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Stralsund Gedränge am Johanniskloster
Vorpommern Stralsund Gedränge am Johanniskloster
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00:00 10.09.2018
Den „Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche 2018“ erhielt die AG „Junge Archäologen“ beim Kinder- und Jugendzentrum Plau am See.
Stralsund

Die Stralsunder Altstadt hat nicht nur einen Platz auf der Unesco-Welterbeliste gefunden. Allein auf ihrer eigenen Liste hat die Hansestadt 850 bewahrenswerter Einzeldenkmale verewigt. Ob das der Grund war, die Landesauftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals 2018 am Strelasund abzuhalten, ließ Birgit Hesse (SPD), Kultusministerin Mecklenburg-Vorpommerns, bei ihrem Grußwort gestern im Löwenschen Saal des Rathauses offen. Doch sie bestätigte den Stralsundern gern, gut vorbereitete Gastgeber zu sein.

Stralsunder schauten am Denkmaltag nach ihrem Erbe / Kulturministerin verlieh Denkmalpreise 2018

Hesse nutzte die Festveranstaltung, die Denkmalpreise 2018 des Landes zu überreichen. Der Hauptpreis – der mit 4000 Euro dotierte Friedrich-Lisch-Denkmalpreis – ging symbolisch an alle ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Mecklenburg-Vorpommerns. Die Ministerin ging darauf ein, dass sie diesen Preis entgegen den Empfehlungen einer Fachkommission ursprünglich den Entdeckern des Blauzahn-Münzschatzes – „De Ackerlöper“ von der Insel Rügen – überreichen wollte, weil deren Engagement für die Archäologie beispielhaft für das aller Bodendenkmalpfleger im Land stehe. Die Interessengemeinschaft hatte im Frühjahr den legendären Silberschatz auf einem Acker bei Schaprode geborgen. Doch die Gruppe hatte die Kultusministerin kurzfristig mit ihrer Entscheidung überrascht, die Ehrung nicht annehmen zu wollen. Ursache dafür waren offenbar Unstimmigkeiten unter den „Ackerlöpern“ im Zusammenhang mit der geplanten Preisvergabe.

Birgit Hesse hielt jedoch an der Begründung für die Preisverleihung fest. Landesarchäologe Detlef Jantzen nahm den Preis gestern stellvertretend für die Bodendenkmalpfleger des Landes entgegen, um das Geld für die Weiterbildung der Ehrenamtler zu verwenden.

Leuchtende Augen bei den „Junge Archäologen“ vom Kinder- und Jugendzentrum Plau am See. Sie erhielten den mit 700 Euro dotierten „Denk mal! Preis für Kinder und Jugendliche 2018.“ Und große Freude auch bei Marie-Luise von Bonin, die lange Jahre in Demmin den Verein zur Rettung der Buchholz-Grüneberg-Orgel in der St.-Bartholomaei-Kirche leitete. Birgit Hesse überreichte ihr die „Lobende Erwähnung“ der Landesregierung für ihr Engagement.

Von Bonin betonte, dass sie den Preis stellvertretend für die Arbeit ihres Vereins entgegen nehme. „Wichtig ist es, so ein Denkmal mit Leben zu füllen“, sagte sie und verwies darauf, dass in Demmin aktuell die 17. Orgeltage laufen. Auch in Stralsund hatte die engagierte Frau ein Beispiel dafür gefunden, wie sehr eine alte Orgel mit dem heutigen Leben verknüpft sein kann. „Ich freue mich, dass Schüler sich auch mit der Restaurierung der Mehmel-Orgel von St. Jakobi befassen“, sagte sie mit Blick auf die Projektausstellung des Hansa-Gymnasiums in der Kulturkirche, die gestern zu Ende ging.

Das Stralsunder Gymnasium war landesweit das einzige, das sich mit seinem Projekt „Zu Hause im Weltkulturerbe – die Erben des Erbes begegnen Europas Geschichte“ an dem von der Europäischen Kommission für 2018 unter dem Motto „Sharing Heritage“ (Erbe teilen) ausgerufenen Jahr des Kulturerbes beteiligte.

Dessen zusammenführender Gedanke stand auch als Motto über dem diesjährigen Tag des offenen Denkmals: „Entdecken, was uns verbindet“. Für die Stralsunder und ihre Gäste boten Stadtrundgänge und Führungen durch Stadtkirchen und Klöster Gelegenheit, dem nachzugehen. Großes Gedränge gab es zum Beispiel am Johanniskloster. Die Klosteranlage, die das Stadtarchiv beherbergt, war seit Beginn der Sanierungsarbeiten für die Öffentlichkeit kaum noch zugänglich. Die Stralsunder Denkmalpfleger Michael Jager und Gunnar Möller führten über die Baustelle und zeigten, was sich seither getan hat. Eine Permanentheizung trocknet den durchfeuchteten Sockel des Klosters aus, Decken- und Wandgemälde wurden konserviert und: Sobald neue Fördermittel eintreffen, wird es auf der Nordseite des Klosters einen Neubau geben, der Funktionsbereiche des Stadtarchivs aufnehmen soll, erfuhren Gäste wie Heide Michaelis. Die 78-Jährige zog 2014 aus Sachsen-Anhalt nach Stralsund. „Ich interessiere mich sehr für die Geschichte meiner neuen Heimatstadt“, erklärte sie ihr Kommen. Wie verbindend der europäische Gedanke in Sachen „Erbe teilen“ sein kann, machte Vittoria Guarino deutlich. Die 18-jährige Italienerin aus der Nähe von Neapel absolviert derzeit ein soziales Jahr in der Jugendbauhütte Stralsund-Szczecin. „Stralsund ist für mich eine unbeschreiblich interessante Stadt mit reicher Historie, in der ich eine spannende Aufgabe gefunden habe“, begründete sie ihr Engagement für den Denkmalschutz.

Drei Kirchen, zwei Klöster

Zum 25. Mal wurde gestern bundesweit zum Tag des offenen Denkmals eingeladen. Das Motto des Tages: „Entdecken, was uns verbindet“.

Schwerpunkte waren in Stralsund Führungen durch die drei großen Stadtkirchen St. Marien, St. Jakobi und St. Nikolai sowie durch das Johannis- und das Katharinenkloster. Zudem gab es Stadtführungen.

Bundesweit öffneten gestern 8000 Denkmäler in 2500 Städten ihre Tore für Besucher, die so Gelegenheit erhielten, Geschichte zum Anfassen zu erleben. Die Veranstalter zählten laut Deutsche Stiftung Denkmalschutz insgesamt rund 3,5 Millionen Besucher.

Der Tag des offenen Denkmals in Mecklenburg-Vorpommern stellte dieses Mal die Archäologie in den Mittelpunkt. Laut Kultusministerin Birgit Hesse ist es die Bodendenkmalpflege mit ihren vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, die eine Verbindung zu den Schätzen, die sie zutage fördert, im wahrsten Sinne des Wortes erst greifbar macht.

Jörg Mattern

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