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Geschichte zum Ausbuddeln und Anfassen

Grimmen Geschichte zum Ausbuddeln und Anfassen

Treffen der Bodendenkmalpfleger des Landkreises in Grimmen. In Stralsund gibt‘s unter der Erde besonders viel zu entdecken.

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Expertengespräch zwischen Dr. Michael Schirren (links) und Norbert Kuhlmann aus Barth.

Quelle: Roswitha Pendzinsky

Grimmen. Die ehrenamtlich arbeitenden Bodendenkmalpfleger haben sich am Sonnabend in Grimmen getroffen. Die meisten von ihnen hatten Funde dabei, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen oder sie fachlich bewerten zu lassen.

Viele der in den letzten Monaten im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen zu Tage gebrachten Schätze vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende hatten aber bereits Eingang in den Bericht von Michael Schirren gefunden.

Der Dezernatsleiter im Landesamt für Kultur und Denkmalpflege ging auf die verschiedenen Erkundungsstandorte ein und unterlegte den archäologischen Jahresbericht des Landkreises Vorpommern-Rügen mit vielen Fotos. Es zeigte einmal mehr, wie groß der Verantwortungsbereich der Bodendenkmalpfleger ist.

Bevor neu gebaut wird und Sanierungen in Innenstädten durchgeführt werden, suchen Bodendenkmalpfleger nach Zeugen aus der Geschichte. So auch am Pommerndreieck bei Grimmen oder den Oberbodenarbeiten am Windpark Tribsees. Die Grabungen lassen viele Schlüsse auf menschliche Besiedlung zu.

Zunehmend gewinnt auch die Denkmalsuche mit Laserscannern an Bedeutung. An einer Aufnahme von Prora war das jetzt deutlich zu sehen. Überhaupt nimmt die Technik einen immer höheren Stellenwert in der Bodendenkmalpflege ein. 2014 gab es überdurchschnittlich viele bronzezeitliche Funde. Das ist auf den Einsatz mit Metalldetektoren zurückzuführen. Beispielsweise wurden Schwerter, Gürtelhaken, Bleiplomben oder Münzen geborgen.

„Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, wenn man alte Münzen in die Hände bekommt. Sie geben Rückschluss auf Handelswege im Mittelalter“, schwärmt Michael Schirren auch noch nach Jahren Berufserfahrung.

Auf einem sogenannten Fäkalienfeld hatte Jan Becker im September 2014 seinen bedeutendsten Fund gemacht. „Ich habe einen Goldgulden aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Der gehört zu den ältesten Münzen“, erzählt der 19-jährige Stralsunder und zeigt sie auf seinem Smartphone. Becker ist einer der Jüngsten und hat dennoch schon jahrelange Erfahrung. „Ich bin grundsätzlich Sammler und habe am Strand angefangen. Heute gehe ich gerne auf Felder und freue mich, wenn ich irgendetwas finde“, sagt er. Entdeckt wurde Jan Becker von Roman Buhl aus Zingst, der seine illegale Sammelei in die richtige Richtung lenkte.

So sieht es auch Annette Weidemann aus Zingst. Sie beschäftigt sich seit drei Jahren intensiv mit dem Hobby. „Die regionale Geschichte interessiert mich seit meiner Jugend. Auf einem Acker bei Ribnitz habe ich eine Münze aus der früheren Neuzeit gefunden und eine Münze von Siegesmund III., König von Polen und Schweden.

Interessiert verfolgten die Anwesenden die Ausführungen von Heiko Schäfer über Bleiplomben aus der Stralsunder Altstadt. „Stralsund ist zurzeit führend im Auffinden von Bleiplomben in Mecklenburg-Vorpommern. Fünfhundert Stücke wurden seit 2005 geborgen. Dadurch erhalten wir einen Einblick in das Wirtschaftsgeflecht im Mittelalter.“

 



Roswitha Pendzinsky

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