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Stralsund Gerangel um Pionierhaus: Grüne fordern Aufklärung
Vorpommern Stralsund Gerangel um Pionierhaus: Grüne fordern Aufklärung
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00:00 21.11.2016
Stralsund

Die Zukunft des früheren Pionierhauses am Knieperdamm wird knapp zwei Wochen vor der entscheidenden Abstimmung in der Stralsunder Bürgerschaft zum Zankapfel zwischen den Fraktionen. Bisher hat sich lediglich die CDU klar für die Variante ausgesprochen, dass auf dem Gelände ein Fitnesscenter und ein Sanitätshaus entstehen sollen. Dazu soll die Immobilie an eine Bauherrengemeinschaft verkauft werden, hinter der die „Gym Fitness World“ und das Sanitätshaus Schumann stehen. Dies ist zugleich die Vorzugsvariante der CDU-geführten Stadtverwaltung.

„Gerade vor dem Hintergrund, dass der Vergabe- vorschlag inzwischen öffentlich kritisch hinterfragt wird, ist eine umfassende Transparenz unbedingt geboten.Jürgen Suhr (Grüne)

Für die Unionsfraktion in der Bürgerschaft sei entscheidend, die Entwicklung des Areals in die Hände von Stralsunder Unternehmern zu legen, sagte CDU-Stadtvertreter Christian Meier. „Uns ist es vor allem wichtig, dass das Grundstück einer vernünftigen und wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung zugeführt wird, die nicht zuletzt auch Arbeitsplätze in Stralsund schafft.“

Arbeitsplätze will dort auch der Pommersche Diakonieverein schaffen, der seinen Hauptsitz in Greifswald hat und auf dem Gelände den Bau eines Begegnungszentrums anstrebt. Laut den Plänen soll dort ein familienorientiertes Wohn- und Servicehaus entstehen, wozu auch ein Betreutes Wohnen und Arztpraxen zählen. Dies ist die Vorzugsvariante der Linken in der Bürgerschaft. Der historische Bürgergarten Stralsunds, der sich ebenfalls auf dem Grundstück befindet, könnte in diesem Fall öffentlich zugänglich werden.

Nachdem die Debatte darüber, welcher der beiden Pläne der bessere ist, in der vergangenen Woche wieder aufgeflammt war (die OZ berichtete), sollen die Investoren ihre Vorhaben einigen Fraktionen noch einmal gesondert vorstellen, obwohl zwei Bürgerschaftsausschüsse sich bereits mit dem Thema befasst und eine Beschlussempfehlung abgegeben haben – in beiden Fällen für die Fitnesscenter-Variante.

Am 1. Dezember soll die Bürgerschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit darüber abstimmen, an wen das Grundstück verkauft wird. Insbesondere die Fraktionen von SPD und der Wählergemeinschaft Bürger für Stralsund (BfS) sind unentschlossen, weshalb bislang keine Mehrheit für das eine oder andere Projekt absehbar ist.

Die Fitnesscenter-Investoren wollen entsprechenden Unterlagen zufolge 285000 Euro für die abrissreife Immobilie samt Grundstück bezahlen. Die Diakonie hatte zunächst 5000 Euro weniger geboten, aber in Aussicht gestellt, 300000 Euro auszugeben, wenn die Stadtverwaltung auch ihr die Möglichkeit zu Nachverhandlungen einräumt. Dies sei „aber nicht aufgegriffen worden“, betont Diakonie-Vorsteher Michael Bartels.

Die Grünen fordern nun Aufklärung über den Verlauf der Verkaufsvorbereitungen. Fraktionschef Jürgen Suhr: „Gerade vor dem Hintergrund, dass der Vergabevorschlag inzwischen öffentlich kritisch hinterfragt wird, ist eine umfassende Transparenz zu Abläufen und Entscheidungsgründen der Stadtverwaltung unbedingt geboten.“ Es gelte, offene Fragen hinsichtlich der zeitlichen Abläufe sowie Entstehung der Angebote zu klären. Aus Sicht von Suhr lässt sich für die Stadt unter Umständen noch ein höherer Preis erzielen.

Benjamin Fischer

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