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16:31 02.02.2018
Unterricht im grünen Klassenzimmer im sogenannten Weidendom: Lara Schön, Hanna Ast und Lea Mariah Schleginski aus der 6b mit ihren Klassenkameraden der Regionalen Schule „Professor Gustav Pflugradt“ in Niepars. Quelle: Fotos: Miriam Weber (5)/privat
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Stralsund

Grün. Weitläufig. Freundlich. Das sind die ersten Eindrücke beim Betreten des Geländes der Regionalen Schule „Professor Gustav Pflugradt“ in Niepars, zu der auch ein Grundschulteil gehört.

Stillstand gibt es bei der Regionalen Schule in Niepars nicht. Das Angebot ist umfangreich und zukunftsweisend, das Netzwerk riesig.

Essen: Menüs zur Auswahl

An der Schule wird vom Internationalen Bund eine Mittagsverpflegung für 3,15 Euro pro Tag angeboten. Es kann aus zusammengestellten Menüs ausgewählt werden. Etwa 70 Kinder nutzen das Mittagsangebot in einem separaten Speiseraum. In der Frühstückspause können die Schulkinder zudem an einem Kiosk von einem privaten Anbieter kleine Snacks erwerben.

Lehrer: Engagiert und offen

An der „Professor Gustav Pflugradt Schule“ unterrichten 22 Lehrer, jeder von ihnen hat einen persönlichen Arbeitsplatz. An den Tagen der schulinternen Lehrerfortbildung wird schwerpunktmäßig gearbeitet. Unter anderem geht es um eine Bestandsaufnahme und wo noch Reserven sind. Außerdem werden bei den Fachkonferenzen individuelle Fortbildungen besprochen.

Freizeit: Viele Sportangebote

Im Rahmen der Ganztagsschule gibt es ein umfangreiches Angebot. Dazu zählen vor allem auch viele Sportmöglichkeiten wie Kraftsport, Fuß-, Hand- und Volleyball, Tischtennis oder Yoga. Es gibt eine Theater-AG, eine Schulband, eine Schülerzeitung, die AG Kochen und Backen, eine Schülerfirma, Medien-, Zirkus- und Breakdanceprojekte und viele verschiedene Exkursionen.

Förderung: Individuell

In den unteren Klassen gehören Förderstunden in den normalen Stundenplan, auch in der Orientierungsstufe sind Förderstunden noch vorgesehen, eine Hausaufgabenstunde mit einem Lehrer als Betreuer zählt mit dazu. Um die sozialen Kompetenzen zu fördern, werden im Schuljahr mehrmals Präventionsprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten.

Ausstattung: Grün und modern

Beste Voraussetzungen in Niepars: Es gibt weitläufige Grün- und Sportanlagen, eine Turnhalle, einen Schulgarten, einen großen Spielplatz für den Grundschulteil, ein eigenes Club- und Werkstatt-

haus, eine Aula, Bibliothek, ein grünes Klassenzimmer unter Weidenzweigen, Schließfächer, Fachräume, Internetzugang in jedem Raum, eine Küche und ein Computerkabinett.

332 Mädchen und Jungen aus den Gemeinden Niepars, Pantelitz, Kummerow, Neu-Bartelshagen, Groß Kordshagen, Jakobsdorf, Steinhagen und Lüssow lernen an der Schule. Das ist ein großes Einzugsgebiet.

Umso wichtiger ist es Schulleiter Renaldo Steffen, dass es in diesem ländlichen Raum einen guten Kontakt zwischen Schule und Elternhaus gibt. „Man sollte sich kennen, um an einem Strang zu ziehen.“

Deshalb sind Elternbesuche für ihn eine Selbstverständlichkeit.

So vielfältig sich die Dorf- und Ortsnamen lesen, aus denen die Kinder kommen, so bunt ist auch das Angebot, dass es an der Ganztagsschule gibt. Angefangen von den Schulsanitätern, den Streitschlichtern über die Schülerfirma und die Schülerzeitung bis hin zum Klassenmusizieren mit Blasinstrumenten mit der Musikschule des Landkreises.

Franzsika Bennemann findet eine Sache an ihrer Schule gut: „Dass man so viel mit Fremdsprachen machen kann“, sagt die Elfjährige. Für andere Sprachen und andere Kulturen offen zu sein, dazu tragen sicherlich auch die Partnerschaften der „Pflugradt“-Schule bei, die sie zu anderen Schulen pflegen. So besteht seit über 20 Jahren eine Partnerschaft mit der Macklean Skolan im schwedischen Skurup. Regelmäßiger Austausch und gegenseitige Besuche stehen zudem mit dem Gymnasium im polnischen Zaleszany auf dem Programm.

Um partnerschaftliches Miteinander geht es allerdings nicht nur über die Ländergrenzen hinaus, sondern auch in der Schule. „Die Großen kümmern sich auch um die Jüngeren“, sagt Lucy Silz. „Es gibt zum Beispiel Busbegleiter, oder wenn die Kleinen Probleme haben, helfen wir auch mal.“ Der Schulleiter ergänzt, dass es zum Beispiel auch Streitschlichter an der Schule gibt, die in jeder Klassenstufe vertreten sind und die ihre Mitschüler dabei unterstützen, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

In der Schülerfirma „Gustav und Co.“ nutzen die Mädchen und Jungen viel „Material“ aus dem Schulgarten. Da wird gekocht, gebacken und eingeweckt. „Bei Veranstaltungen sorgt die Schülerfirma für das leibliche Wohl und bei Dorffesten in der Gegend sind wir auch manchmal mit einem Stand vertreten“, erklärt Renaldo Steffen.

Stolz sind die Schüler darauf, dass ihre Schule gleich mehrere Titel trägt. Gesunde Schule, Starke Schule und Umweltschule. Dazu passt, was Nadine Jonas besonders mag. „Wir haben unseren Weidendom, das ist unser grünes Klassenzimmer. Mit einem riesigen Tisch und Bänken unter Weidenzweigen. Dort Unterricht zu machen, ist schon etwas Besonderes“, sagt die 15-Jährige. Außerdem hat die Regionale Schule das Berufswahlsiegel. „Ich finde, dass es etwas Besonderes ist, dass bei der Berufsmesse jedes Mal etwa 25 Betriebe aus der Region in unsere Schule kommen und sich hier vorstellen“, sagt Renaldo Steffen.

Von den Erfahrungen, die die „Pflugradt“-Schule in den vergangenen Jahren gesammelt hat, profitieren nun auch andere, denn die Nieparser Schule pflegt eine Entwicklungspartnerschaft mit einer Regionalen Schule in Zingst. Da könne man nicht nur Erfahrungen weitergeben, sondern sich selbst immer wieder hinterfragen.

Miriam Weber

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