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Frischzellenkur für berühmte Müther-Bauten auf Rügen

Binz/Sassnitz Frischzellenkur für berühmte Müther-Bauten auf Rügen

Der Rettungsturm des Meisters in Binz und die Sassnitzer Kurmuschel werden mit 510 000 Euro der Wüstenrot-Stiftung saniert / Planung steht / Gemeinden zahlen keinen Cent

Binz/Sassnitz. „Einzigartig, sieht aus wie ein Ufo am Strand!“ Lennart Reimer (37), Urlauber aus Köln, staunte gestern früh nicht schlecht, als er in der Binzer Düne den Rettungsturm von Ulrich Müther erblickte. Etwas Einzigartiges, das sind die Werke des Rügener Baumeisters auch für die Ludwigsburger Wüstenrot-Stiftung. Deshalb wird die Organisation nun zwei von ihnen — neben dem Binzer Rettungsturm auch die Kurmuschel in Sassnitz — sanieren. Für insgesamt 510000 Euro, die Planung steht.

„Für die beiden Orte ist das natürlich ein absoluter Glücksfall. Wir müssen nicht einen Cent dazu zahlen“, verdeutlicht der Binzer Kurdirektor und Rügener Tourismuschef, Kai Gardeja. „Müther ist ein Kulturschaffender, dessen Werk unsere ununterbrochene Wertschätzung genießt“, begründet Geschäftsführer Philip Kurz das Engagement der Stiftung. Beide Gebäude würden Rügen prägen und müssten bestmöglich erhalten werden.

Beginnen sollen die Arbeiten an beiden Gebäuden im Herbst — und dann zur neuen Saison fertig sein. Der Mütherturm bekommt für 210000 Euro neue Fenster, Wärmedämmung und Elektroanlagen, die Treppe werde erweitert, die Außenanlagen verschönert. „Bevor es im Oktober mit den Arbeiten losgeht, werden wir den Turm nochmal provisorisch mit einem Anstrich aufhübschen. Er ist ja unser wichtigster Hochzeitsort. 177 Trauungen sind dort bis in den Herbst geplant“, sagt Kai Gardeja.

Nach Ende der Hauptsaison soll auch die Sassnitzer Kurmuschel eine Frischekur erhalten — einschließlich des Bühnenbereichs und des Kurplatzes. „Beides war ursprünglich als ein Vorhaben geplant. Jetzt trennen wir die Projekte formal“, sagt die Sassnitzer Bauamtsleiterin Claudia Klemens: Für die Sanierung der Kurmuschel samt Nebengebäuden und Bühnenumfeld werden 300 000 Euro der Wüstenrot- Stiftung eingesetzt. Mit dem Geld sollen unter anderem die Risse in der Schale repariert werden. Außerdem wird das Bauwerk eine frische Farbe bekommen.

Die Neugestaltung des Sassnitzer Kurplatzes könnte, wenn es gut läuft, auch im Herbst beginnen, sagt Claudia Klemens. Hier kommt das Geld aus der Städtebauförderung, die genauen Kosten stehen noch nicht fest. An den Plänen zur Gestaltung der Außenanlagen werde derzeit gearbeitet. Das Binzer Architekturbüro von Hartmut und Ilona Pieper erstellt mehrere Varianten. Die sollen bald Bauausschuss der Öffentlichkeit präsentiert werden. Claudia Klemens ist zuversichtlich, dass die Entwürfe für das Areal zur Kurmuschel passen: Hartmut Pieper hat lange Jahre mit Ulrich Müther zusammengearbeitet und war mit ihm befreundet.

Von Alexander Loew und Maik Trettin

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