, ihre Initiative und nicht zuletzt mit großem finanziellen Aufwand unsere Gutshaus-Landschaft für künftige Generationen erhalten wollen“, findet Mediengestalterin Ilka Zander. Und Andre Kobsch ergänzt: „Mit großer Sorge und in der Hoffnung, dass sich die Eigentümer ihrer Verantwortung besinnen, schauen wir auf die Gutshäuser, die seit etlichen Jahren dem Verfall preisgegeben sind und denen bisher jegliche Hilfe gegen den drohenden meteorologischen Abriss versagt bleibt, wie Altwigshagen, Daskow, Grellenberg und Kuntzow.“

Andere Gutshäuser sind bereits seit vielen Jahren verschwunden – abgerissen, abgebrannt, verfallen. Welche Gründe es dafür auch gab, es ist schade um jedes einzelne Gebäude, denn damit verloren diese Dörfer ihren Mittelpunkt, ihren Charakter, die Struktur und das frühere Zentrum des Lebens, der Kultur und des Arbeitens. Beispiele dafür sind das Herrenhaus in Gehag, die Gutshäuser Rollwitz und Wendisch-Baggendorf.Außerdem sind im Buch auch wieder echte Schlösser mit dabei, nämlich die Häuser der Herzöge von Pommern und Pommern-Wolgast in Pudagla und Penkun, sowie für unsere Region völlig untypisch zwei Burgen, nämlich Landskron und Spantekow.

„Wir möchten unbedingt all jenen danken, die uns mit historischen oder aktuellen Bildern, mit Informationen oder einfach einem Kaffee auf einer Gutshaustour versorgten. Sie sind es, die unsere Zeitreisen mit Inhalt und Leben füllen“, sagt Ilka Zander und hofft, dass diese Quellen niemals versiegen werden.

Sommer Ines

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