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Stralsund Gold und Erdöl: Museumsstücke aus Vorpommern im Netz
Vorpommern Stralsund Gold und Erdöl: Museumsstücke aus Vorpommern im Netz
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00:24 07.05.2018
Der goldene Peterfitz-Ring (6.Jh. n. Chr.) aus dem Pommerschen Landesmuseum Greifswald soll mit in die erweiterte Internet-Schau. Quelle: Foto: Archiv

Stralsund/Schwerin. Das Virtuelle Landesmuseum, das bisher besondere Stücke aus mecklenburgischen Museen im Internet präsentiert, bekommt Zuwachs.

Virtuelles Landesmuseum wird am kommenden Sonntag erweitert

Vom kommenden Sonntag an werden auch herausragende Exponate aus 16 Kunst- und Heimatmuseen Vorpommerns in Wort, Bild und einige in einer 360-Grad-Darstellung zu bewundern sein, wie Florian Ostrop von der Stiftung Mecklenburg sagte. Mit dabei seien zum Beispiel das Museum Im Mühlentor Grimmen (Vorpommern-Rügen), das Heimatmuseum Hiddensee, das Pommersche Landesmuseum in Greifswald, das Museum der Stadt Pasewalk, das Stralsund Museum und das Lilienthal-Museum in Anklam.

Die Museen bereiteten einige ihrer schönsten Stücke für die Präsentation im Internet auf: Das älteste ist nach Ostrops Worten ein 183 Millionen Jahre alter Halswirbelknochen eines Neoichthyosauriers.

Er wurde 1987 von dem Geologen Hartmut Schneider in einer ehemaligen Tongrube bei Grimmen gefunden. Schneider übergab das Stück 1987 an das im selben Jahr gegründete Heimatmuseum der Stadt.

Spektakuläre Goldfunde seien ebenfalls zu sehen, darunter der „Goldring von Peterfitz“. Der im heute polnischen Peterfitz (Piotrowice) gefundene, verzierte Ring stammt den Angaben zufolge aus dem 6.

Jahrhundert, hat einen Durchmesser von 20 Zentimetern und wurde aus 1,8 Kilogramm Gold geschmiedet. Dafür seien vermutlich mehr als 400 römischen Goldmünzen eingeschmolzen worden. Ob der Goldreif jemals einen Hals zierte, sei fraglich. Die meisten der 71 bekannten ähnlichen Ringe seien als Opfergaben für die Götter in den Boden, die Moore oder die Gewässer Nordeuropas gelangt.

Aus dem Stralsund Museum fanden acht Gold-Armringe aus dem 10. Jahrhundert den Weg ins Virtuelle Landesmuseum. Für das nordisch-skandinavische Schmuckensemble seien 391,8 Gramm Gold verwendet worden.

Es wurde 1906/07 bei Pflanzungen nahe Peenemünde sowie 1908 bei gezielter Nachsuche gefunden. Vor allem in Südschweden lassen sich Vergleichsbeispiele finden, wie es hieß.

Das Gerhart-Hauptmann-Haus in Kloster auf Hiddensee ist mit der originalen Literaturnobelpreis-Medaille des Dichters aus dem Jahr 1912 vertreten. Aus dem Museum im Mühlentor Grimmen ist eine Erdölprobe aus einer Probebohrung im Jahr 1965 zu sehen. Aus demselben Museum wird zudem ein 3000 Jahre alter Schädel eines Auerochsen gezeigt, der in der Gegend gefunden worden war.

Bisher seien 30 Museen im Virtuellen Landesmuseum vertreten, künftig seien es 46, sagte Ostrop. Die Zahl der dauerhaft präsentierten Exponate steige von 264 auf 370. Weitere Häuser hätten Interesse an einer Teilnahme signalisiert, darunter das Ozeaneum in Stralsund. Das kräftig erweiterte Virtuelle Landesmuseum soll am Sonntagvormittag im Darßmuseum in Prerow freigeschaltet werden.

Bisher besuchen nach Ostrops Worten monatlich gut 2000 Gäste die Internetseite. Das Virtuelle Landesmuseum wolle die Vielfalt der Museen in MV zeigen und zu einem Besuch in der Realität anregen, sagte Ostrop. „Unsere Philosophie ist: Was man bei uns sieht, sieht man vor Ort noch viel schöner und mit der Aura des Echten.“

Iris Leithold

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