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Stralsund Für Fitnesscenter: Bäume am Pionierhaus werden gefällt
Vorpommern Stralsund Für Fitnesscenter: Bäume am Pionierhaus werden gefällt
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00:01 03.06.2017
Diese kleinen Waldkäuze wurden auf der 300 Jahre alten Eibe neben dem Pionierhaus entdeckt. Quelle: Foto: Christian Rödel
Stralsund

Für das Bauvorhaben am ehemaligen Pionierhaus an der Stralsunder Brunnenaue müssen voraussichtlich etliche Bäume gefällt werden. Von den insgesamt 30 Bäumen auf dem betreffenden Grundstück sollen bis zu zwölf Stück der Säge zum Opfer fallen. Das teilte die Stadtverwaltung auf OZ-Anfrage mit. Sie bezieht sich dabei auf die von den Investoren eingereichten Unterlagen für das Projekt, die für eine Baugenehmigung notwendig sind.

Zu den Bäumen, die weichen müssen, gehören Linde, Ahorn, Scheinzypresse, Eibe, Birke, Götterbaum und Baum-Hasel. „Die als Naturdenkmal geschützte Eibe auf dem Areal wird hingegen auf keinen Fall gefällt, sie wird durch das Bauvorhaben ohnehin nicht berührt“, sagte Stadtsprecher Peter Koslik. Die Eibe ist rund 300 Jahre alt und damit der älteste Baum Stralsunds. Welche Kompensationsmaßnahmen auf die Investoren für die gefällten Bäume zukommen, steht noch nicht fest. Diese Auflagen werden laut Stadtverwaltung von der unteren Naturschutzbehörde erteilt, die beim Landkreis Vorpommern-Rügen angesiedelt ist.

Im vergangenen Jahr ist wochenlang darum gestritten worden, was aus dem früheren Pionierhaus werden soll. Die Stralsunder Bürgerschaft hatte sich schließlich dafür entschieden, das Areal am Knieperdamm an zwei Investoren zu verkaufen. Zum Ärger so mancher Stralsunder wollen die Geschäftsmänner das historische, aber marode Gebäude abreißen und auf dem Grundstück Fitnesscenter und Sanitätshaus bauen. Besonders kauzig wurde die ganze Geschichte, als im Frühjahr eine Waldkauz-Familie mit mindestens zwei Jungtieren auf der alten Eibe neben dem Pionierhaus entdeckt wurde. Während der Brutzeit dürfen diese Tiere nicht gestört werden – die Bagger müssten also so lange stehen bleiben. Der Investor des Fitnesscenters, Udo Waitschies, hat die Eulen selbst noch nicht gesehen.

„Wie man damit umgeht, muss man sehen. Das ist ein Fall für einen Gutachter, der sich damit auskennt“, sagt er. Den Bauantrag für das Projekt hat er am 15. Mai eingereicht. Dass es damit länger gedauert hat, habe an den vielen Vorgaben der Behörden gelegen. Wann es mit dem Bau losgehen kann, weiß Waitschies noch nicht. „Wenn es nach mir geht, dann schon gestern.“ Spätestens Ende 2018 soll aber alles fertig sein.

Die ganze öffentliche Aufregung um sein Vorhaben kann Udo Waitschies nicht verstehen. „Die Kritik hat mich schon etwas genervt. Ich mache das hier nicht für mich und mein eigenes Denkmal“, sagt er.

Das Pionierhaus und seine Umgebung würden von vielen Menschen zu sehr romantisiert. „Das ist doch schon lange kein Bürgergarten mehr, sondern ein Märchenwald.“ Vielmehr als um sich selbst gehe es Waitschies darum, einen Ort zu schaffen, bei dem Jung und Alt zusammengeführt werden. „Wir machen bei uns nicht nur, was man allgemein unter Fitness versteht, sondern wir bieten Gesundheitssport an.“

Das Unternehmen gebe es seit 1994. In all den Jahren habe man sich in den Bereichen Rücken und Ernährung immer weiter spezialisiert und professionalisiert.

Alexander Müller

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