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Geheimpapier: Pionierhaus soll Fitnesscenter werden

Stralsund Geheimpapier: Pionierhaus soll Fitnesscenter werden

In internen Dokumenten spricht sich Stralsunds Stadtverwaltung für die von CDU-Politiker Hendrik Lastovka unterstützten Investoren aus

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Wohnhaus, Gasthaus, Gewerkschaftshaus, Pionierhaus: Das über 200 Jahre alte Gebäude am Knieperdamm soll jetzt einem Fitnesscenter weichen. Im 19. Jahrhundert befand sich auf dem Gelände der erste richtige Bürgergarten in Stralsund. FOTO: JENS-PETER WOLDT

Stralsund. Aus dem ehemaligen Pionierhaus am Knieperdamm wird aller Voraussicht nach ein Fitnesscenter und ein Sanitätshaus. Wie aus einer nicht öffentlichen Beschlussvorlage hervorgeht, die derzeit in den Ausschüssen der Bürgerschaft beraten wird und der OZ vorliegt, empfiehlt die Stadtverwaltung, das Grundstück an die Bauherrengemeinschaft zu verkaufen, hinter der die „Gym Fitness World“ und das Sanitätshaus Schumann stehen. Der städtische Finanzausschuss hat sich bereits Anfang November hinter verschlossenen Türen für diese Variante ausgesprochen.

Eine endgültige Entscheidung muss am 1. Dezember die Bürgerschaft treffen.

Folgen die Stadtvertreter dem Votum des Finanzausschusses, wäre der zweite Interessent, der Pommersche Diakonieverein aus Greifswald, aus dem Rennen. Der soziale Träger aus der Nachbarstadt plant, gemeinsam mit dem Kreisdiakonischen Werk Stralsund, auf dem Gelände ein familienorientiertes „Wohn- und Servicehaus“ zu errichten. Gemeint ist Betreutes Wohnen in Kombination mit gewerblichen Einrichtungen wie zum Beispiel Arztpraxen. In den Unterlagen der Stadt wird dieses Angebot aber nur als „Alternative“ zum bevorzugten Fitnesscenter bezeichnet. Als Begründung für die Reihenfolge führte ein Verwaltungsmitarbeiter im Finanzausschuss das Vertrauen in die Geschäftsführer der beiden Unternehmen an. Udo Waitschies und Stefan Schumann seien in Stralsund bei ihren Aktivitäten sehr erfolgreich gewesen. So steht es im Protokoll der betreffenden Sitzung. Die Geschäftspartner wurden bei ihrer Bewerbung von CDU-Bürgerschaftsmitglied Hendrik Lastovka unterstützt.

Ein weiteres Argument für eine Bevorzugung des Stralsunder Duos ist das laut den Unterlagen bislang höhere finanzielle Gebot von 285000 Euro für das Objekt. Der Unterschied beträgt 5000 Euro.

Allerdings ist unklar, ob die Gebote beider Interessenten bis zum Ende ausverhandelt worden sind. Auffällig ist zumindest, dass die Vorlage mit der Verkaufsempfehlung das Datum 26. Januar 2016 trägt.

Demnach stand die Präferenz der Stadtverwaltung bereits fest, als die öffentliche Diskussion über die Zukunft des Pionierhauses im Sommer noch voll im Gange war.

Was bislang ebenfalls in der Öffentlichkeit nicht bekannt war: Nach OZ-Informationen soll es für die von Hendrik Lastovka unterstützten Stralsunder Investoren eine so genannte Anhandgabe des Grundstücks am Knieperdamm gegeben haben. Dabei wird die Fläche von der Stadtverwaltung für einen Investor reserviert. Das verschafft ihm Zeit, sein Konzept im Detail zu planen. In diesem Fall wurde die Anhandgabe aber bereits gewährt, noch bevor der zweite Bieter aus Greifswald im Sommer 2015 in das Rennen eingestiegen ist. Rathaussprecher Peter Koslik dementierte die Vorwürfe und sprach davon, dass es eine „Anhandgabe an einen Bewerber derzeit nicht gibt“.

Beide Interessenten planen für die künftige Nutzung des Geländes den Abriss des Pionierhauses. Das geschichtsträchtige Gebäude wurde in den vergangenen Jahren dem Verfall preisgegeben.

Lange Geschichte

Ratsherr Langenmarck ließ 1811 ein Ackerbürgerhaus auf dem Grundstück am heutigen Knieperdamm mit Stall und Bienenhaus errichten. Nach einem Besitzerwechsel ersteigerte die Bürger-Ressource-Gesellschaft das Grundstück für rund 21000 Reichstaler. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude am Knieperdamm von 1947 an als Gewerkschaftshaus und nach 1970 als Pionierhaus. Nach der Wende wurden einige Räume als Schülerfreizeitzentrum genutzt.

Alexander Müller

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