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Stralsund Geldmangel: Holzmesse abgesagt
Vorpommern Stralsund Geldmangel: Holzmesse abgesagt
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00:00 12.04.2013
Wettsägen auf der Holzmesse. Dafür braucht dieses Jahr keiner üben. Quelle: Schmidt-Schoenen
Putbus

Sie waren die Retter, als die Holz- und Energiemesse Rügen vor dem Aus stand — die Mitglieder des Tourismus- und Gewerbevereins Putbus (TGV). Sie sprangen als Veranstalter der Leistungsschau für nachwachsene Rohstoffe und umweltfreundliche Energiegewinnung ein und hielten die Messe am Leben. Jetzt müssen sie selbst die Reißleine ziehen: Dieses Jahr wird es keine Holzmesse geben. „Wir müssen sie wegen Geldmangel absagen. Die Finanzierung ist nicht gesichert“, sagt TGV-Vorsitzende Regina Dabel.

Die Entscheidung sei dem vereinsvorstand nicht leicht gefallen, so dabel. „Wir haben schon so viel Arbeit in die Vorbereitung der Messe gesteckt, mehr als 60 Aussteller sind bereits aquiriert für die diesjährige Auflage.“ Die sollte am ersten Juniwochenende erstmals im Marstall Putbus stattfinden. Doch jetzt flatterte dem Verein auch noch die Absage von Landwirtschaftsminister Till Backhaus ins Haus. Den hatte er wie in den Vorjahren um finanzielle Unterstützung gebeten. „Sehr gern habe ich die Schirmherrschaft der zurückliegenden Messen übernommen“, lobt Backhaus in seinem Antwortschreiben, das der OZ vorliegt, die positive Zusammenarbeit in der Vergangenheit. Erteilt dem Verein für dieses Jahr aber eine Absage: „Nach eingehender Prüfung muss ich ihnen leider mitteilen, dass eine finanzielle Unterstützung aus dem Landeshaushalt nicht möglich ist.“

Kein Einzelfall, moniert TGV-Vorstand Klaus-Dieter Götze. „Auch vom Wirtschafts- und vom Energieministerium gibt es kein Geld“, beklagt er mangelnde Unterstützung. 2010 bekam der TGV laut Götze noch 17 000 Euro aus Schwerin, im vergangenen Jahr haben die drei Ministerien jeweils 2000 Euro für die Messe beigesteuert. Während sich das Land aus der Förderung zurückgezogen hat, stehen regionale Partner wie der Landkreis, die Sparkasse und auch die Stadt Putbus zu ihrem Engagement, lobt Götze. Doch deren finanzielle Unterstützung reiche nicht aus. „Uns fehlen 12 000 Euro“, sagt er. Probleme bei der Finanzierung der Holzmesse sind nicht neu, räumt Regina Dabel ein. Ihren Angaben zufolge sei die Leistungsschau vor 17 Jahren mal mit einem Budget von umgerecht rund 45

000 Euro gestartet. Der TGV habe immer mehr sparen müssen. „Aus Kostengründen haben wir uns auch vom traditionellen Messestandort in Lauterbach verabschiedet.“ Dort fand die Leistungsschau bisher auf dem Gelände der Marina „Im Jaich“ statt, der Verein musste 7000 Euro Miete zahlen. Weil das zu teuer wurde, sollte die Messe dieses jahr in den Putbusser Marstall wechseln, für den nur 500

Euro Miete erhoben werden (OZ berichtete). „Trotzdem fehlt Geld. Das finanzielle Risiko hätte unser verein zu tragen und das können wir den Mitgliedern nicht zumuten“, begründet die Vorsitzende die jetzt gefällte Entscheidung zur Absage. Die sorgte im Putbusser Tourismusausschuss am Mittwochabend für Entsetzen. Ausschussmitglied Stefan Holz fürchtet schon das endgültige Messe-Aus. „Denn im nächsten Jahr wird es nicht anders sein“, mutmaßte er. Stadtvertreter Uwe Driest (Grüne) will das verhindern: „Wir müssen das Ausrichten der Lesitungsschau auf breitere Schultern verteilen, dafür kreis und Stadt gewinnen. Eine Gesellschaft — in welcher Form auch immer — kann gegenüber Geldgebern ganz anders auftreten als ein Verein, der ehrenamtlich arbeitet.“

Publikumsmagnet
16 Mal wurde die Holzmesse auf Rügen bereits veranstaltet. Bei ihrer Premier stand sie noch unter der Leitung vom Biosphärenreservat Südost-Rügen, Bundes- und Landesforst und 2005 vor dem Aus, weil sich die Initiatoren zurückzogen. Der Tourismus- und Gewerbeverein Putbus übernahm die Rolle als Veranstalter und sicherte den Fortbestand der Leistungsschau, die jedes Jahr am erste Juni-Wochenende mehrere Tausend Besucher anzieht. Mehr als 100 Aussteller aus der Holzbranche und der für umweltfreundliche Energiegewinnung präsentierten sich in Spitzenjahren auf dem Gelände der Marina „Im Jaich“ in Lauterbach.

Udo Burwitz

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