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Für Laurène waren die Fischbrötchen der Hit

Stralsund Für Laurène waren die Fischbrötchen der Hit

Drei Monate lebte Luise Schumacher aus Stralsund bei Laurène Andrianoff in Belfort, bevor ihre französische Gastschwester für ein Vierteljahr hierher kam.

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Luise Schumacher (l.) aus Stralsund und Laurène Andrianoff aus Belfort lebten jeweils drei Monate beieinander.

Quelle: Miriam Weber

Stralsund. „Ich denk, dass wir uns in den Ferien immer besuchen“, sagt Luise Schumacher und schaut ihre Gastschwester Laurène fragend an. Die nickt und meint: „Klar!“ Für die beiden 15-Jährigen geht ein halbes Jahr voll neuer Eindrücke, neu gefundener Freunde und vor allem gemeinsamer unvergesslicher Momente zu Ende.

Erst lebte die Stralsunderin Luise drei Monate bei Laurène Andrianoff in der französischen Stadt Belfort, dann kam die Französin für drei Monate an den Sund.

Das Besondere beim Deutsch-Französischen Austauschprogramm „Brigitte Sauzay“ ist, dass ein Teilnehmer zunächst bei seinem Partner im Land lebt und anschließend der Gegenbesuch stattfindet. „Für uns hatte das den Vorteil, dass wir Laurène also schon ein bisschen kannten“, sagt Babette Schumacher, Luises Mama. Auch wenn es zunächst eine neue Situation war, hat Babette Schumacher vor allem Positives aus den vergangenen drei Monaten mitgenommen. „Laurène hat es uns mit ihrer ruhigen Art leicht gemacht“, so die Bauingenieurin. „Natürlich wollten wir ihr möglichst viel zeigen, aber sie sollte auch den Alltag kennenlernen“, überlegt Babette Schumacher. Pflichtprogramm war Berlin — ein Besuch des Fernsehturms, des Bundestages, des DDR-Museums und des Holocaust-Mahnmals. Laurène sollte Geschichte vor Ort erleben. In Stralsund galt der erste Gang dem Turm der Marienkirche. „So kann man Stralsund am ehesten im Ganzen begreifen“, glaubt Babette Schumacher.

Laurène selbst hat die Zeit am Sund genossen. „Dass die Stadt direkt am Wasser liegt, ist wirklich toll. Wir waren oft am Strand, und ich mag jetzt Fischbrötchen!“

Der ganz große Unterschied zwischen deutschen und französischen Jugendlichen sei ihr nicht aufgefallen. Schade fand sie lediglich, dass ihre Mitschüler sich manchmal nicht trauten, sie anzusprechen.

„Und das Schulessen ist hier anders“, sagt sie. „Zuhause haben wir viel mehr Auswahl.“

Da hat Luise in ihrer Zeit in Frankreich ein paar mehr Unterschiede ausgemacht. „Franzosen sind höflicher“, überlegt sie und weist dann mit einem Lachen auf ein deutsches Phänomen hin: „Hier bleiben alle Fußgänger an einer roten Ampel stehen. In Frankreich ist es den Passanten relativ egal, ob rot oder grün ist.“

Zum Festigen der Sprachkenntnisse waren für die beiden Mädchen die Aufenthalte sehr wertvoll. „Ich habe in Frankreich im Schlaf auch Französisch geredet“, sagt Luise, und Laurène muss bei der Erinnerung daran kichern.

Drei Monate vom Elternhaus weg zu sein, bedeutete für die Teenager auch, ein Stück weit selbstständig zu werden. „Doch, das Gefühl habe ich auf jeden Fall“, meint Luise, die schon konkrete Berufsvorstellungen hat. „Ich möchte Chirurgin werden, und ich kann mir vorstellen, ein Semester in Frankreich zu studieren.“

Austauschprogramm „Brigitte Sauzay“
Seit 1989 fördert das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) den individuellen Schüleraustausch zwischen beiden Ländern.


Das Programm „Brigitte Sauzay“, benannt nach einer französischen Dolmetscherin, ermöglicht Schülern der 9. bis 11. Klasse einen dreimonatigen Aufenthalt im Partnerland.

Das Gastkind lebt zunächst in der Familie, später erfolgt der Gegenbesuch der Gastschwester oder des -bruders.


Zum Programm gehört der sechswöchige Besuch der Schule des jeweiligen Landes.


www.dfjw.org

 

Miriam Weber

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