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Stralsund „Für mich ist das der letzte Strohhalm“
Vorpommern Stralsund „Für mich ist das der letzte Strohhalm“
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00:00 22.03.2013
An ALS erkrankt: Nadine Schröder aus Altenkirchen muss sich von ihrer Mutter in den Rollstuhl helfen lassen. Quelle: Holger Vonberg
Altenkirchen

Die Diagnose kam für Nadine Schröder nicht unverhofft, denn die Symptome ließen keinen Zweifel. Dennoch traf es sie wie ein Schlag: ALS, Amyotrophe Lateralsklerose. „Als der Arzt mir sagte, dass ich noch zwei bis fünf Jahre zu leben hätte, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich habe tage- und nächtelang geweint, wusste ein halbes Jahr nicht, was nun werden soll.“

Jetzt hat die 31-jährige Frau ein festes Ziel: „Ich habe von einer Spezialtherapie gehört, die den Verlauf der unheilbaren Krankheit vielleicht verlangsamen kann.“ Auf diese Stammzellen-Therapie, die in einer Privatklinik in Tel Aviv (Israel) praktiziert wird, ist sie durch eine Fernsehsendung aufmerksam geworden. Diese Methode steckt noch in den Kinderschuhen, ist wenig erforscht. „Für mich aber ist das der letzte Strohhalm, an den ich mich klammern kann“, sagt sie, während Mutter Marlene ihr mit großer Mühe in den Rollstuhl hilft.

Nadine will die Diagnose nicht annehmen. Sie will sich auch nicht an den Gedanken gewöhnen, bald immer auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Seit acht Wochen kann sie nun schon nicht mehr allein laufen. „Doch lange werde ich auch nicht mehr durch die Wohnung kriechen können. Die Kräfte verlassen mich immer mehr. Das Einzige, was jetzt läuft, ist mein Rentenantrag.“

Das Krankheitsbild sieht bei jedem ALS-Patienten anders aus. Eine Vorhersage der einzelnen Beschwerden ist nicht möglich, schon gar nicht das zeitliche Auftreten der Symptome. Auf der Internetseite der Ambulanz für ALS der Virchow-Klinik Berlin ist zu lesen, dass die Beschwerden „in der Regel in einer isolierten Muskelregion, zum Beispiel mit einem Muskelabbau der kleinen Handmuskeln eines Armes oder feinen Muskelkontraktionen“, beginnen und sich von dort ausbreiten. Muskelschwund, steife Gelenke und Lähmungen können schnell oder langsam folgen. Nadine weiß, dass es zu Sprach-, Kau- und Schluckstörungen und zur Lähmung der Gesichtsmuskeln kommen kann — und wird. Sie weiß: Die Betroffenen erleben ihren Verfall bei vollem Bewusstsein, auch die Lähmung der Atemmuskulatur, die zu den häufigen Todesursachen zählt.

Nadine ist eine junge, lebenslustige und sympathische Frau. Als Kellnerin hat sie in der Binz-Therme gearbeitet. Im September 2011 dann die ersten Anzeichen, dass etwas mit ihrem Körper nicht stimmt. „Ich bekam unwillkürliche Muskelzuckungen, erst in den Armen, dann in den Beinen, auch im Oberkörper.“ Nur wenige Wochen später ließ die Kraft in den Händen nach, jetzt lassen sie sich kaum noch bewegen. Nadine wurde krankgeschrieben. Sowohl in der Rostocker Klinik als auch in der Charité Berlin dann die Bestätigung ihrer Ängste: ALS, eine Krankheit, gegen die es noch kein Mittel gibt.

Die Schulmedizin? Am Ende ihres Lateins. Nadine hofft auf ein kleines Wunder. Ein privates Spendenkonto hat sie inzwischen eingerichtet, denn die rund 30 000 Euro, die eine Behandlung in Israel kosten würde, kann sie mit ihrer Mutter nicht aufbringen. „Ein Nein kam schon von der Krankenkasse. Im Behandlungskatalog sei diese Therapie nicht zu finden.“ Nun ruht Nadines Hoffnung auf der Spendenbereitschaft der Rüganer. „Allerdings kann ich als Privatmensch keine Spendenquittung ausstellen. Und niemand weiß, ob die Behandlung Erfolg hat. Aber ich glaube daran.“

Spendenkonto: Nadine Schröder, Konto-Nummer:103300269, Bankleitzahl:13091054, Pommersche Volksbank

Holger Vonberg

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OZ

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