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Stralsund 40 Wohnungen bekommen endlich einen Balkon
Vorpommern Stralsund 40 Wohnungen bekommen endlich einen Balkon
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05:13 26.10.2018
40 Wohnungen in Franzburg bekommen nach 30 Jahren einen Balkon. Quelle: Ines Sommer
Franzburg

Die Franzburger, die am Platz des Friedens in dem Block mit den Hausnummern 26 bis 30 wohnen, können es kaum erwarten: In ein paar Wochen sind sie nicht mehr „hinten ohne“, denn die Wohnungen bekommen endlich einen Balkon. Seit dem Bau des Hauses 1978 mussten die Mieter darauf verzichten. Nun bekommen die 40 Drei-Raum-Wohnungen eine sechs Quadratmeter große Loggia.

Und diesen Umbau lässt sich die Wohnungsgenossenschaft Franzburg als Eigentümer einiges kosten. 800 000 Euro investiert das Unternehmen. „100 000 Haben wir selbst angespart, 700 000 müssen wir über Kredit finanzieren“, sagt Regina Fischer. Sie gehört zum Vorstandstrio und ist quasi hauptamtliche Geschäftsführerin. Sie erklärt gegenüber der OZ, dass das Balkon-Projekt eine Herzensangelegenheit ist. „Heute will keiner mehr eine Wohnung ohne Balkon, das haben wir bei der Vermietung gemerkt. Von den 40 Wohnungen standen acht leer. Jetzt sind drei davon schon wieder vergeben.“

Um überhaupt Balkone anbauen zu können, mussten natürlich im Wohnzimmer neue Fenster und entsprechende Balkontüren eingebaut werden. Auch die Fassade wurde neu gemacht. Die Arbeiten, die im Sommer begonnen haben, sollen Ende November abgeschlossen sein. „Wir hatten uns verschiedene Modelle angesehen. Natürlich hätten wir auch gerne einen Fahrstuhl eingebaut, aber die Kosten wären in die Millionen gegangen. Das können weder wir noch die Mieter bezahlen. Schon jetzt müssen die Mieter 60 Euro mehr bezahlen. Doch die Wenigsten haben sich darüber beschwert, denn die Meiter freuen sich auf ihre nun schicken udn modernen Wohnungen“, sagt die WG-Chefin und ergänzt, dass man mit dem Planungsbüro Wuttig aus Bergen und der MMC Retzlaff GmbH aus der Uckermark sehr gut zusammengearbeitet habe.

Wenn schon Baustelle, dann richtig. Deshalb entschied sich die Wohnungsgenossenschaft Franzburg auch dafür, die Heizungsanlage gleich mit zu erneuern. „In den Wohnungen standen noch die Nachtspeicheröfen aus dem Baujahr 1978, jetzt gibt es das Modernste“, so Regina Fischer, die seit 2000 im Vorstand der Genossenschaft sitzt. Die Heizungen, die vom Büro Wohlatz geplant und von der Firma Grönhagen aus Stralsund gebaut wurden, sind seit Ende September fertig, so dass die Mieter schon Zeit hatten, sich mit dem neuen Heizungssystem vertraut zu machen.

Zuvor hatten die Franzburger in jenem Block aber jede Menge Lärm und Dreck zu ertragen. Denn für die neue Heizung mussten die Rohre ja in alle Räume verlegt werden. „Ich kann den Mietern nur einen großen Dank aussprechen. Natürlich hatten wir sie in einer Einwohnerversammlung auf die Maßnahme vorbereitet. Aber da die Leute für die Zeit der Bauarbeiten nicht ausgezogen sind, hatten sie viel zu ertragen. Dafür möchte ich allen danken.“ Auch Regina Fischer freut sich über das Schmuckstück, das da gerade am Platz des Friedens wächst. „Die Wohnungen sind jetzt richtig schick, ideal nicht nur für die Älteren, sondern auch für kleine Familien, denn die neu sanierte Schule liegt ja gleich nebenan.“

Und es soll noch schöner werden am Platz des Friedens, denn das Wohnungsunternehmen plant für nächstes Jahr die Erneuerung der Außenanlagen. „Es sollen 15 Parkplätze entstehen, ein neuer Wäscheplatz und alles schön grün“, sagt Regina Fischer und schiebt hinterher. „Das kostet noch mal 60 bis 70 000 Euro. Dann war’s das aber erst mal mit großen Projekten. Dann müssen wir erst wieder Eigenmittel ansparen. Die laufenden Reparaturen oder Verschönerungen laufen natürlich weiter. So wollen wir vielleicht 2019 die Dachdämmung in der Garthofstraße beginnen.“ Außerdem werden bei einem Auszug die Wohnungen gleich auf Vordermann gebracht. Da kommen mit Elektro, Sanitär und Malern mal schnell 10 000 Euro zusammen.

232 Wohnungen hat die Genossenschaft in den drei Städten Franzburg, Richtenberg und Tribsees in ihrem Bestand. Insgesamt stehen 27 leer, die meisten davon in der dritten oder vierten Etage. „Das ist so der Schnitt der letzten Jahre. Um hier noch attraktiver zu werden, sollen auch andere Blocks noch Balkons bekommen“, sagt Regina Fischer. Sie stellt fest, dass gerade die Familien nun wieder gerne Vier-Raum-Wohnungen hätten. „Der Trend der letzten Jahre ging ja eher zu kleinen Wohnungen...“

1959 wurde in Tribsees die damalige Arbeiterwohnungsgenossenschaft (AWG) „10. Jahrestag“ ins Leben gerufen. 1962 folgte die Gründung der AWG Einheit Franzburg. Beide Genossenschaften waren sehr klein, deshalb riet der damalige Rat des Kreises zum Zusammenschluss.

Nach vielem Für und Wider wurde schließlich die Fusion zur Kreis-AWG Einheit Stralsund Land 1978 vollzogen. 1991 –nach Inkrafttreten des Einigungsvertrages – wurde die Kreis-AWG Einheit Stralsund Land in die heutige Wohnungsgenossenschaft Franzburg eG umbenannt.

232 Wohnungen hat die Genossenschaft in ihrem Bestand: 118 in Tribsees (Ernst-Thälmann-Straße 1 d-f und 3 bis 5 a-c), 82 Wohnungen in Franzburg (Garhofstraße 3 bis 5, Platz des Friedens 1 bis 3 und 26 bis 30) sowie 32 Wohnungen in Richtenberg (Mühlenbergstraße 20 bis 22).

Ines Sommer

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