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Stralsund Für Kinder- und Jugendarbeit greift Kreis tiefer in die Tasche
Vorpommern Stralsund Für Kinder- und Jugendarbeit greift Kreis tiefer in die Tasche
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00:00 16.03.2013
Das Projekt Kleemobil unterstützt junge Mütter — so wie hier in Grünhufe. Der Kreis stellt dafür in diesem Hauhshaltsjahr 65 000 Euro zur Verfügung. Quelle: OZ-Archiv
Stralsund

Teilhaushalt, Produktbereich und einzelne Produkte — allein für den Bereich Jugend und Soziales ist das ein 100-Seiten-Paket, und das in Mini-Schrift. Als die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses am Mittwochabend den Zahlenwälzer vor sich hatten, guckten sie sich hilfesuchend um. Zum Glück hatte Jugendamtsleiterin Dörte Heinrich eine „Übersetzung“

vorbereitet.

Mit 10 Millionen ein großes Zuschussgeschäft für den Kreis sind die 144 Kindertagesstätten und 220 Tagespflegeplätze. Hier werden über 13 000 Knirpse betreut. So müssen allein 5,9

Millionen Euro für die Übernahme von Elternbeiträgen bereitgestellt werden. Dahinter verbergen sich 5250 Fälle — fast die Hälfte aller betreuten Kinder. 3,9 Millionen beträgt der kreisliche Anteil für individuelle Förderung, Fachkraft-Kind-Relation und dergleichen.

Zieht man den Landeszuschuss von 5,11 Euro pro Nase ab (162 000 Euro), hat Vorpommern-Rügen 268 000 Euro im Haushalt eingeplant für die Förderung von Jugendprojekten, unter anderem auch 68 Euro für die Jugendklubs in Stralsund, die Hansestadt zahlt hier den gleichen Anteil.

Ein weiterer kostenintensiver Komplex im Etat sind die Hilfen zur Erziehung. Gut eine Million Euro kommen als Einnahmen in die Kasse. 15,1 Millionen stehen aber auf der Ausgabenseite — bleiben 14 Millionen, die der Landkreis bereitstellen muss, und das sind vier Millionen mehr als 2012. So verschlingen die ambulanten Hilfen schon 7,2 Millionen. Dahinter verbergen sich zum Beispiel Erziehungsberatung in 233 Fällen und sozialpädagogische Betreuung für 242 Familien. In stationären Einrichtungen werden in diesem Jahr 7,5 Millionen Euro gebraucht, unter anderem für 190 Heimplätze oder 243 Plätze in der Vollzeitpflege.

1,8 Millionen Euro hat der Kreis geplant für die Eingliederung seelisch Behinderter. Dahinter verstecken sich 69 unterschiedlich Betroffene. Auch die 37 im Kreisgebiet tätigen Integrationshelfer sind hierbei erfasst.

In den letzten Wochen immer heiß diskutiert war die Jugend- und Schulsozialarbeit. Zuwendungen vom Land in Höhe von 1,3 Millionen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und aus dem Bildungs- und Teilhabepaket stehen Ausgaben von 2,1 Millionen gegenüber. So sind für alle Jugend- und Schulsozialarbeiter schon rund 380 000 Euro für Personalkosten zu berappen.

Betrachtet man alle Positionen des Jugendamtes, steht am Ende ein Zuschussvolumen von 34 Millionen Euro. Im Vorjahr wurde der Kreishaushalt „nur“ mit 29 Millionen belastet. „Wenn Sie sich die Zahlen ins Gedächtnis holen, wird schnell klar: Ein Plus von 40 Heimplätzen und ein enormer Anstieg der ambulanten Hilfen sind für den erhöhten Zuschussbedarf verantwortlich. Das sind Pflichtaufgaben — das heißt, der Kreis muss sie bezahlen“, fasste Dörte Heinrich ihren sehr ausführlichen Vortrag zusammen.

Frank Hunger, Geschäftsführer des Kreisdiakonischen Werks, sagte: „Das sagt uns wieder, dass wir auf keinen Fall bei den präventiven Maßnahmen für Kinder und Jugendliche streichen sollten. Denn die holen uns dann als sozialpädagogische Betreuung oder für Bewohner eines Heimes oder einer Wohngruppe als Pflichtaufgabe wieder ein. Dann wird‘s viel teurer.“

Der Jugendhilfeausschuss stimmte dem Teilhaushalt mehrheitlich zu. Gegenstimmen gab es unter anderem von den Linken. „Ich hätte mir die Informationen von Frau Heinrich im Vorfeld gewünscht, dann kann man sich vernünftig vorbereiten. Der Vortrag war gut, aber er kam für mich zu spät“, sagte Dr. Marianne Linke.

Details aus dem Haushaltsbereich Jugend

2488 Menschen im Kreis sind Unterhalts-

empfänger. 4,9 Millionen be-

kommt der Kreis vom Land, rund 300 000 Euro muss er selbst

zahlen.

2026 Mädchen und Jungen im Landkreis Vorpommern-Rügen werden in Krippen, 6235 in Kindergärten und 4023 im Hort betreut. Insgesamt gibt

es 144 Kitas und 220 Tagespflege-

plätze.

Das Kleemobil in Stralsund wird mit 6500 Euro, das Haus der Familie mit 12 000 Euro unterstützt.


Für die Jugendberufshilfe werden 180 000 Euro ausgegeben, unter anderem für die Produktionsschule und „Get it“. Die MISS-Beratung auf Rügen steht mit 46 000 Euro im Plan.

38 Schulverweigerer gibt es im Kreis. Hier greift u. a. das Projekt Baumhaus, für das der Kreis 53 800 Euro zur Verfügung stellt.
Nur acht Fälle der Jugendgerichts-

hilfe werden derzeit vom Land-

kreis Vorpommern-Rügen be-

treut. Für 2013 plant das Jugend-

amt in diesem Bereich

78 000 Euro.

1,2 Millionen Euro veranschlagt der Kreis für die Betreuung junger Volljähriger.

Für 218 Kinder ist der Landkreis „Mama und Papa“, sprich:

Er hat die Vormundschaft.

Ines Sommer

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