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Stralsund Freibad sucht Rettungsschwimmer
Vorpommern Stralsund Freibad sucht Rettungsschwimmer
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00:00 20.04.2013
Vor allem junge Leute aus Franzburg und Umgebung nutzen das Freibad im Ort. Wenn sich kurzfristig kein Rettungsschwimmer findet, muss das Bad dieses Jahr geschlossen bleiben. Fotos (2): Reinhard Amler
Franzburg

Das Amt Franzburg-Richtenberg funkt SOS. Denn noch gibt es keinen Rettungsschwimmer für die bevorstehende Saison im Freibad Franzburg.

„Wir hatten die Zusage von drei jungen Leuten, die sich gegenseitig ersetzen wollten. Sie waren bereits im vergangenen Jahr im Einsatz“, sagt Hauptamtsleiterin Brigitte Karallus. „Aber alle drei haben nacheinander abgesagt, weil sie aus Ausbildungsgründen nicht die komplette Zeit anwesend sein können. Mir läuft jetzt die Zeit weg“, so Karallus.

Deshalb hat sie einen Aufruf gestartet. Gesucht wird eine Rettungsschwimmerin oder ein Rettungsschwimmer für die Zeit vom 1. Juni bis 31. August 2013, täglich von 13 bis 18 Uhr. Die Vergütung erfolgt mit 20 Euro pro Tag. An- und Abfahrtskosten werden erstattet. Der Aufruf richtet sich an alle erwachsenen Bürger, die im Besitz eines gültigen Rettungsschwimmernachweises sind.

Meldungen können direkt an Brigitte Karallus im Amt Franzburg-Richtenberg unter ☎ 03 83 22 / 541 16 gerichtet werden oder per E-Mail unter

karallus@amt-franzburg-richtenberg.de
Bereits vor zwei Jahren hatte es dasselbe Problem gegeben. Da stand sogar Ende Mai noch kein Rettungsschwimmer zur Verfügung. Erst nach einem Aufruf in der OZ meldete sich dann Philipp Nehls, ein 17-jähriger Junge aus Negast und rettete im wahrsten Sinne des Wortes die Saison. Er war damals gerade auf der Suche nach einem geeigneten Ferienjob, als er den Beitrag in der Zeitung las.

2012 hatte sich Tina Fuhrmann bereits rechtzeitig ans Amt gewandt. Die Abiturientin wollte auch in diesem Jahr die Arbeit übernehmen. Leider haben sich aber ihre Ausbildunsgpläne geändert, wie sie sagte.

Das Franzburger Freibad ist eines von zweien in der Umgebung von Stralsund. Das nächste befindet sich in Wendisch-Baggendorf.

Das Besondere in Franzburg ist, dass das 1969 errichtete Bad noch über eine 50-Meter-Bahn verfügt. Es ist die einzige in Vorpommern. Im letzten Jahr kamen hierher auch viele Schwimmer aus Stralsund zum Training und überbrückten somit die Schließungszeit des 25-Meter-Schwimmbeckens im Hansedom, in dem gerade gebaut wurde.

Größere Rettungseinsätze hat es in Franzburg in den letzten Jahren nicht gegeben. In der Regel blieb die Arbeit der Rettungsschwimmer auf das Versorgen von Schürfwunden beschränkt. Vornehmliche Nutzer sind vor allem Kinder und Jugendliche aus Franzburg und den umliegenden Dörfern.

Bürgermeister Mathias Blümel hatte vor kurzem noch von einem zweiten Problem berichtet, das möglicherweise die Saison platzen lassen könnte. Das war der Zustand der Folie, mit der ein Teil des Schwimmbeckens ausgespannt ist. „Wir werden sie noch einmal kleben“, sagte gestern Brigitte Karallus vom Amt. Die notwendigen Klebemittel seien schon besorgt. Nach der Saison soll dann die Folie komplett erneuert werden.

Die Kosten dafür muss Franzburg allerdings aus seinem Haushalt begleichen, da sämtliche Fördermittelanträge abgelehnt wurden.

Franzburgs Stadtvertreter, allen voran Bürgermeister Mathias Blümel (SPD) haben sich in den zurückliegenden Jahren immer wieder für den Erhalt ihres Freibades eingesetzt, obwohl es aufgrund seines Alters entsprechend marode ist.

Erst im Herbst 2011 war deshalb in einem ersten Bauabschnitt für über eine Viertelmillion Euro ein neues Schwallwasserbecken errichtet worden. Dieses nimmt aus dem Becken übergeschwapptes Wasser wieder auf und führt es zurück in den Kreislauf. Für den Bau hatte es noch Fördermittel gegeben.Wie Blümel jedoch sagte, werde man weiter am Drücker bleiben, um auch die weiteren, noch notwendigen Bauarbeiten im Freibad ausführen zu können.

Drei junge Leute haben nacheinander abgesagt. Jetzt suchen wir dringend nach Ersatz.“Brigitte Karallus, Haupt- und Ordnungsamtsleiterin

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