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Stralsund Glyphosat darf weiter auf Stralsunder Felder
Vorpommern Stralsund Glyphosat darf weiter auf Stralsunder Felder
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19:59 12.03.2018
Die EU hatte im vergangenen Jahr einen Anlauf unternommen, das hoch umstrittene Glyphosat zu verbieten, weil es im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Quelle: Söllner Frank
Stralsund

Auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen, die der Hansestadt Stralsund gehören, dürfen Bauern auch weiterhin das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat einsetzen. Die Grünen-Fraktion hatte während der jüngsten Sitzung gefordert, „bei der Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Flächen sowie in Gartenanlagen und Parks zukünftig auf den Einsatz glyphosathaltiger Herbizide“ zu verzichten.Andere Städte wie beispielsweise Neustrelitz haben ein Glyphosatverbot auf kommunalen Feldern, die an Landwirte verpachtet sind, inzwischen umgesetzt. Die Stadt Stralsund besitzt ungefähr 7000 Hektar an landwirtschaftlichen Nutzflächen, ein Großteil davon befindet sich auf der Insel Rügen. „Ummanz gehört im Prinzip uns“, sagte der Chef der Abteilung für Liegenschaften im Rathaus, Andre Kobsch. Insgesamt 60 Pächter haben für die Bewirtschaftung dieser Flächen derzeit einen Vertrag mit der Stadtverwaltung.

Bereits vor Tagen hatte Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) betont, dass er einem generellen Glyphosat-Verbot eher ablehnend gegenübersteht und von Lösungen gesprochen, die für alle Beteiligten Sinn machen – „vom Bauern bis zur Biene“. Badrow zufolge sei es falsch, sich in der Diskussion um den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln nur auf einen Wirkstoff zu konzentrieren. Die Folgen von Glyphosat seien im Gegensatz zu anderen Stoffen vergleichsweise gut untersucht worden.Die EU hatte im vergangenen Jahr einen Anlauf unternommen, das hoch umstrittene Glyphosat zu verbieten, weil es im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Auf ihren eigenen Flächen könnte die Stadtverwaltung den Einsatz des Mittels dennoch verbieten und in neu geschlossene Pachtverträge eine entsprechende Klausel einfügen. Glyphosat ist preiswert und gilt bei der Verbesserung der Ernteerträge als hochwirksam. Der Wirkstoff ist von dem US-Konzern Monsanto entwickelt worden.

Nach Angaben von André Meißner, dem Umweltexperten der CDU in der Bürgerschaft, würden die Landwirte in der Region anders als in Südamerika „nur etwa einen Liter Glyphosat pro Hektar Ackerfläche“ einsetzen. Das gesundheitliche Risiko sei deshalb nicht vergleichbar. Zu der europaweit wachsenden Ablehnung von Glyphosat sagte Meißner bildlich: „Ich sage meinem Sohn immer, wenn alle in den Voigdehäger Teich springen, spring’ nicht gleich hinterher.“

Der Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Jürgen Suhr, begründete den Beschlussantrag indes mit dem Vorsorgeprinzip, da bisher nicht ausgeschlossen sei, dass Glyphosat krebserregend ist.Maik Hofmann von der Fraktion Bürger für Stralsund (BfS) fügte der Diskussion einen Vergleich aus seinem Sportlerleben hinzu, demzufolge „immer die Dosis das Gift macht“: „Ich bin seit gut 40 Jahren Schwimmer und würde niemals ein Glas pures Chlor trinken. Die Chlorkonzentration im Schwimmbecken hat mir bisher aber noch nicht geschadet.“

Fischer Benjamin

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