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Stralsund Glasklare Sicht in 20 Metern Höhe
Vorpommern Stralsund Glasklare Sicht in 20 Metern Höhe
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00:01 18.06.2016
In 23 Metern Höhe putzen Mitarbeiter einer Reinigungsfirma das Dach des Ozeaneums, eine Fläche von 1000 Quadratmetern. Quelle: Fotos: Miriam Weber

5 Uhr morgens. Vor dem Ozeaneum auf der Hafeninsel herrscht reges Treiben. Lange Leitern, Rollgerüste, zwei Arbeitsbühnen, jede Menge Eimer mit Wasser und Spülmittel. Dazwischen wuseln die Mitarbeiter der Reinigungsfirma Spiegelblank. „Wir haben heute 3000 Quadratmeter Fläche zu reinigen“, sagt Geschäftsführer Frank Hermanowski.

4000 Quadratmeter Glasflächen haben Mitarbeiter einer Reinigungsfirma an zwei Tagen im und auf dem Ozeaneum geputzt.

Wir haben an zwei Tagen 4000 Quadrat- meter Glasfläche gereinigt.“Alexander Marschke

Doch bei diesen 3000 Quadratmetern handelt es sich nur um die senkrechten Glasflächen. Einen Tag zuvor waren fünf Mitarbeiter auf dem Dach des Museums unterwegs und haben dort 1000 Quadratmeter Scheiben gereinigt. Zeit, um den fantastischen Blick über die Stadt und den Sund bis nach Rügen zu genießen, nehmen sie sich in diesem Moment nicht. In ihrem Sicherheitsgeschirr angeleint, arbeiten sich die Männer auf Knien Fenster für Fenster über das Dach. Die Scheibe mit einem Schwamm einschäumen, das Wasser abziehen, den Rahmen mit einem Lappen abwischen, fertig.

Höhenangst ist in diesem Beruf übrigens ungünstig, denn der Blick durch die Scheibe in das Museum hinein reicht weit in die Tiefe. „Der höchste Punkt sind 23 Meter“, erklärt Alexander Marschke.

Seit zwölf Jahren ist der junge Mann im Unternehmen. „Es ist schon ein besonderer Job, der auch Spaß macht, wenn man darüber nachdenkt, an welchen Orten man manchmal arbeitet“, sagt der 31-Jährige.

Viele Fassaden von großen Gebäuden in der Stadt werden von ihm und seinen Kollegen gereinigt. Beeindruckt war er, als auf dem Gelände der Volkswerft geputzt werden musste. „Wenn es dann mit einer Arbeitsbühne auf eine Höhe von über 40 Metern geht, ist das auch für uns nicht alltäglich“, so der Stralsunder.

Für die Glasscheiben beim Ozeaneum nutzen die Spiegelblank-Mitarbeiter ganz normales Wasser mit Spülmittel, ohne viele Extras. Von Vorteil sei gewesen, dass es in der Nacht vor der Großreinigung geregnet hatte. „Da ist schon der grobe Dreck runtergespült worden“, sagt Alexander Marschke und grinst. Angst, sich auf dem Glas zu bewegen, hat er nicht.

„Muss er auch nicht“, erklärt Stefan Schmidt, Bauingenieur des Ozeaneums. „Die Scheiben sind 36 Millimeter dick, und es handelt sich um eine Kombination aus Sicherheitsglas und Wärmeschutz- und Sonnenschutzverglasung“, führt der Ingenieur weiter aus.

Nachdem das Dach an einem Tag fertig geputzt ist, nehmen sich die Glasreiniger die Fassaden vor. Mit der Arbeitsbühne geht es hoch hinaus. Und während die Menschen unten auf dem Boden auf Spielzeuggröße schrumpfen, schwingt Alexander Marschke oben den Lappen und den Wischer. „Wir müssen zeitig beginnen, damit wir zur normalen Öffnungszeit des Museums möglichst mit allem durch sind“, sagt er und zieht dabei das Schmutzwasser von den Scheiben.

Das Schöne an seinem Job sei ja nicht nur, dass man an ungewöhnliche Orte kommt. „Man lernt viele Leute kennen, das mag ich. Und oft hat unsere Arbeit auch viel mit Vertrauen zu tun, gerade wenn ich an die Reinigung von privaten Haushalten denke.“ Auf die Frage, ob er zu Hause auch für das Fensterputzen zuständig sei, lacht Alexander Marschke. „Nur, wenn es schnell gehen soll“, antwortet er schließlich.

Auch innerhalb des Museums legen die Glasreiniger Hand an, nicht nur bei den riesigen Fensterfronten. „Einmal im Monat werden von uns auch die Vitrinen, Schaukästen und Aquarienscheiben geputzt“, sagt Frank Hermanowski.

Seitdem es das Museum gibt, ist die Stralsunder Firma für das Saubermachen verantwortlich. „Wir haben damals schon die Baureinigung übernommen“, erinnert sich Hermanowski. „Wir sind sozusagen aus dem Hinterausgang raus, während Angela Merkel zeitgleich vorn zur Tür reinkam“, sagt er mit einem Lachen. Im Jahr 1990 gegründet, gehören mittlerweile etwa 400 Mitarbeiter zur Reinigungsfirma, deren Einzugsgebiet vom Darß bis nach Usedom reicht.

• Video unter www.ostsee-zeitung.de

Miriam Weber

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